Theorie-Praxis-Brücke auf der „Gesine“

Angeregte Diskussionen: Das zweite Flensburger Boat Camp auf der "Gesine" war ein Erfolg. "Ziel der Veranstaltung ist ein konstruktiver Austausch zwischen Wissenschaftlern und Wirtschaftsvertretern in informeller Atmosphäre", sagte Katharina Pohl, Mitarbeiterin im Interreg4a-Projekt Emerging Attraction.

Das Projekt, das nach drei Jahren Ende Mai ausgelaufen ist, beruht auf einer grenzüberschreitenden Initiative deutscher und dänischer Hochschulen und Institute. "Es geht darum, den Anteil verfügbarer hoch qualifizierter Arbeitskräfte in der deutsch-dänischen Grenzregion zu vergrößern", umreißt Katharina Pohl das Ziel des Projekts Emerging Attraction. "Dazu gehört auch eine intensivere Zusammenarbeit zwischen Industrie und Hochschulen. Im Vordergrund stehen dabei der Ingenieur- und der Managementbereich".

Deswegen haben sie, Jan-Hendrik Maslowski von MAC-IT-Solutions, Benjamin Klink von der SOLVIT und Nadine Sutmöller von der Europa-Universität Flensburg sich das Format Boat Camp ausgedacht. Im Oktober 2014 luden sie zum ersten Mal Vertreter aus Wirtschaft und Wissenschaft zum gemeinsamen Dialog auf das alte Motorgüterschiff "Gesine" im Historischen Hafen in Flensburg. "Die Resonanz war sehr gut. Es wurden Themen wie das ‚Theorie-Praxis-Verhältnis’ diskutiert oder die Frage, inwieweit Hochschulen direkt für den Arbeitsmarkt ausbilden sollten", erklärt Nadine Sutmöller. "Die Diskussion war durchaus kontrovers, aber konstruktiv. Wir möchten das Format daher gerne fortführen."

Bei Fischbrötchen und Kaltgetränken wurde dann auch auf dem zweiten Boat Camp intensiv diskutiert. Wie schon bei der Auftaktveranstaltung war der Abend in zwei Themenblöcke mit je zwei Vorträgen geteilt: Als erstes tauschten sich Nadine Sutmöller (Internationales Institut für Management der EUF) und Sandra von Wallis (SG Flensburg-Handewitt) zum Thema Social Media in der Unternehmenskommunikation aus. Nadine Sutmöller ging hierbei zunächst auf die rasche Verbreitung und Adaption von Social-Media-Aktivitäten in Kommunikationsmaßnahmen von Unternehmen ein. Allerdings stellte die Wissenschaftlerin auch einige Beispiele vor, die zeigten, dass der kompetente Umgang mit den verschiedenen Plattformen wie Facebook, Twitter, YouTube etc. in Unternehmen nicht immer selbstverständlich ist. Sandra von Wallis schloss direkt daran an und stellte dem Publikum die unterschiedlichen Kanäle vor, die die SG Flensburg-Handewitt in ihre Social-Media-Aktivitäten einbindet.

Im zweiten Themenblock sprachen Simon Fietze (Syddansk Universitet, Sønderborg) und Michael Hacker (Bertelmann & Hacker, Personalentwicklung) über das Standortverhalten von Studierenden sowie die Anforderungen an gute Arbeit. Hierzu präsentierten sie Ansatzpunkte, die Unternehmen helfen können, Absolventen der regionalen Hochschulen attraktive Arbeitsplätze anzubieten. Auch hier zeigte sich die Stärke des Formats Boat Camp: Während Simon Fietze die Rahmung des Themas anhand verschiedener Studien lieferte, griff Michael Hacker diese Vorlage auf, um konkrete Kriterien für eine attraktive Arbeitsplatzgestaltung zu erläutern. Hierbei ging es u. a. um Anforderungen an eine transparente Kommunikation innerhalb der Unternehmung sowie Partizipations- und Einflussmöglichkeiten bei der Gestaltung der eigenen Arbeitsaufgaben.  

Fazit: "Ein spannender Abend. Inhaltlich profitieren beide Seiten", sagt Katharina Pohl. Fortführung erwünscht.

Teilnehmer des zweiten Flensburger Boat Camps. Foto: Jan-Hendrik Maslowski