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Bilderschriften – Schriftenbilder: Vom Piktogramm zum Hypertext

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  • Ringvorlesungen und Kolloquien

Details

Bilderschriften – Schriftenbilder: Vom Piktogramm zum Hypertext

Gegenstand dieses Vortrages sind Konzeptionen und Diskussionen von Schriftgeschichte und Schriftsystemen, angefangen von frühesten Vorformen wie z.B. Tattoos oder Knotensystemen der Peruaner über mexikanische Piktogramme und ägyptische Hieroglyphen bis hin zum Hypertext moderner Internetkommunikation. Die Schriftentwicklung wurde oftmals (etwa von Philosophen wie Jean-Jacques Rousseau) aus einer eurozentrischen Perspektive als ein Prozess der Perfektionierung von "primitiven" Vorformen über vorgebliche Bilderschriften wie die ägyptischen Hieroglyphen bis hin zum lateinischen Alphabet charakterisiert, welches als Inbegriff der Zivilisation und als Medium des Fortschrittes schlechthin angesehen wurde. Bei der Beschreibung und dem Vergleich verschiedener Schriftsysteme wird das komplexe Verhältnis zwischen Bild und Schrift, zwischen Möglichkeiten der graphischen Repräsentation von Begriffen und Lauten von den Gelehrten immer wieder zur Diskussion gestellt.

Im Zuge der Diskussion um unterschiedliche Schriftsysteme geraten insbesondere die ägyptischen Schriftzeichen aufgrund ihrer Exotik, ihrer Rätselhaftigkeit und ihrer ästhetischen Anziehungskraft immer wieder in den Fokus. Aber auch Modelle von Universalschriften, wie sie etwa im England des 17. Jahrhunderts florierten oder Geheimschriften mit ihren kryptischen Symbolen werden diskutiert.

Mit der Entstehung des Buchdrucks in der Renaissance bildete sich eine Vielzahl typographischer Darstellungsmöglichkeiten alphabetischer Systeme heraus, wobei einerseits ästhetische, kalligraphische Aspekte in den Vordergrund traten, andererseits aber auch Probleme der Notation von Alphabetschriften verstärkt wurden. So wurde das lateinische Alphabet zur Notation unterschiedlichster Sprachen verwendet, für die es nicht immer hundertprozentig geeignet erschien, wie zahlreiche Rechtschreibreformen im Laufe der Jahrhunderte – etwa in Frankreich oder Deutschland – eindrucksvoll belegen.

In unserer heutigen Zeit erscheint das komplexe Verhältnis von Schrift und Bild im Kontext der Entstehung der multimodalen Internet-Kommunikation, die als ebenso große mediale Revolution wie einst der Buchdruck angesehen werden kann,  etwa in Form von Hypertexten wieder in einem neuen Licht.

Ringvorlesung "Wissensbilder"

Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte. Bilder lügen nicht. Tatsachen passen ins Bild, oder auch nicht.

Bilder spielen in der Wissenschaft seit langem eine zentrale Rolle, sowohl in der Kommunikation als auch in der Strukturierung von Wissen. Forschende machen sich ein Bild von ihrem Forschungsgegenstand, sie konstruieren, konturieren und differenzieren diesen in Prozessen, die Wissensbilder schaffen. Solche Wissensbilder begrenzen und ermöglichen: sie ermöglichen Erkenntnis und Theoriebildung, begrenzen diese aber zugleich.

Wissensbilder spielen nicht nur in der Erkenntnisproduktion eine wesentliche Rolle, sondern auch in der Kommunikation von erlangtem Wissen – sie strukturieren unser Verständnis der Welt und wie dieses mit anderen geteilt wird.

Derartige Prozesse und deren Verständnis spielen eine zentrale Rolle in der fachlichen Sozialisation: erst wenn aus Wissensbildern Bilderwissen wird, wird aus Schauen Sehen, werden aus Laien Wissende.

In der 5. Reihe der Flensburger Ringvorlesung werden sich Forschende der Europa-Universität Flensburg mit Wissensbildern und Bilderwissen ihrer jeweiligen Fachdisziplinen beschäftigen und deren Einfluss, Bedeutung und Veränderung darstellen, demonstrieren und dekonstruieren.

Bilderschriften – Schriftenbilder: Vom Piktogramm zum Hypertext

Gegenstand dieses Vortrages sind Konzeptionen und Diskussionen von Schriftgeschichte und Schriftsystemen, angefangen von frühesten Vorformen wie z.B. Tattoos oder Knotensystemen der Peruaner über mexikanische Piktogramme und ägyptische Hieroglyphen bis hin zum Hypertext moderner Internetkommunikation. Die Schriftentwicklung wurde oftmals (etwa von Philosophen wie Jean-Jacques Rousseau) aus einer eurozentrischen Perspektive als ein Prozess der Perfektionierung von "primitiven" Vorformen über vorgebliche Bilderschriften wie die ägyptischen Hieroglyphen bis hin zum lateinischen Alphabet charakterisiert, welches als Inbegriff der Zivilisation und als Medium des Fortschrittes schlechthin angesehen wurde. Bei der Beschreibung und dem Vergleich verschiedener Schriftsysteme wird das komplexe Verhältnis zwischen Bild und Schrift, zwischen Möglichkeiten der graphischen Repräsentation von Begriffen und Lauten von den Gelehrten immer wieder zur Diskussion gestellt.

Im Zuge der Diskussion um unterschiedliche Schriftsysteme geraten insbesondere die ägyptischen Schriftzeichen aufgrund ihrer Exotik, ihrer Rätselhaftigkeit und ihrer ästhetischen Anziehungskraft immer wieder in den Fokus. Aber auch Modelle von Universalschriften, wie sie etwa im England des 17. Jahrhunderts florierten oder Geheimschriften mit ihren kryptischen Symbolen werden diskutiert.

Mit der Entstehung des Buchdrucks in der Renaissance bildete sich eine Vielzahl typographischer Darstellungsmöglichkeiten alphabetischer Systeme heraus, wobei einerseits ästhetische, kalligraphische Aspekte in den Vordergrund traten, andererseits aber auch Probleme der Notation von Alphabetschriften verstärkt wurden. So wurde das lateinische Alphabet zur Notation unterschiedlichster Sprachen verwendet, für die es nicht immer hundertprozentig geeignet erschien, wie zahlreiche Rechtschreibreformen im Laufe der Jahrhunderte – etwa in Frankreich oder Deutschland – eindrucksvoll belegen.

In unserer heutigen Zeit erscheint das komplexe Verhältnis von Schrift und Bild im Kontext der Entstehung der multimodalen Internet-Kommunikation, die als ebenso große mediale Revolution wie einst der Buchdruck angesehen werden kann,  etwa in Form von Hypertexten wieder in einem neuen Licht.

Organisiert von EUF, VHS Flensburg und Phänomenta. Weitere Infos hier.

Veranstaltungsort

Name
Phänomenta Flensburg
Adresse
Norderstraße 157 -159
PLZ / Stadt
24939 Flensburg
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