Öffentlicher Kalender der Europa-Universität Flensburg


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Der Beitrag von Männlichkeitstheorie in intersektionaler Forschung

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  • Ringvorlesungen und Kolloquien

Details

Mart Busche von der Alice-Solomon-Hochschule Berlin spricht bei den Flensburger Campusgesprächen zu "Zwischen Marginalisierung und Privileg: Der Beitrag von Männlichkeitstheorie in intersektionaler Forschung".

Intersektionale Analysen beschäftigen sich mit Ungleichheitsdimensionen, ihren Kreuzungen und Überlappungen. Es geht um die Verschränkungen sozialer Kategorien, zugleich wird der Anpruch erhoben, kategoriales Denken, ohne welches Analysen nur schwer möglich sind, infrage zu stellen. Können Theorien, die sich mit Männlichkeiten beschäftigten, zu diesem explizit feministischen und herrschaftskritischen Ansatz etwas beitragen? Welche Männlichkeiten sind überhaupt von Marginalisierung betroffen und welche Praktiken der Herstellung von Männlichkeit sind wie mit Dynamiken von Dominanz und Unterordnung verschränkt? Der Vortrag beleuchtet anhand verschiedener Beispiele aus der Männlichkeitenforschung, wo Ansatzpunkte für intersektionale Analysen zu finden sind.

Seit fast 40 Jahren gibt es ein kultur- und sozialwissenschaftliches Forschungsfeld, das sich mit Jungen, Männern und Männlichkeiten beschäftigt. Die hier verhandelten Themen sind vielfältig und differenziert – es geht um Gewaltausübung und Gewaltbetroffenheit, Vaterschaft und Berufstätigkeit, männliche Identität und Inszenierung, sexuelle und geschlechtliche Vielfalt, hierarchische und egalitäre Beziehungen, geschlechtertheoretische
Fundierungen und vieles mehr. Die theoretischen Bezüge der Männlichkeitsforschung umfassen das ganze sozial- und kulturwissenschaftliche Feld, so etwa die Hegemonietheorie Gramcsis, die Habitustheorie Bourdieus, Butlers Theorien zu Subjektivation und Performativität oder psychoanalytische Entwicklungstheorie.
Doch während es inzwischen eine gesellschaftliche Aufmerksamkeit für Männlichkeit gibt, sind die Diskussionen und Erkenntnisse der Männlichkeitsforschung nur teilweise bekannt. Zusätzlich ist die theoretische Substanz ausbaufähig. Besonders in populärwissenschaftlichen Diskursen dominiert eine verkürzte Perspektive auf Jungen als Bildungsverlierer, Ausdifferenzierungen werden kaum zur Kenntnis genommen. Die Campusgespräche im Herbst 2018 widmen sich daher den Erträgen der Männlichkeitsforschung und lädt zur Diskussion aktueller theoretischer und empirischer Beiträge ein. Jeder Vortrag widmet sich dabei einem spezifischen Phänomen und geht der Frage nach, in welcher Weise dieses männlichkeitstheoretisch erhellt werden kann. Die Reihe schließt mit einem Resümee aus erziehungswissenschaftlicher Perspektive.

Veranstaltungsort

Name
Europa-Universität Flensburg, Gebäude Helsiniki, Raum 064
Adresse
Auf dem Campus 1a
PLZ / Stadt
24943 Flensburg
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