Jenseits der Krisen? Europa im Wandel

Eine internationale Konferenz an der Europa-Universität Flensburg beschäftigt sich mit Europas Krisen

Europa wird von Krisen geschüttelt: Nach der Finanzkrise von 2008 kam die Eurokrise von 2010, die gefolgt wurde von der Griechenlandkrise 2015. Diese Krisen haben für die Europäische Union längst existenzielle Dimensionen erreicht. Denn sie haben deutlich gemacht, dass die gegenwärtigen Institutionen der EU an ihre Grenzen stoßen.

An der Europa-Universität Flensburg (EUF) fragt eine internationale Tagung nach den Bedingungen, die zu den verschiedenen Krisen geführt haben ebenso wie nach den Effekten, die diese Krisen auf die EU-Institutionen haben werden. Welche Folgen haben sie für die gesetzliche und wirtschaftliche Gemeinschaft Europas? Wie wird die Zukunft der Demokratie Europas aussehen? Auch die Frage danach, wie die politischen Verhältnisse, das soziale Miteinander und die Kulturen der Mitgliedstaaten durch die Krisen beeinflusst wurden, ist Gegenstand der Debatte. "Die zentrale Frage lautet", sagt Prof. Dr. Monika Eigmüller, Europasoziologin und Vizepräsidentin für Europa und Internationales an der EUF: "Wird es künftig weniger oder mehr Europa geben?"

In der Vergangenheit haben Krisen und Blockaden immer wieder zu stärkerer europäischer Integration geführt. "So wird etwa eine Vergemeinschaftung der Asyl- und Migrationsgesetzgebung angesichts der Flüchtlingskrise und der Konflikte um das Verhalten der Nationalstaaten in dieser Krise diskutiert", sagt Eigmüller, "das ist ein Beispiel dafür, wie Krisen Europa stäken können".

Die von der DFG geförderte, englischsprachige Tagung ist international und interdisziplinär besetzt. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Soziologie, Politikwissenschaft, Jura, Ökonomie und Philosophie diskutieren von Donnerstag, den 19. Mai, bis Samstag, den 21. Mai, miteinander.

Link zum Programm: http://www.uni-flensburg.de/soziologie/dfg-euroconference-2016/program