Öffentlicher Kalender der Europa-Universität Flensburg


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"Gewalt relational denken"

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  • Ringvorlesungen und Kolloquien

Details

Thema des heutigen Vortrags von Michael Staudigl (Wien): "Gewalt relational denken".

Die human-, sozial-, kultur- und geisteswissenschaftlichen Diskussionen im Rahmen neuerer Gewaltforschung haben viel dazu beigetragen, die Gewaltproblematik in umfassender Weise zu konturieren. Die Unterscheidung verschiedenster Formen der Gewalt, ihre ambivalente Beziehung zu normativen Rechtfertigungsdiskursen, (zusehends globalen) Topologien der Verletzlichkeit, kulturellen Semantiken, epistemischen Ordnungen oder auch die gesteigerte Sensibilität für die Notwendigkeit historisierender Perspektivierungen sind sicherlich zu den zentralen Errungenschaften dieses noch jungen Diskurses zu zählen. Gleichwohl zeugt der Gewalt-Diskurs weiterhin allzu oft von einer Reihe unaufgearbeiteter Dichotomien — oder genauer: von einer ungenügenden Auseinandersetzung mit der relationalen Produktivität solcher Dichotomien (wie insbesondere Natur/Kultur, Logos/Leben, Ordnung/Chaos, oder ganz allgemein Vernunft/Gewalt). Der Vortrag setzt es sich vor diesem Hintergrund zur Aufgabe, ausgehend vom Begriff menschlicher "Verletzungsoffenheit" (H. Popitz) diese Relationalität genauer ins Auge zu fassen. Im Zentrum steht die Reflexion von Gewalt als eine spezifische Form des Umgangs mit eigener und korrelativ fremder Verletzlichkeit. Mit Bezug auf die Figuren des "Barbaren", des "Kannibalen" und des "Terroristen" und deren t(r)opologische Genese wird gezeigt, wie der Diskurs über "die Gewalt" an seinem relevanten Anderen parasitiert.

Zielgruppe: alle Interessierten

Das Interdisziplinäre Kolloquium ist seit vielen Jahren ein Ort des interdisziplinären Austauschs an der EUF, der von vielen verschiedenen Abteilungen und Seminaren gemeinsam getragen wird. Im Herbstsemester 2018/2019 geht es um das Thema "Umkämpfte Räume":

Wie verschieben sich Diskursräume im Zuge eines zunehmenden Rechtspopulismus und eines Europas in der Krise? Welche Rolle spielen soziale Bewegungen, Proteste und Revolutionen in der Eroberung oder Verteidigung politischer Räume? Welcher Gestaltwandel ist mit neuen Kriegen und Formen der Gewalt verbunden? Wie werden soziale Räume in der Stadt angeeignet? Welche sozialräumlichen Dimensionen lokaler und globaler Umweltgerechtigkeit ergeben sich aus Konflikten um Dekarbonisierung und grüne Ökonomie? Welche Konflikte treten im Umgang mit Hochwassern in einem "umkämpften Raum" wie der Oderregion zu Tage? Diese und weitere Themen werden zur Sprache kommen.

Organisation der Interdisziplinären Kolloquiums: Pascal Delhom, Anne Reichold, Klara Stumpf

Dateien

Gesamtprogramm

Datum:
20.09.2018
Datei:
40 KB (PDF)
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Veranstaltungsort

Name
Europa-Universität Flensburg - HEL 164
Adresse
Gebäude Helsinki
Auf dem Campus 1a
PLZ / Stadt
24943 Flensburg
Homepage
https://www.uni-flensburg.de/portal-die-universitaet/kontakt/anfahrt/anfahrtswege/?sword_list[]=Geb%C3%A4ude&sword_list[]=Helsinki&no_cache=1
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