„Relevant für die Forschung zu gesellschaftlicher Transformation“

EUF-Absolventin Rebekka Diestelkamp erhält den GAIA Masters Student Paper Award 202

Rebekka Diestelkamp, Absolventin des Masterstudiengangs "Transformationsstudien" an der EUF, wird für ihr Paper "Of Other Places: Place-Making Between Contradiction and Conformity" mit dem GAIA Masters Student Paper Award 2021 ausgezeichnet. Der Preis ist mit insgesamt 1.500,- Euro dotiert und wird durch eine international besetzte Jury vergeben. Rebekka Diestelkamp teilt sich die Auszeichnung mit Christian Schnurr von der Ludwig-Maximilians-Universität München. Die GAIA ist ein renommiertes Journal im Bereich der sozial-ökologischen Forschung. Der ausgezeichnete Artikel basiert auf Diestelkamps Masterarbeit. Für die Abschlussarbeit verbrachte sie einen Monat in dem Projekt Hitzacker/Dorf im Wendland.

Interesse an Orten, die anders funktionieren als die Mainstream-Gesellschaft

Im Zentrum der Forschung von Rebekka Diestelkamp steht ein Interesse an Orten, die anders funktionieren als die Mainstream-Gesellschaft: Orte, die Alternativen zu den gegenwärtig vorherrschenden gesellschaftlichen Strukturen, Institutionen und Normen aufzeigen. Dieses Thema hat zunehmend akademische Aufmerksamkeit gefunden, insbesondere in der transdisziplinären Transformationsforschung durch die Idee der Reallabore. Rebekka Diestelkamp folgt einem phänomenologischen Ansatz der humanistic geography, indem sie die Konzepte place und place-making als zentral für die Entwicklung eines Verständnisses von anderen Orten betrachtet.

Besetzung einer transformatorischen "Nischen"-Praxis

Die fünfköpfige Jury schätzte an diese Arbeit vor allem die Tatsache, dass Rebekka Diestelkamp eine transformatorische "Nischen"-Praxis "besetzt und sich kritisch mit diesem Projekt des gesellschaftlichen Experiments auseinandergesetzt hat. "Sie sind in diesen Kontext eingetaucht, haben Feldforschung betrieben und einen theoretischen Rahmen geschaffen, der mehrere unterschiedliche disziplinäre und theoretische Perspektiven miteinander verbindet", heißt es zur Begründung. Der Jury gefiel die Auswahl der verwendeten Literatur, positiv hervorgehoben wurde die gewichtete und reflektierte Auswertung Ihrer Ergebnisse sowie die sehr gute Lesbarkeit des Textes. "Ihre Arbeit ist relevant für die transdisziplinäre Community und die Forschung zu gesellschaftlicher Transformation."

Besonderer Dank an die Menschen in Hitzacker/Dorf

Rebekka Diestelkamp freut sich über die Auszeichnung: "Mein besonderer Dank geht dabei gleichzeitig auch an die Menschen in Hitzacker/Dorf, die mir nicht nur ihre Türen und Herzen geöffnet, sondern auch maßgeblich zur Forschung selbst beigetragen haben. Viele interessante Gespräche, ständige Reflexion und Auseinandersetzungen mit den eigenen Dynamiken haben die Zeit und die Verbindungen dort besonders gemacht und die Arbeit geprägt. Ich selbst habe in dem Prozess des Forschens und des Schreibens viel gelernt und bin froh, dass dieser Ort und das Interesse an den lokalen Transformationsdynamiken durch den Preis nochmal anders Wertschätzung erhält", sagt die 28-Jährige.

ZUr Person

Rebekka Diestelkamp wurde 1992 in Uelzen geboren. Sie studierte Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaften, Englisch und Religionswissenschaften an der Freien Universität Berlin und Transformationsstudien an der Europa-Universität Flensburg.

Foto: Rebekka Diestelkamp (Marie Sprute)