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Regenschirme für Europa

Studierende der EUF präsentieren eine Ausstellung im Brüsseler Europa-Parlament

Mit einem "Regenschirm-Park" präsentieren Studierende der Europa-Universität Flensburg (EUF) ihre Interpretation europäischer Werte diese Woche im Europa-Parlament in Brüssel. Eingeladen wurden sie von der schleswig-holsteinischen Europa-Abgeordneten Ulrike Rodust. Sie hatte die EUF im Dezember 2017 besucht und war begeistert: "Begeistert von Ihrem Ziel, dafür Sorge zu tragen, dass Ihre Studierenden Europa verstehen, dass sie Europa leben, fortentwickeln und als Multiplikatoren die europäischen Werte weitertragen. Und – und das ist in diesen Zeiten leider sehr wichtig – dass diese Generation auch bereit ist, Europa zu verteidigen."

Populisten und Nationalisten stellten die Europäische Union immer öfter und vehementer in Frage, so Rodust, und bedrohten die gemeinsamen Werte. Deshalb sei europäisches Engagement wie das der EUF wichtig und vorbildlich.

Eine Uni in Europa für Europa

Monika Eigmüller, Professorin für Allgemeine Soziologie mit Schwerpunkt Europaforschung und Vizepräsidentin für Europa und Internationales, skizzierte die EUF als eine Uni, die sich in Europa für Europa engagiere. "Gemäß einer wissenschaftlichen Einrichtung tun wir das, indem wir Europa in Forschung und Lehre kritisch reflektieren."

Regenschirme als emblematische Darstellungsform

Für die Ausstellung haben sich etwa 15 Studierende des englischsprachigen Bachelor-Studiengangs "European Cultures and Society" (EUCS) in dem Schwerpunkt "Doing Europe: Art and Scenography" unter Leitung von Matthias Bauer, Professor für neuere deutsche Literaturwissenschaften, und Werner Fütterer, Lehrkraft für besondere Aufgaben im Fach Bildende Kunst, künstlerisch mit ihren Haltungen zur gegenwärtigen Europapolitik und zu europäischen Werten auseinandergesetzt. Herausgekommen ist ein "EUF-Tor", das die EU und die EUF miteinander verbindet und durch das die Besucherinnen und Besucher in einen "Regenschirm-Park" eintreten. "Europa ist vor allem ein Oberbegriff, der viele verschiedene Länder, Kulturen und Gemeinschaften umfasst. Daher bietet sich die Schirmform als emblematische Darstellungsform an", begründen die Studierenden aus Bulgarien, Deutschland, Indien, Mexiko, Pakistan, Rumänien, Ukraine und Südafrika ihre Objektwahl in der Ausstellungs-Broschüre. Auf den umgedrehten Schirmen visualisieren sie bildnerisch ihre Reflexionen zu dem Umgang mit den sogenannten "Anderen", zur Rolle der EU als Schutzraum und Grenze für Geflüchtete, aber auch zu Themen wie "Big Data", Frauenrechten, Pressefreiheit etc.

Was haben wir uns dabei gedacht? EUCS-Student Michiel Eloff aus Südafrika erläutert die Herangehensweise der Studierenden (Kathrin FIscher)
Das EUF-Tor, durch das man die Ausstellung betritt. (Anne Reichold)
Ulrike Rodust, MdEP, und Prof. Dr. Monika Eigmüller, Vizepräsidentin für Europa und Internationales, eröffnen die Ausstellung "European Values - a student's project". (Kathrin Fischer)

"Ich freue mich sehr über diesen Erfolg"

"Die Studierenden haben wissenschaftliche Reflexionen zu Europa visuell und materiell eindrucksvoll und mit persönlichen Bezügen inszeniert", sagte Studiengangsleiterin Anne Reichold, Professorin für Philosophie an der EUF. "Ich freue mich sehr über diesen Erfolg."

Doing Europe: Art & Scenography

In vier sogenannten "Doing Europe" Feldern entwickeln Studierende im Bachelor-Studiengang "European Cultures and Society" praktische Fähigkeiten in den Bereichen Forschung, Journalismus, Entrepreneurship und Art & Scenography. "In unserem Studium liegt der Schwerpunkt auf der Theorie, aber von Zeit zu Zeit haben wir die Möglichkeit, Projektarbeiten wie diese in die Hände zu bekommen", sagte EUCS-Studentin Clara Seeber. "Es war eine bereichernde Erfahrung für mich, erlernte Fähigkeiten, eigene Interessen und neue Materialien zu verbinden, um die Perspektive unserer Generation auf Europa vor einem großen Publikum darstellen zu können."

Gruppenbild im EU-Parlament:
Von links vorne:
Prof. Dr. Anne Reichold, Ulrike Rodust, Prof. Dr. Iulia Patrut, Prof. Dr. Monika Eigmüller, Dr. Kerstin Neubarth, Werner Fütterer.
Von links hinten:
Prof. Dr. Matthias Bauer, Michiel Eloff, Clara Seeber, Lucia Michel. (Kathrin Fischer)