Leckeres aus der Kreislaufwirtschaft

Flensburger Studierende werden für Pilzprojekt im Hochschulwettbewerb im Wissenschaftsjahr 2020|21 – Bioökonomie mit 10 000 Euro ausgezeichnet.

Sie züchten Austernpilze auf Kaffeesatz für lokale Cafés, Marktstände, Unverpackt- und Bioläden – mit dem Projekt "Waldquallen" haben Studierende der Europa-Universität Flensburg (EUF) im Hochschulwettbewerb "Zeigt eure Forschung!" im Wissenschaftsjahr 2020|21 – Bioökonomie 10 000 Euro gewonnen. Der Wettbewerb wird jährlich von der Organisation "Wissenschaft im Dialog (WiD)" ausgerufen und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Das Preisgeld soll dazu verwendet werden, mit der Öffentlichkeit über die Themen des Projekts in Kontakt zu treten.

Eine urban-lokale, ressourcenschonende und wertschätzende Produktions- und Vertriebsstruktur

"Zentral für das Projekt ist das Thema Kreislaufwirtschaft oder Circular Economy", erklärt Björn Barutzki, einer der drei Gründer von "Waldquallen". Er studiert wie alle anderen Projektmitglieder an der EUF den Masterstudiengang "Transformationsstudien", der sich mit den sozial-ökologischen Krisen der Gegenwart beschäftigt. Das Projekt ist im Herbstsemester 2019/2020 aus dem Seminar "Transformationsdesign" heraus entstanden. Von zunächst drei Mitgliedern ist das Team nun auf acht angewachsen. "Durch die Verwendung von Kaffeesatz als Anbausubstrat werden Nährstoffe im Kreislauf gehalten, die sonst in den Abfall gelangt wären. Auch beim Verpackungsdesign wollen wir uns an Circular Economy orientieren. Unsere Pilzprodukte verbinden somit die Wiederverwertung der Nährstoffe mit einer innerstädtischen Anbaumethode, die Transportwege kürzt, Ressourcen schont und zusätzlich durch Kooperationsnetzwerke solidarische Ernährungsweisen unterstützt. Wir möchten so eine urban-lokale, ressourcenschonende und wertschätzende Produktions- und Vertriebsstruktur aufbauen."

Produktion im Flensburger Technologiezentrum

Die Pilze, gewachsen in ausrangierten Eimern auf altem Kaffeesatz. (Foto Inke Kühl)

Begonnen haben die Studierenden mit Kaffeesatz aus der eigenen WG-Küche. Im Sommer haben sie den Anbau ins Technologiezentrum am Flensburger Stadtrand verlagert. Den Kaffeesatz für ihre Pilze beziehen sie von verschiedenen Cafés, denen sie etwa ab Mai 2021 die auf diesem Kaffeesatz gewachsenen Austernpilze anbieten werden. Gegenwärtig experimentiert das Team noch mit verlässlicher Pilzproduktion, baut eine Kooperations- und Vertriebsstruktur auf und erarbeitet in Zusammenarbeit mit der Hochschule Flensburg ein Brand Design.

Inhalte der Transformationswissenschaften in die Öffentlichkeit

Das Preisgeld von 10 000 Euro werden die "Waldquallen" für Kommunikation verwenden. Dabei geht es nicht um Marketing, sondern um Wissenschaftskommunikation. "Wir werden online und offline Informationskanäle und Diskussionsplattformen schaffen, in denen Themen rund um Bioökonomie Platz finden. So wollen wir Inhalte der Transformationswissenschaften in die Öffentlichkeit bringen", erklärt Björn Barutzi und fügt hinzu: "Die Waldquallen bedanken sich bei der Initiative ‚Wissenschaft im Dialog‘ für die Möglichkeit, weiterhin an der Projektidee lokaler, zirkulärer und wertschätzender Lebensmittelproduktion in und für Flensburg arbeiten zu können. Auch bei der Europa-Universität und dem Flensburger Technologiezentrum möchten wir uns für die bisherige Unterstützung herzlich bedanken."

das Team der "Waldquallen"

Alle Projektmitglieder studieren den Masterstudiengang "Transformationsstudien": Björn Barutzki, Paula Berendt, Marius Krämer, Inke Kühl, Lisa Maria Lützen, Lisa Nerb, Lena Stolle, Lennart Wenning.

Ansprechpartner*innen:

Lisa Maria Lützen: lisa.luetzen-TextEinschliesslichBindestricheBitteEntfernen-@web.de

Björn Barutzki: bbarutzki-TextEinschliesslichBindestricheBitteEntfernen-@posteo.de

Die drei Gründerinnen und Gründer des Projekts „Waldquallen“: Björn Barutzki, Lisa Nerb und Lisa Lützen (v.l.). Foto: Marten Oldsen