„1. Flensburger Workshop zur Unterrichtsforschung im Fach Englisch“

Erfolgreiche Tagung an der Europa-Universität Flensburg

Wie geht guter Englischunterricht? Wie sollten zukünftige Englischlehrkräfte sowohl theoretisch fundiert als auch praxisorientiert ausgebildet werden? Wie lässt sich Englischunterricht am besten erforschen? Wie können die Ergebnisse solcher Forschung zielführend in das Englischstudium eingespeist werden?

Das Seminar für Anglistik und Amerikanistik der Europa-Universität Flensburg veranstaltete vom 27. bis 28. März 2015 den 1. Flensburger Workshop zur Unterrichtsforschung im Fach Englisch. Professor Dr. Olaf Jäkel und Juniorprofessor Dr. Holger Limberg bilden mit weiteren Mitarbeiter*innen des Seminars die Forschungsgruppe Englischunterricht (F-EU) und waren die lokalen Veranstalter der Tagung.

Etwa dreißig Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der ganzen Bundesrepublik Deutschland informierten sich zu aktuellsten Forschungsergebnissen und insbesondere zu forschungsmethodischen Fragen aus Englischdidaktik und Angewandter Sprachwissenschaft. Dabei gab es Vorträge von renommierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern wie Professorin Dr. Friederike Klippel (München), Professor Dr. Jürgen Kurtz (Gießen) oder Professor Dr. Götz Schwab (Karlsruhe). Der untersuchte Englischunterricht umspannte die gesamte Bandbreite von der Grundschule bis zum universitären Fremdsprachenkurs, zwei Pole, die auch durch die vorgestellten Forschungsprojekte der Flensburger Doktorandinnen Jo Blane und Christie Heike repräsentiert wurden. Seminarleiter Professor Jäkel, der selbst bereits vor vier Jahren das einschlägige Flensburg English Classroom Corpus (FLECC) publiziert hatte, betont: "Die verlässliche Dokumentation von schulischem Englischunterricht stellt ein noch recht junges Unternehmen dar, das als Basis qualitativ-empirischer Forschung in der Englischdidaktik dient. Der Nutzen verschiedener Dokumentations- und Analysemethoden für den Englischunterricht muss erprobt werden, Nachteile und Probleme sind zu erkennen und nach Möglichkeit auszuräumen." Gastgeber Professor Limberg, der gerade ein Videokorpus von Grundschulenglischunterricht erstellt, ergänzt: "Durch den Einsatz von videografierten Unterrichtssequenzen und dazugehörigen Transkripten in der Hochschullehre können Wahrnehmungs- und Analysekompetenzen von unterrichtlichen Lehr-Lern-Prozessen bei angehenden Englischlehrkräften nachhaltig gefördert werden."

Die Ergebnisse der Tagung, zu der sich auch etliche Englischstudierende sowie FachleiterInnen des IQSH (Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein) angemeldet hatten, sollen in Buchform veröffentlicht werden. Angesichts der intensiven Diskussionen und positiver Rückmeldungen aller Beteiligten sind sich Olaf Jäkel und Holger Limberg sicher: "Dieser erste Workshop wird nicht der letzte bleiben, sondern der Start einer Reihe – entweder in Flensburg oder in Rotation zwischen den beteiligten Universitäten. Letztlich geht es um die Qualitätssicherung des Englischunterrichts."