Lebendiger Rückzugsort: Die Campelle

Die Kapelle auf dem Campus feiert ihr zehnjähriges Jubiläum

Mit rund 100 Gästen aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft, Studium und Kultur hat die Evangelische Studierendengemeinde (ESG) gestern (11.11.2019) das zehnjährige Jubiläum der Campelle (Kapelle auf dem Campus) gefeiert. "Die Campelle ist ein kleines Wunder und gibt Raum für freie Ideen und Begegnungen", sagte Silke Nicoline Hansen, Pastorin der ESG, in ihrem Jubiläumsgottesdienst: "Sie ist ein Ort des Stille und der Besinnung zwischen Audimax und Mensa, ein sakraler Neubau, eine architektonische Besonderheit, ein protestantisches Haus, das ökumenisch und teilweise interreligiös genutzt wird und ein Gebäude im Besitz des Landes Schleswig-Holstein, das unter anderem mit kirchlichen Mitteln errichtet wurde. Das alles zusammen gibt es nirgendwo sonst."

Idee entstand 2003

Die Idee zu einer Kapelle auf dem Campus entstand 2003, als die Evangelische Studierendengemeinde mit dem Umzug der Universität auf den Sandberg einen neuen Raum brauchte. Die Idee, einen spirituellen Ort mitten auf dem Campusgelände von Hochschule und Universität zu bauen, begann viele Menschen zu begeistern. 2005 gründete sich ein Initiativkreis und begann, zahlreiche Spenden von Privatpersonen, Firmen und Stiftungen für die Baukosten von rund 400 000 Euro zu sammeln. Im selben Jahr entschied die Nordelbische Kirche, dass sie die Trägerschaft für einen solchen Raum übernehmen würde. 2006 entstand in einem Namenswettbewerb der Name "Campelle" und das Architektenbüro Helmut Riemann gewann mit seinem umgesetzten Entwurf den Architekturwettbewerb. Am 11. November 2009wurde die Campelle eingeweiht.

Fester Bestandteil des Flensburger Campus

Schnell wurde sie ein fester Bestandteil des Flensburger Campus: Seelsorge und Beratung, internationale Abende, Ausstellungen und Lesungen, Tanzvorführungen und Konzerte, Diskussionen und Workshops, Gottesdienste und Andachten, Begegnung und Gemeinschaft finden in ihr statt.

"Zivilgesellschaftliches Engagement für die Werte der EUF"

"Mit ihrer Offenheit unterstützt die Campelle die Integration internationaler Studierender auf dem Campus und sie verkörpert ein zivilgesellschaftliches Engagement für jene Werte, die unser Leitbild hochhält: Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit, Vielfalt", würdigte der Präsident der Europa-Universität Flensburg die kleine Kapelle.

"Gegenpol zum oft hektischen Alltag"

Auch der Präsident der Hochschule Flensburg, Dr. Christoph Jansen, ist von ihrer positiven Wirkung überzeugt: "Die Campelle versteht sich über konfessionelle Zugehörigkeit hinaus als spirituelle Rückzugsmöglichkeit und ist damit ein notwendiger Gegenpol zum oft hektischen Alltag."

Feierten die Campelle: (v.l.): Simone Lange, Oberbürgermeisterin Flensburg, Florian Aydogan (Leiter der katholischen Hochschulgemeinde), Wiebke Schröder (Mitglied der evangelischen Studierendengemeinde)
Hauke Weidler (Mitglied der katholischen Hochschulgemeinde), Dr. Christoph Jansen (Präsident der Hochschule Flensburg),
Carmen Rahlf (Pröpstin Flensburg), Pastorin Silke Nicoline Hansen (Leiterin der evangelischen Studierendengemeinde), Maike Borrmann (ehemalige ESG-Pastorin)
Pastor Sebastian Borck (ehemaliger Leiter des Hauptbereiches Seelsorge und gesellschaftlicher Dialog der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche). Nicht auf dem Foto: Prof. Dr,. Monika Eigmüller, Vizepräsidentin für Europa und Internationales. (Quelle: Bärbel Ballschke)

Eine architektonische Besonderheit

Architektonisch ist der kleine Bau direkt am Kreisverkehr zu Audimax und Mensa eine Besonderheit: Kernstück ist ein hoher, neun mal neun Meter großer leerer Raum mit einer sichtbaren Holzrahmenkonstruktion und einem Lichtkranz aus transluzenten Kunststoff-Stegplatten. Eine umlaufende Doppelreihe aus Birken folgt der strengen Geometrie des Hauses, schafft eine Art Wandelgang und erzeugt Licht- und Schatteneffekte im Inneren. Beim Holzbaupreis Schleswig-Holstein hat der Bau 2009 eine Anerkennung erhalten.

Fakten

Architekten:    Riemann Gesellschaft von Architekten mbh; Lübeck (Hanno Nachtsheim)

Bauherrin:      Nordelbische Evangelisch-Lutherische Kirche (jetzt: Evangelisch-Lutherische Kirche in

Norddeutschland)

Größe: ca. 160 Quadramtemter (80 Quadratmerer der Andachtsraum)

Geschichte

2003               Idee zu einer Kapelle auf dem Campus entsteht

2005               Ein Initiativkreis gründet sich

                        Die Nordelbische Kirche entscheidet sich, die Trägerschaft zu übernehmen

2006            Der Name "Campelle" gewinnt den Namenswettbewerb

                     Die Riemann Gesellschaft von Architekten mbh; Lübeck gewinnt den Wettbewerb

2008            Der Bauantrag wird gestellt

2009            Mai: Erster Spatenstich, 10. Juni Grundsteinlegung, 11. November Einweihung

2011            "Fest der Bäume": Der Unternehmer Günther Fielmann stiftet 90 Birken rund um die

                     Campelle