Minderheitenbelange als universitäre Aufgabe

Senat der Europa-Universität Flensburg wählt Gyde Köster erneut zur Minderheitenbeauftragten

Der Senat der Europa-Universität Flensburg hat in seiner heutigen Sitzung Gyde Köster erneut für zwei Jahre zur Minderheitenbeauftragten der Universität gewählt. Für Gyde Köster ist es die dritte Amtszeit.

"Wir können froh und stolz sein"

Der Vorsitzende des Senats, Prof. Dr. Volkmar Herkner begrüßte das Ergebnis: "Als Europa-Universität Flensburg, in unmittelbarer Nachbarschaft zu Dänemark gelegen, können wir froh und stolz sein, dass mit Gyde Köster eine langjährige Politikerin mit jeder Menge Erfahrungen und Feingespür schon seit Jahren diese wichtige ehrenamtliche Tätigkeit im Interesse nicht nur der dänischen Minderheit, sondern aller Minderheiten wahrnimmt. Sie ist eine hervorragende Repräsentantin für die Universität."

"Die EUF ist sich ihrer Verantwortung als Universität im deutsch-dänischen Grenzland bewusst"

Auch der Präsident der EUF, Prof. Dr. Werner Reinhart, zeigte sich erfreut über die Wiederwahl: "Die EUF ist sich ihrer aus der Europäischen Charta der Regional-und Minderheitensprachen erwachsenden Verantwortung als Universität im deutsch-dänischen Grenzland bewusst. Unter anderem die Möglichkeiten zum Studium von Dänisch und zur Integration von Friesisch und Niederdeutsch in Teilstudiengänge, die zunehmende Befassung mit der Kultur der Sinti und Roma, die Professur für Nordfriesisch, Minderheitenforschung und Minderheitenpädagogik sowie die Honorarprofessur für Minderheitenforschung tragen dieser Verantwortung Rechnung."

Eine erfahrene Politikerin

Die 1945 in Flensburg geborene Gyde Köster hat viele Jahre als Schulleiterin auf Sylt gearbeitet, bis sie 1988 als Abgeordnete der SPD in den schleswig-holsteinischen Landtag einzog, dem sie bis 1995 angehörte. Von 1995 bis 1998 war sie Staatssekretärin im Bildungsministerium. Gyde Köster engagiert sich bereits seit langem für die Belange der Minderheiten, so war sie etwa von 1998 bis 2006 stellvertretende Vorsitzende im "European Center for Minority Issues" (ECMI) in Flensburg, hat von 2005 bis 2009 den Arbeitskreis "Friesisch an Hochschulen des Landes SH" initiiert und geleitet und ist seit 2010 Beisitzerin im Vorstand des Vereins Nordfriesisches Institut e.V.

Sie vertritt die Belange der Minderheiten

Die Minderheitenbeauftragte der EUF vertritt die Belange der Minderheiten innerhalb der universitären Gremien. In Absprache mit dem Präsidium der Universität repräsentiert sie die EUF in folgenden Gremien und bei folgenden Anlässen: Beim Schleswig-Holsteinischen Landtag im Gremium für Fragen der friesischen Volksgruppen, im Beirat für Niederdeutsch und im DialogForumNorden, einem Zusammenschluss aller Minderheiten des Landes. Sie nimmt am Jahresempfang des Deutschen Grenzvereins und am Deutschen Tag in Tingleff, dem Jahrestreffen der deutschen Minderheit in Nordschleswig, teil und arbeitet mit dem ADS/Grenzfriedensbund zusammen.

"Mein Ziel ist es, die Universität zu unterstützen"

Minderheitenschutz ist in Schleswig-Holstein in der Landesverfassung verankert. Schleswig-Holstein ist das einzige Land in der Bundesrepublik, in dessen Grenzen drei nationale Minderheiten leben: Die dänische Minderheit, die friesische Volksgruppe und die Sinti und Roma.

Vor diesem Hintergrund freut sich Gyde Köster, ihre Erfahrung der Europa-Universität Flensburg, mitten im deutsch-dänischen Grenzgebiet gelegen, weiterhin zu Verfügung stellen zu können: "Bereits in den zurückliegenden Jahren war es mein Ziel, die Europa-Universität bei der Aufgabe, die Anregungen der Minderheiten aufzunehmen, zu unterstützen. Daran hat sich nichts geändert."

Freuen sich auf die Fortsetzung ihrer Zusammenarbeit: Gyde Köster (links) und Uni-Präsident Prof. Dr. Werner Reinhart. (Kathrin Fischer)