Literatur- und Kulturwissenschaftliches Kolloquium Frühjahr 2021

Das Literatur- und Kulturwissenschaftliche Kolloquium ist eine semesterbegleitende Vortrags- und Diskussionsreihe, in der Forschende der EUF sowie Gastwissenschaftler*innen ihre Projekte vorstellen. Alle Interessierten sind herzlich zur Teilnahme eingeladen. Im Frühjahr 2021 finden die Veranstaltungen digital statt.

15. April 2021, 12.15 Uhr

Dr. Massih Zekavat (EUF)

Pandemic Humor and its Coping Function

Abstract: Although humor was employed to cope with the calamitous consequences of the SARS-CoV-2 pandemic, it also served other purposes in Iran. Besides functioning as an adaptive mechanism, pandemic humor also provided information and censured political incompetence. Medical and paramedical staff used humor to cope with difficult working conditions and increasing experiences of human tragedy, suffering and death. At the same time, people employed humor in order to criticize political authorities for mismanaging the crisis. As politics and power are closely tied to religion in a theocracy, religious fervor did not remain immune to such criticism. Besides coping and censure, provision of information was yet another function of pandemic humor in Iran. Citizens resorted to humor to diffuse information and foster responsible behavior in the society.

Massih Zekavat is an Alexander von Humboldt Foundation Postdoctoral Fellow at the Department of Occupational and Organizational Psychology, Europa-Universität Flensburg, Germany. His fields of interest include environmental humanities, critical theory, comparative literature and satire. His Satire, Humor and the Construction of Identities was published in 2017 by John Benjamins. With Professor Tabea Scheel, he is currently working on a monograph on the environmental impacts of cultural productions for Routledge.

Veranstaltungslink: uni-flensburg.webex.com/uni-flensburg/j.php

Meeting number (access code): 121 758 5135
Meeting password: nJNusBi2P35

29. April 2021, 12.15 Uhr

Bethany Webster-Parmentier (EUF)

Terror and Horror in Twenty-First Century Native American and First Nations Literatures

Abstract: In 2014, Michelle Burnham posed the question "Is There an Indigenous Gothic?" in a contribution to the Blackwell Companion to American Gothic. Since the early twenty-first century, Indigenous (Literary) Studies has become increasingly interested in Indigenous genre fiction as a site of resistance, resurgence, and (re)invention. This presentation will provide a window into my on-going doctoral research project, which centers on twenty-first century Indigenous fiction of the fantastically frightening that probes the boundaries and possibilities of both Indigenous literature and gothic literature.

After completing her bachelor’s degree at the University of Wisconsin-Eau Claire, Bethany Webster-Parmentier moved to Germany as a US-American Fulbright Teaching Assistant. She taught at EFL courses at the Kiel University of Applied Sciences for six years before she began working at the Europa-Universität Flensburg as a doctoral researcher and instructor in the Department of English and American Studies. The working title of her current research project is "Twenty-First Century Indigenous North American Gothic."

Veranstaltungslink: https://uni-flensburg.webex.com/uni-flensburg/j.php?MTID=m98d04cadff38562061cecc2e2cd88d5f

Meeting number (access code): 121 674 9728
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20. Mai 2021, 17.15 Uhr

Prof. Dr. Julie K. Allen (Brigham Young University, USA)

Cosmopolitan Identities in the German-Danish-Border Region

Abstract: Eine kosmopolitische Weltanschauung, die Jeremy Waldron als "eine Art, in der Welt zu sein" definiert hat, widerspricht der Vorstellung, dass ein Mensch nur einer bestimmten Nation, Sprachgruppe oder Monokultur angehören oder daran teilnehmen kann. Die Grenzregion zwischen Dänemark und Deutschland ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie nationalistische Forderungen nach einer einheitlichen Kultur den jahrhundertelangen Traditionen widersprechen, kulturelle Elemente nach individuellen, familiären oder gesellschaftlichen Bedürfnissen miteinander zu vermischen. In diesem Vortrag wird das Zusammenspiel dänischer, deutscher, südjütländischer, friesischer und europäischer kultureller Identitäten in Schleswig-Holstein in den letzten zweihundert Jahren genauer untersucht, um zu verstehen, wie die Spannung zwischen nationalistischer und kosmopolitischer Weltanschauung das Leben der deutsch-dänischen Grenzregion und seine Bewohner beeinflusst hat.

Prof. Dr. Julie K. Allen kommt aus Hawaii, hat als Austauschschülerin in Stuttgart Deutsch und als Mormonmissionarin in Dänemark Dänisch gelernt, und hat anschließend in Germanistik und Skandinavistik promoviert. Sie unterrichtet Literaturgeschichte und Kulturgeschichte an der privaten Brigham Young Universität in Provo, Utah in den USA und hat einige Bücher und Artikel zu dänischen und deutschen Themen veröffentlicht, u.a. Icons of Danish Modernity: Georg Brandes & Asta Nielsen (2012), Danish but Not Lutheran: The Impact of Mormonism on Danish Cultural Identity, 1850-1920 (2017), and Screening Europe in Australasia: Transnational Silent Film Before and After the Rise of Hollywood (forthcoming, 2022). 

Mitveranstaltet vom Dänischen Seminar, präsentiert im Rahmen der ICES Lectures

Veranstaltungslink: https://uni-flensburg.webex.com/uni-flensburg/j.php?MTID=m794fe3db74ac2f2f69187a4316c6f082

Meeting number (access code): 121 145 8176
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10. Juni 2021, 16.15 Uhr

Prof. Dr. Karen Struve (TU Dresden), Dr. Meike Hethey (Wilhelm-Raabe Schule Lüneburg & CAU Kiel)

Literaturvermittlung hoch3: Literaturwissenschaft und Literaturdidaktik im Dialog

Abstract: Wie viele institutionelle, theoretische oder methodische Brücken gibt es eigentlich zwischen den universitären Seminaren in der französischen Literaturwissenschaft und jenen der Literaturdidaktik? In der Wahrnehmung vieler Studierenden (und auch Lehrenden): wenige bis gar keine. So zumindest unser Befund vor etwa 5 Jahren, als wir an der Universität Bremen das Lehr- und Forschungsprojekt Literaturvermittlung hoch3 ins Leben riefen. Ein neuer Ansatz (aber kein neuer Begriff) der Literaturvermittlung soll hier drei Bereiche der universitären Lehre in Bewegung bringen: die Literaturwissenschaft, die Literaturdidaktik und die Hochschuldidaktik. Ziel ist eine signifikante Dynamisierung der Anwendungsbezogenheit, des interdisziplinären Austausches und der akademischen Lehre durch die Einführung eines innovativen Lehrkonzeptes. In unserem Vortrag möchten wir von Erfahrungen im Projekt berichten und möchten über die Möglichkeiten, Grenzen und Potenziale der interdisziplinären Lehre und Forschung zur Vermittlung von Literatur ins Gespräch kommen.

Meike Hethey studierte Französisch, Geschichte und Erziehungswissenschaften an den Universitäten Bremen und Reims. Nach ihrem Referendariat arbeitete sie zunächst als Lehrerin an einem niedersächsischen Gymnasium, dann als Lektorin für die Didaktik der romanischen Sprachen an der Universität Bremen. Gegenwärtig unterrichtet sie an der Wilhelm-Raabe-Schule in Lüneburg und als Lehrbeauftragte an der CAU Kiel. Sie promoviert derzeit zum literarästhetischen Lesen in der Sekundarstufe I. Ihre Lehr- und Forschungsschwerpunkte liegen in der Literatur- und FIlmdidaktik, der Geschichte des Fremdsprachenunterrichts sowie der Lehrer:innenprofessionalisierung, nachzulesen u.a. in: "‘Im späteren Beruf nützt dieses Wissen aber nichts…’ (Fach)Wissen in der Krise? Der Beitrag der Fachwissenschaften zur Professionalisierung von Lehramtsstudierenden" (gemeinsam mit Helen Cornelius in: Grein et al. (Hrsg.), Die Krise des Französischunterrichts in der Diskussion (2021). Gemeinsam mit Karen Struve leitet sie seit 2017 das interdisziplinäre Lehr- und Forschungsprojekt "Literaturvermittlung hoch3".

PD Dr. Karen Struve studierte Romanistik und Kulturwissenschaft, promovierte über franko-maghrebinische Gegenwartsliteratur und habilitierte sich mit einer postkolonialen Relektüre der französischen Aufklärung an der Universität Bremen. Ihre Forschungs- und Publikationsschwerpunkte liegen in der postkolonialen und poststrukturalistischen Literatur- und Kulturtheorie, den frankophonen Literaturen des 18.-21. Jahrhunderts und der Literaturvermittlung, nachzulesen u.a. in: "Écriture transculturelle beur". Die Beur-Literatur als Laboratorium transkultureller Identitätsfiktionen (2009); Zur Aktualität von Homi K. Bhabha. Einleitung in sein Werk (2013); Wildes Wissen in der "Encyclopédie". Koloniale Alterität, Wissen und Narration in der französischen Aufklärung (2020); Nord(ro)mania: Nordimaginationen in frankophoner und italophoner Literatur und Film, hg. mit Stephanie Wodianka (vorauss. 2021).

Veranstaltungslink: https://uni-flensburg.webex.com/uni-flensburg/j.php?MTID=m11158a865be9772aa326e3bbf4628d5f

Meeting number (access code): 121 023 4055
Meeting password: huJmuyz3t37

Organisation

Prof. Dr. Margot Brink (Leitung), Matteo Anastasio, Lisa Dauth, Andrew Erickson, Dr. Isabelle Leitloff, Jan Rhein, Bethany Webster-Parmentier