Ein Konzept – unendliche Variationen

Neues Handbuch für Dänisch-Unterricht vorgestellt

Zehn Regeln, acht Module, 66 Seiten – "Praktisk Dansk Dogme-Didaktik", das neue Lehr-Konzept für den schulischen Dänisch-Unterricht, kommt schlank daher. Verfasst hat es Ivy York Möller-Christensen, Professorin für dänische Literatur an der Europa-Universität Flensburg (EUF). Sie hat das neue Konzept gestern (28.2.) in der dänischen Zentralbibliothek vor Lehrerinnen und Lehrern diesseits und jenseits der Grenze vorgestellt. "Dänisch-Lehrerinnen und –Lehrer haben schon lange darüber geklagt, dass es zu wenig Lehrmaterialien für einen modernen Dänisch-Unterricht gibt", sagt Möller-Christensen. "Diese Lücke schließt neue Lehrkonzept ‚Praktisk Dansk Dogme-Didaktik‘. Auf Grundlage aktueller didaktischer Forschung schließt es darauf ab, Lehrerinnen und Lehrer dazu zu befähigen, eigene Unterrichtsverläufe zu gestalten. Es ist ein ganz neues Lehrkonzept."

Zehn "Dogme"

Anhand von acht Modulen lassen sich auf Basis der Bloomschen Taxonomie von Lernzielen praxisnah und konkret Unterrichtsthemen für verschiedene Klassenstufen gestalten. Dazu kommen zehn Grundsätze (Dänisch: Dogme). "Der Unterricht soll abwechslungsreich, jedoch mit einem klaren roten Faden gestaltet, eine Form von Bewegung soll integriert werden, sprachliche Lernziele sollen nie losgelöst vom Inhalt stehen, usw.", erläutert Ivy York Möller-Christensen einige ihrer zehn "Dogme".

Positive Erfahrungen

Die bisherige Erfahrung mit dem neuen Unterrichts-Leitfaden ist positiv. Jessica Lang studiert an der EUF Englisch und Dänisch, Anna Wehner Dänisch und Religion. Die beiden Studentinnen haben in ihrem Praxis-Semester mit dem neuen Lehrbuch bereits Unterrichtsverläufe für das Fach Dänisch in der Sekundarstufe II (Oberstufe) gestaltet. "Die Schülerinnen und Schüler sind sehr motiviert, wenn sie mit verschiedenen Medien interaktiv arbeiten können, vor allem auch mit digitalen Plattformen wie ‚Kahoo‘ oder ‚mentimeter‘. Das interessiert die Schülerinnen und Schüler sehr", betonen die angehenden Dänisch-Lehrerinnen. "Das Lehrkonzept ‚Praktisk Dansk Dogme-Didaktik‘ ist hilfreich, weil es Lehrerinnen und Lehrern einen Leitfaden für einen guten Unterrichtsverlauf an die Hand gibt, aber auch viele Ideen und Anregungen für Variationen."

Gefördert vom Regionskontor mit Interreg-Mitteln

In Schleswig-Holstein erhalten rund 10.400 Schülerinnen und Schüler Dänisch-Unterricht, von der Grundschule bis zur Oberstufe, an deutschen und auch an Minderheitenschulen. Besonders häufig lernen Schülerinnen und Schüler im deutsch-dänischen Grenzgebiet Dänisch. "Vielen Dänisch-Lehrerinnen und –Lehrern fehlte spezielles Unterrichtsmaterial, in dem es auch ums Grenzland geht", sagt Anne-Mette Olsen, Kulturkoordinatorin des Regionskontors Sønderjylland-Schleswig. Über das Projekt "KursKultur", das mit Mitteln des Interreg-Programms "Deutschland-Danmark" gefördert wird, hat das Regionskontor das neue Lehr-Konzept mit gut 20 000 Euro unterstützt. "Mit dem Ergebnis sind wir sehr zufrieden, denn Ivy York Möller-Christensen hat ein Handbuch verfasst, das über den Dänisch-Unterricht hinaus für alle Sprachlehrerinnen und –Lehrer geeignet ist, die selbstständig Unterrichtsverläufe gestalten wollen", freut sich Anne-Mette Olsen.

Auch als Download

Etwa 1000 Exemplare des neuen Lehrkonzepts werden an Schulen verteilt. Das Handbuch steht (wie auch die exemplarischen Unterrichtsverläufe) als Download bereit: www.kulturakademi.de/sprache/detail/23/500/

Anne-Mette Olsen, Kulturkoordinatorin Regionskontor, Ivy York Möller-Christensen, Professorin für dänische Literatur, Anna Wehner und Jessica Lang, Lehramtsstudentinnen Dänisch. (Kathrin Fischer)