„Globalität muss man tun und mitgestalten“: Ausstellung über Bildungsprojekte in Westafrika eröffnet

Die Ausstellung "Bildungsprojekte in Westafrika – Ghana" ist im Rahmen der diesjährigen Zukunftswoche der Europa-Universität Flensburg (EUF) eröffnet worden. In Anwesenheit von afrikanischen und deutschen Gästen stellten Studierende und Lehrende ihre Exponate vor, die auf unterschiedliche Weise thematisieren, wie Fremderfahrung und Diversitätserleben das eigene Leben bereichern.

"Die Ausstellung dokumentiert unserer bisherigen Aktivitäten in Westafrika, mit einem Schwerpunkt auf Ghana", sagte Mitorganisatorin Alice Petersen-Herrmann vom Institut für Sprache Literatur und Medien. Gemeinsam mit Ilona Westphal vom Institut für Sonderpädagogik und fünf Studierenden, die alle persönlich ein Schulpraktikum in Westafrika absolviert haben, hat sie seit Jahresbeginn an den Exponaten gearbeitet. Diese zeigen auf eindrucksvolle Weise die Schul- und Lernsituation vor Ort. Die Werke setzen sich zusammen aus Bildern, Geschichten, Hörspielen und Filmen sowie afrikanischen Lehrmaterialien. Den Mittelpunkt der Ausstellung bildet ein farbenfroher Baum, auf dessen Blättern Studierende persönliche Eindrücke und Erfahrungen aus ihrer Zeit in Westafrika hinterlassen haben. "Ich habe viel mehr gelernt als ich in dieser Zeit den Kindern hätte beibringen können", war eine typische Botschaft. Die meisten Studierenden betonten, wie sehr sie persönlich von dem Aufenthalt auf dem fremden Kontinent profitiert hätten. "Dieses Praktikum stellt für viele Studierende den erste Schritt dar, in die Welt zu gehen und sich zu engagieren", erklärte Ilona Westphal dessen Bedeutung. Und Prof. Dr. Bea Lundt, Initiatorin der Aktivitäten in Westafrika, machte deutlich, dass es auch darum gehe "Werte von Afrikanern in Europa zu verbreiten und zu leben", denn "Globalität muss man tun und mitgestalten".

Anlass der Ausstellung ist das fünfjährige Jubiläum der Zusammenarbeit zwischen der EUF und der University of Education in Winneba, Ghana (UEW). Die mit dem sechswöchigen Schulpraktikum in Ghana begonnene Zusammenarbeit konnte sich über die Jahre weiterentwickeln und vertiefen. Inzwischen wurde die Kooperation auf weitere Länder in Westafrika ausgeweitet. Insgesamt sind bereits knapp 80 Lehramtsstudierende für ein Praktikum nach Ghana gegangen. Ulrike Bischoff-Parker vom International Office der EUF sprach deshalb auch von einer "phänomenalen Entwicklung". Bezogen auf die studentische Mobilität sei das Projekt das erfolgreichste der EUF und habe dazu geführt, dass die Hochschule international gewachsen sei.  

An der Vernissage nahmen außerdem vier Lehrende von westafrikanischen Partnerhochschulen teil: Dr. Elias Asiame (Ghana), Prof. Mensah Wekenon Tokponto und Dr. Sinseingnon Germain Sagbo (beide aus Benin) sowie Akoété Agossou Agboyibe (Togo). Die vier sind Märchenspezialisten und werden auf der ebenfalls an der EUF stattfindenden Tagung "Märchen und andere Narrationen in und über Westafrika" referieren.  

Interessierte sind noch bis zum 16. Juli herzlich willkommen. Jeweils montags bis freitags von 8 bis 22 Uhr ist die Ausstellung im Foyer des Erweiterungsbaus der EUF, Auf dem Campus 1a, zu sehen.  

 Kontakt: 

Alice Petersen-Herrmann: alice.petersen-herrmann-TextEinschliesslichBindestricheBitteEntfernen-@uni-flensburg.de 

Ilona Westphal: ilona.westphal-TextEinschliesslichBindestricheBitteEntfernen-@uni-flensburg.de

v.l.n.r: Alice Petersen-Herrmann, Simone Liesegang, Ilona Westphal, Merle Huß, Lisa Kroll, Nina Paarmann, Nils Richter, Foto: Franziska Palkowski