Statement des Präsidenten zu abgesagter Podiumsdiskussion „Zwischen Radikalität und Aushandlung“


Die im Rahmen der heute beginnenden Studierenden-Konferenz "Zukunftsgestalten" geplante öffentliche Podiumsdiskussion "Zwischen Radikalität und Aushandlung" im Masterstudiengang "Transformationsstudien" wurde kurzfristig abgesagt. Im Vorfeld war die Besetzung des Podiums mit einer für ihre umstrittenen Positionen bekannten Klimaaktivistin in die Kritik geraten.

Format der Diskussion geändert

Der Präsident der EUF, Prof. Dr. Werner Reinhart, hatte am gestrigen Montag das Format der Diskussion in ein hochschulinternes Forschungskolloquium geändert. Zur Begründung sagte er: "In einem Studiengang wie "Transformationsstudien" muss man sich mit allen relevanten gesellschaftlichen Positionen auseinandersetzen, dazu zählen auch Fragen des zivilen Ungehorsams. Gleichwohl will die Universität es nicht riskieren, auf einem öffentlichen Podium Positionen Gehör zu verschaffen, die sich jenseits der allseits anerkannten Prinzipien der Rechtsstaatlichkeit und des staatlichen Gewaltmonopols befinden." Wissenschaft, so der Präsident weiter, habe die Freiheit, wenn nicht gar die Pflicht, alle artikulierten Positionen zur ökologischen Umgestaltung zur Kenntnis zu nehmen und sich mit ihnen auseinanderzusetzen. Zugleich gelte es aber für die Universität sicherzustellen, dass jegliche Verwechslung von den Positionen einzelner Teilnehmer*innen mit der Bandbreite des inner-universitäten Meinungsspektrums prinzipiell ausgeschlossen sei.

Komplexität und Vielschichtigkeit statt Eindimensionalität

Die heutige Entscheidung der Studierenden, die Podiumsdiskussion ganz abzusagen bzw. auf einen anderen Zeitpunkt zu vertagen, sei bedauerlich, so Prof. Reinhart: "Ich bedaure, dass ein primär wissenschaftlicher Diskurs von verschiedenen Seiten aus meiner Sicht unangemessen rhetorisch hochgerüstet wurde. Ich bedaure auch, dass die Komplexität und Vielschichtigkeit des Gegenstandes von vielen auf eine Eindimensionalität in Intention und Wirkung reduziert wird", sagte er. Mit den Studierenden möchte der EUF-Präsident nach der Konferenz darüber erneut ins Gespräch kommen: "Ich würde mich freuen, wenn die Studierenden meine Einladung annehmen und mit der Hochschulleitung in einen Austausch zu treten. Wir müssen unsere jeweiligen Standpunkte nicht teilen, aber wir sollten einander zuhören."