„Im Gegensatz zu dem Fach ‚Deutsch‘ ist Mathe logisch und somit verständlich“

Erster Online-Kurs des landesweiten Projekts MatheS H startet diese Woche

"Mathe macht mir Spaß, ich löse gerne knifflige Matheaufgaben. Im Gegensatz zu dem Fach ‚Deutsch‘ ist Mathe logisch und somit verständlich". Mit dieser Einschätzung begründet ein Schüler der achten Klasse, warum er gerne bei dem landesweiten Projekt MatheS H mitmachen möchte. Eine andere beschreibt ihre Motivation so: "An Matheprojekten außerhalb der Schule habe ich sehr viel Spaß."

Mathematische Breitenförderung in zweierlei Hinsicht

Prof. Dr. Hinrich Lorenzen will Schülerinnen und Schüler in ganz Schleswig-Holstein für Mathematik interessieren. (Privat)

Aktuell haben sich 75 Schülerinnen und Schüler der 7. und 8. Jahrgangsstufen zum digitalen Online-Unterricht des Projekts MatheSH angemeldet. Er startet an diesem Donnerstag. "Das ist eine beachtliche Zahl", freut sich Hinrich Lorenzen, Professor für Mathematik und ihre Didaktik an der Europa-Universität Flensburg. Einmal wöchentlich beschäftigen sich die Jugendlichen aus ganz Schleswig-Holstein eine Stunde mit interessanten Themen auf dem Gebiet der Mathematik. Der Unterricht wird von Lehrenden und Studierenden der beteiligten Universitäten in Kiel, Lübeck und Flensburg konzipiert und digital umgesetzt. Für Hinrich Lorenzen besitzt das Projekt MatheS H daher gleich mehrere Besonderheiten: "Da ist zum einen die enge Zusammenarbeit der drei schleswig-holsteinischen Universitäten Lübeck, Kiel und Flensburg", erklärt der Mathe-Professor, der sich seit über zwanzig Jahren intensiv als Landesbeauftragter für die Mathematik-Olympiade in Schleswig-Holstein in der Begabtenförderung engagiert. "Zum anderen gehen wir zweifach in die Breite: Mit Gemeinschaftsschulen und Gymnasien zielen wir auf die Breite des Schulsystems und mit dem digitalen Unterricht auf die Breite des Landes – wir erreichen Schülerinnen und Schüler aus ganz Schleswig-Holstein und nicht nur aus den Zentren."

Mehr Zeit für das mathematische Argumentieren

Für die beiden Universitäten Flensburg und Kiel, die Lehramtsstudiengänge anbieten, besitzt das Projekt noch einen weiteren Vorteil, findet Hinrich Lorenzen: "Die studentischen Hilfskräfte, die die Schülerinnen und Schüler betreuen, sind angehende Lehrkräfte für das Fach Mathematik. Sie profitieren sehr von dem engen Austausch mit Schülerinnen und Schülern im Hinblick auf die Didaktik des Faches." Die müsste sich sowieso ändern, ist der Mathe-Professor überzeugt: Weniger reines Rechnen, dafür mehr Zeit für das mathematische Argumentieren im Unterricht.

Drei Bausteine

Das Projekt MatheS H wird vom Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes für zunächst zwei Jahre unterstützt und an der Europa-Universität Flensburg koordiniert. Es richtet sich zunächst an Schülerinnen und Schüler der 7. und 8. Jahrgangsstufen, soll jedoch laut Lorenzen mit den Schülerinnen und Schülern "mitwachsen". Das Projekt zielt auf eine nachhaltige und kontinuierliche Begleitung und ist in drei Bausteinen organisiert:

 Online-Kurse:
Einmal wöchentlich findet ein digitaler Online-Unterricht mit allen Schülerinnen und Schülern mithilfe einer Video-Plattform statt.

Digitale-Korrespondenzzirkel:
Alle drei Wochen wird den Schülerinnen und Schülern in einem neuen digitalen Korrespondenz-Briefsystem ein interessantes Aufgabenblatt bereitgestellt.

Mathe-Camps:
An jedem der drei Standorte soll mindestens einmal im Jahr ein Mathe-Camp in Präsenz stattfinden. 

Kontakt

Mitmachen können zunächst Schülerinnen und Schüler der 7. und 8. Jahrgangsstufen an Gemeinschaftsschulen und Gymnasien. Bei Interesse bitte melden bei: Tobias.sohr-TextEinschliesslichBindestricheBitteEntfernen-@uni-flensburg.de. Weitere Informationen hier.