Öffentlicher Kalender der Europa-Universität Flensburg


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Tradierung einer Transformation von Männlichkeit? Pädagogische Anschlüsse

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  • Ringvorlesungen und Kolloquien

Details

Den abschließenden Vortrag bei den Flensburger Campusgesprächen hält Thomas Viola Rieske zum Thema "Tradierung oder Transformation von Männlichkeit(stheorie)? Pädagogische Anschlüsse".

In der Vortragsreihe wurde das Konzept "Männlichkeit" aus verschiedenen Perspektiven diskutiert. Dabei wurden neue inklusive Praktiken unter Jungen, Intersektionalität in der Männlichkeitsforschung sowie Praktiken von Männern vorgestellt, die mit "Männlichkeit" nur schwer gefasst werden können. Was heißt dies für erziehungswissenschaftliche Forschung und pädagogische Praxis? Wie kann Männlichkeitstheorie weiterentwickelt werden, um neue Phänomene und anhaltende Ungleichheiten angemessen zu berücksichtigen? Ist "Männlichkeit" überhaupt noch ein angemessener Begriff, um sich der komplexen und fluiden sozialen Praxis widmen zu können? Was folgt daraus für eine pädagogische Praxis? Der Vortrag wird diese Fragen bearbeiten und lädt zur abschließenden Diskussion der Campusgespräche ein.

Seit fast 40 Jahren gibt es ein kultur- und sozialwissenschaftliches Forschungsfeld, das sich mit Jungen, Männern und Männlichkeiten beschäftigt. Die hier verhandelten Themen sind vielfältig und differenziert – es geht um Gewaltausübung und Gewaltbetroffenheit, Vaterschaft und Berufstätigkeit, männliche Identität und Inszenierung, sexuelle und geschlechtliche Vielfalt, hierarchische und egalitäre Beziehungen, geschlechtertheoretische
Fundierungen und vieles mehr. Die theoretischen Bezüge der Männlichkeitsforschung umfassen
das ganze sozial- und kulturwissenschaftliche Feld, so etwa die Hegemonietheorie Gramcsis, die Habitustheorie Bourdieus, Butlers Theorien zu Subjektivation und Performativität oder psychoanalytische Entwicklungstheorie.
Doch während es inzwischen eine gesellschaftliche Aufmerksamkeit
für Männlichkeit gibt, sind die Diskussionen und Erkenntnisse der Männlichkeitsforschung nur teilweise bekannt. Zusätzlich ist die theoretische Substanz ausbaufähig. Besonders in populärwissenschaftlichen
Diskursen dominiert eine verkürzte Perspektive auf Jungen als Bildungsverlierer, Ausdifferenzierungen
werden kaum zur Kenntnis genommen. Die Campusgespräche im Herbst 2018 widmen sich daher den Erträgen der Männlichkeitsforschung und lädt zur Diskussion aktueller theoretischer und empirischer Beiträge ein. Jeder Vortrag
widmet sich dabei einem spezifischen Phänomen und geht der Frage
nach, in welcher Weise dieses männlichkeitstheoretisch erhellt werden kann. Die Reihe schließt mit einem Resümee aus erziehungswissenschaftlicher Perspektive.

Veranstaltungsort

Name
Europa-Universität Flensburg, Gebäude Helsinki, Raum 064
Adresse
Auf dem Campus 1a
PLZ / Stadt
24943 Flensburg
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