Didaktik und Differenz

Das Verhältnis von Didaktik und Differenz soll in meinem laufenden Habilitationsprojekt theoretisch und empirisch aufgearbeitet werden. Dazu sollen schulformübergreifend Vergleiche differenzierter Unterrichtsmaterialien verschiedener Fächer durchgeführt werden, um deren Logiken der Differenzbearbeitung zu rekonstruieren und pädagogisch befragen zu können. Parallel dazu ist auf theoretischer Ebene die allgemeindidaktische Theoriebildung hinsichtlich ihrer Reflexionsräume für den Umgang mit Heterogenität zu analysieren.

Kurzübersicht

Stichworte
Schule, Didaktik, Differenzierung, Bildungsgleichheit
Laufzeit
01.10.2021 - laufend

Beschreibung

Während der Arbeit an meiner Dissertation zu Umgangsmustern mit Herkunftsdifferenz im Grundschulunterricht (siehe Projekt "Soziale Herkunft im Unterricht") wurde klar, dass es ein breites Spektrum der Perspektivierung von Bildungsungleichheit gibt. Im Blick auf die Möglichkeit genuin erziehungswissenschaftlicher Beiträge zum Ungleichheitsdiskurs ist die Differenzierung, was (gegenstandstheoretisch) wie (methodisch/methodologisch) als Bildungsungleichheit in den Blick genommen wird hinsichtlich der Nähe und Distanz zur pädagogischen Dimension von Schule und Unterricht von großer Bedeutung. Bildungsungleichheit als pädagogisches Phänomen zu untersuchen scheint nach wie vor ein Desiderat zu sein. 

Grundlegender als die Frage nach einer genuin erziehungswissenschaftlichen Perspektive auf Bildungsungleichheit, jedoch eng damit verbunden, ist das Verhältnis von Didaktik und Differenz theoretisch und empirisch aufzuarbeiten. Liegt in einem mit T. Eckermann verfassten Zeitschriftenbeitrag eine erste Analyse differenzierten Grundschulmaterials hinsichtlich seiner Differenzierungslogik und deren Bedeutung für die fortdauernde Bildungsungleichheit vor, so sollen in einem größeren Kontext in meinem laufenden Habilitationsprojekt Vergleiche differenzierter Unterrichtsmaterialien verschiedener Fächer und Schulformen durchgeführt werden, um deren Logiken der Differenzbearbeitung zu rekonstruieren und pädagogisch befragen zu können. Parallel dazu ist auf theoretischer Ebene die allgemeindidaktische Theoriebildung hinsichtlich ihrer Reflexionsräume für den Umgang mit Heterogenität zu analysieren. Erste Befunde hierzu, ein drohender Substanzverlust der Allgemeinen Didaktik durch das Schwinden einer bildungstheoretischen Fundierung, konnten bereits in Vortragstätigkeiten vorgestellt werden (auf dem Grazer Grundschulkongress 2020).

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