0+1 – Einsen und Nullen

Die Digitalisierung ist bereits ein fester Bestandteil der Lehre an der Europa-Universität Flensburg. Sie prägt maßgeblich sowohl die Lehrformate, die zunehmend durch neue und ungewöhnliche Möglichkeiten der digitalen Welt beeinflusst werden, als auch die Inhalte, in denen die Digitalisierung als (Kultur-)Technik aus verschiedenen Blickwinkeln fokussiert und hinterfragt wird. Einige dieser Lehrprojekte werden im Folgenden genauer dargestellt.

"Flensburg Winter School"

Unter Medienbildung muss mehr verstanden werden als "Lernen mit und über Medien" im Schulunterricht. Schule muss sich vielmehr vor dem Hintergrund einer zunehmenden Digitalisierung der Welt konzeptuell neu erfinden. Vielerorts wird an Schleswig-Holsteins Schulen an Konzepten gearbeitet, die in eine solche Richtung weisen. In den Workshops der Flensburg Winter School stellen Schulen ihre Ansätze und Konzepte zur Diskussion und möchten diese gemeinsam u.a. mit den Studierenden weiterentwickeln. Die Winter School profitiert dabei von dem intensiven Austausch zwischen pädagogisch-praktischen und wissenschaftlich-theoretischen Perspektiven, die in diesem Rahmen zusammentreffen.

Die Flensburg Winter School ist als jährlich stattfindende dreitägige Konferenz-Workshop-Veranstaltung angelegt und soll ein Kristallisationspunkt für alle Fragen einer neuen Schule in der Mediengesellschaft sein. Angesiedelt ist die Winter School im Forschungs- und Entwicklungsprojekt MediaMatters! des Seminars für Medienbildung der EUF.

"Antike in Brett- und Computerspielen"

Das Seminar aus der Geschichtswissenschaft setzte sich in erster Linie mit der Behandlung von historischen Inhalten in modernen Spielformen auseinander. Dabei war die Lehrveranstaltung weniger auf eine direkte didaktische Anwendung im Schulunterricht ausgelegt, sondern zunächst auf die Erfassung von Merkmalen "historischer Spiele" und in einem weiteren Schritt allgemein auf die Frage nach Vor- und Nachteilen derartiger Spiele als Vermittlungsinstanz (antiker) Geschichte. Zu den Vorteilen gehören dabei vor allem der leichtere Zugang zu Geschichte (aktive statt passive Beschäftigung, Immersion und "Gamification" von historischem Lernen, Aufgreifen populärer Geschichtskultur) sowie das Aufzeigen des Konstruktionscharakters von historischen Darstellungen. Zu den Nachteilen zählt dagegen in erster Linie die Einschränkungen des Mediums bei der Darstellung von Geschichte (Reduktion auf wenige Dimensionen einer geschichtswissenschaftlichen Darstellung, Spielbarkeit/Game Design vs. Realismus, Überhöhung der Rolle des Spielers, Anachronismen, etc.).

Aufbauend auf dieser Basis behandelten die Studenten während des Kurses in einem klassischen Lehrformat einzelne Spiele. Hierzu stellte in jeder Sitzung eine Kleingruppe ein Spiel mit antiken Bezügen in einem Kurzreferat vor und ordnete den Inhalt – sofern möglich – in einen historischen Kontext ein. Der Hauptteil der Sitzung basierte auf der gemeinsamen Diskussion spezifischer historischer Fragestellungen an das vorgestellte Spiel (Bsp.: Inwieweit entspricht die im Spiel "Total War Rom" implizierte Vorstellung eines "römischen Imperialismus" der politischen Entwicklung Roms im Zeitalter der punischen Kriege?). Als Basis diente sowohl das einführende Referat als auch ein bereits vor dem Kurs vorbereitetes Paper aus relevanten Quellenstellen und Forschungstexten. Am Ende jeder Sitzung stand schließlich jeweils die Einordnung der vorgestellten Spiele als Vermittlungsinstanz von Geschichte anhand der oben erwähnten Kriterien.

Der kreative Zugang über analoge und digitale Spiele zur Geschichte wurde von Silvester Kreisel im Herbstsemester 2017/18 konzipiert und begleitet.

"Inclusive Foreign Language Teaching"

Inclusive education is an obligation for the entire school system in Germany. Brought about by the UN Convention on the Rights of Persons with Disabilities in 2009, the state has committed itself to give equal access to mainstream education to all children. This has important consequences for teaching and for foreign language teaching in particular. In the co-operative seminar we will take stock of the current situation in mainstream education and discuss to what extent heterogenous learner groups can be accommodated in the foreign language classroom, joining the approaches of Lernen am Gemeinsamen Gegenstand and Task-Supported Language Learning. The students will take part in a newly designed blended learning course (using Adobe Connect), taking advantage of the different backgrounds and experiences of students from two different Federal Countries (BW and SH), and with different teacher education (special needs/speech and language education vs. regular school teachers). A particular focus will be on learning materials; we will analyse existing materials but also design and adapt materials for heterogenous learner groups for secondary school. We co-operate with a Realschule in Mannheim.

Prof. Dr. Solveig Chilla created the course and was responsible for the realization in spring semester 2019 (FrSe19).

Weitere Projekte – 0+1

TitelKurzbeschreibungLehrpersonSemester
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