„Komm, spiel mit mir!“

Landestheater Schleswig-Holstein und Europa-Universität Flensburg kooperieren erstmals an der Schnittstelle von Kunst und Schule.

Erstmals kooperieren das Schleswig-Holsteinische Landestheater und die Europa-Universität Flensburg (EUF) miteinander. Ihr Ziel: Angehenden Grundschullehrerinnen und -lehrern das Theaterspiel im Schulunterricht nahe zu bringen.

"Theater in der Schule kann sehr gute Effekte erzielen. Studierende lernen den Einsatz verschiedener kreativ-darstellender Elemente im Schulalltag kennen. Mit diesen können Schülerinnen und Schüler sozial, kreativ und kognitiv gefördert und somit ein ganzheitlicher, ästhetischer Bildungsprozess ermöglicht werden", sagt Miriam Baghai-Thordsen, Wissenschaftliche Mitarbeiterin des Lernbereichs "Darstellendes Spiel" an der Europa-Universität Flensburg.

Sie leitet das Projekt gemeinsam mit der Theaterpädagogin am Schleswig-Holsteinischen Landestheater, Janina Wolf. "Uns geht es darum, angehende Lehrerinnen und Lehrer für das Theater zu interessieren und ihnen zu vermitteln, wie lohnend sowohl Theaterbesuch als auch Theaterspiel sein können", begründet sie das Engagement des Landestheaters. Dessen Generalintendant Peter Grisebach freut sich über die neue Zusammenarbeit: "Kreativität erwächst aus dem Zusammenspiel von Neugier, Lust am spielerischen Ausdruck und handwerklichem Know-how. Somit profitieren beide Partner von der Kooperation".

In ihrem ersten gemeinsamen Projekt widmen sich die theaterpädagogische Abteilung des Landestheaters und Studierende aus dem Lernbereich "Darstellendes Spiel" dem biographischen Theater. Gemeinsam mit Interessierten aller Altersklassen wollen sie autobiographische Texte aus der jüngeren deutsch-deutschen Geschichte auf die Bühne des Campus-Theaters bzw. der Kleinen Bühne des Landestheaters bringen. Anlass ist der 25. Jahrestag des Mauerfalls. Für die Produktion werden noch Mitspielerinnen und Mitspieler aller Altersstufen gesucht. Geprobt wird ab dem 17.1.2015 jeden zweiten Samstag im Monat. Interessenten melden sich bitte unter: janina.wolf-TextEinschliesslichBindestricheBitteEntfernen-@sh-landestheater.de.

Werner Reinhart, Präsident der Europa-Universität Flensburg, begrüßt die neue Kooperation, die die Stärken des ‚Flensburger Modells‘ der Lehrerinnen- und Lehrerbildung spiegele: "Die Besonderheit des ‚Flensburger Modells‘ besteht darin, dass es die Vermittlung didaktischer und pädagogischer Fähigkeiten ebenso ernst nimmt wie das Studium fachwissenschaftlicher Inhalte. Wer bei uns studiert, soll nicht nur Schule kennen, wie sie ist, sondern auch Ideen entwickeln, wie sie sein könnte. Das "Darstellende Spiel" als Schnittstelle zwischen Kunst und Schule kann sicherlich dazu beitragen, Veränderungen in Gang zu setzen."

Foto: v.l.n.r.: (vordere Reihe) Nina Kathrin Bruch, Studierende, Janina Wolf, Theaterpädago-gin des Landestheaters Schleswig-Holstein, Andreas Strähnz, Chefdisponent und Leiter der Öffentlichkeitsarbeit des Landestheaters Schleswig-Holstein. (Hintere Reihe): Harald Haaker, Projekteilnehmer, Miriam Baghai-Thordsen, Dozentin für Darstellendes Spiel im Seminar für Sprache, Literatur und Medien, Prof. Dr. Matthias Bauer, Seminar für Sprache, Literatur und Medien. (Quelle: Kathrin Fischer)