Auf gutem Weg zur Geschlechterparität:

Europa-Universität Flensburg beim Professorinnenprogramm III erfolgreich

Mit ihrem Gleichstellungszukunftskonzept 2019-2025 hat die Europa-Universität Flensburg (EUF) zum dritten Mal in Folge erfolgreich im Professorinnenprogramm des Bundes und der Länder teilgenommen. Auf der Grundlage ihres positiv begutachteten Konzepts kann die EUF in der voraussichtlich letzten Programmphase Anschubfinanzierungen für die Erstberufung von Frauen auf unbefristete W2- oder W3-Professuren beantragen. Damit hat sie sehr gute Aussichten auf bis zu 2,25 Mio. € Fördermittel von Bund und Land. Wie bereits in den vergangenen Jahren verpflichtet sich die EUF mit der Teilnahme, die durch die Förderung im Haushalt freiwerdenden sowie weitere Mittel für Maßnahmen zu verwenden, die der Gleichstellung und der Förderung der Familienfreundlichkeit dienen.

Ziel: Organisationaler Wandel

 "Spätestens mit dem Gleichstellungszukunftskonzept 2019-2025 wendet sich die EUF von individueller Frauenförderung ab und setzt konsequent auf organisationalen Wandel", sagt Prof. Dr. Werner Reinhart, Präsident der EUF. "Diesen Wandel wollen wir durch die Umsetzung von Maßnahmen erreichen, die vorrangig auf die Verbesserung der Situation von Frauen abzielen, letztlich jedoch allen Hochschulangehörigen zugutekommen. Dazu zählen etwa der Ausbau einer gendersensiblen und familienfreundlichen Führungskultur und die Verbesserung der Arbeitszufriedenheit, die Entwicklung eines Dual-Career-Angebots, passgenaue Inhouse-Schulungen für Menschen mit Leitungsaufgaben und die Sicherung des Familienservice."

Ziel: Mehr Zeitsouveränität

Gleichstellungsbeauftragte, Martina Spirgatis, ergänzt: "Eine Besonderheit unseres Konzepts ist das Ziel, durch eine Veränderung der Zeitpolitik mehr Zeitsouveränität zu gewinnen. Mit dem ‚Kodex für gute Zeitpolitik‘ möchten wir eine EUF-weit geltende Vereinbarung erarbeiten, die allen Hochschulangehörigen mehr zeitliche Flexibilität eröffnet. Dazu gehören die Flexibilisierung von Lehrangeboten, die Erprobung von Leitungstandems und befristeten Teilzeit-Professuren in Familienphasen, familienfreundliche Gremienzeiten und nicht zuletzt die sachgerechte Verlagerung administrativer Aufgaben."

Überdurchschnittlich: 39% Frauenanteil bei den Prrofessuren

Deutschlandweit liegt der Frauenanteil an Professuren aktuell bei ca. 24 Prozent; an der EUF forschen und lehren zum gegenwärtigen Zeitpunkt 32 Professorinnen, der Frauenanteil an Lebenszeitprofessuren liegt damit bei 39 Prozent.

Hintergrund: Das Professorinnenprogramm

Das Professorinnenprogramm wurde 2008 von Bund und Ländern initiiert. Ziel ist, die Gleichstellung von Frauen und Männern in Hochschulen zu fördern, die Anzahl von Frauen in Spitzenfunktionen im Wissenschaftsbereich zu steigern und die Repräsentanz von Frauen auf allen Qualifikationsstufen im Wissenschaftssystem nachhaltig zu verbessern.

An der dritten Auswahlrunde des Professorinnenprogramms beteiligten sich deutschlandweit 111 Hochschulen. 86 Hochschulen davon konnten mit ihren gleichstellungspolitischen Strukturen und Maßnahmen überzeugt. An alle positiv evaluierten Hochschulen können nun insgesamt 200 Millionen Euro Fördermittel als Anschubfinanzierung für die Besetzung von Lebenszeit-Professuren durch Frauen ausgereicht werden. Damit erhöhen Bund und Länder die Fördersumme deutlich; in der letzten Programmphase waren es 150 Millionen Euro.