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„Periode ist an unserer Uni kein Tabuthema“

Europa-Universität Flensburg stellt als erste Hochschule in Schleswig-Holstein kostenfreie Periodenprodukte zu Verfügung

Als erste Hochschule in Schleswig-Holstein stellt die Europa-Universität Flensburg (EUF) kostenlose Periodenprodukte zu Verfügung. Das Studierendenparlament (StuPa) hatte einen entsprechenden Antrag des AStA auf seiner Juni-Sitzung bewilligt. AStA-Vorsitzende Mira Osthorst, AStA-Finanzvorstand Florian Kischel und die Gleichstellungsbeauftragte der EUF, Martina Spirgatis, haben heute (1.7.) die Erstausstattung von Binden und Tampons in verschiedenen Größen in den WC-Räumen des Gebäudes HELSINKI verteilt. Nach der Erstausstattung durch den AStA werden die Behältnisse künftig durch die Reinigungskräfte der Universität befüllt. Die Beschaffung der nachhaltig produzierten Produkte erfolgt durch den AStA.

Etwa 4500 Studierende werden von dem Angebot profitieren

"Von den rund 6300 Studierenden an der EUF sind etwa 71 Prozent weiblich. Das bedeutet, dass etwa 4500 Studierende von dem Angebot profitieren", erklärt AStA-Vorsitzende Mira Osthorst und begründet die Initiative für den AStA-Vorstand so: "Wir möchten sicherstellen, dass das Fehlen von Periodenprodukten kein Hinderungsgrund für die Teilnahme an Lehrveranstaltungen ist. Periode ist an unserer Universität kein Tabuthema. Daher hoffen wir, dass wir mit diesem Angebot anderen Universitäten einen Anstoß geben können."

Beteiligung des Gleichstellungsbüros mit 25%

Die gut 800 Euro teure Erstausstattung wird von AStA und StuPA finanziert. Auch die Universität wird sich an den jährlichen Gesamtkosten von voraussichtlich 5000 Euro beteiligen. Die Gleichstellungsbeauftragte Martina Spirgatis begründet dieses Engagement so: "Diese wichtige Initiative des AStA begrüße ich unbedingt. Damit das Angebot auch den Beschäftigten, die davon Gebrauch machen möchten, zur Verfügung gestellt werden kann, wird das Gleichstellungsbüro 25% der jährlich anfallenden Kosten übernehmen."

Debatte in Deutschland angekkommen

Im November 2020 hatte Schottland als erstes Land der Welt ein Gesetz erlassen, dass Tampons und Binden "allen, die sie brauchen", kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Seitdem ist die Debatte in Deutschland und auch an deutschen Hochschulen angekommen. Noch gibt es erst an wenigen deutschen Hochschulen entsprechende Angebote, für Schleswig-Holstein ist die EUF Vorreiterin.

Diese Initiative vereint die Werte der EUF in vorbildicher Weise

Uni-Präsident Prof. Dr. Werner Reinhart dankte vor diesem Hintergrund dem AStA: "Mein herzlicher Dank geht an den AStA, der in dieser Initiative die Werte der EUF vorbildlich vereint: mehr Gerechtigkeit durch Abbau sozialer Ungleichheit, mehr Nachhaltigkeit durch vorbildhaftes Handeln, Anerkennung von Vielfalt durch respektvolles Miteinander."

Haben das Thema an der Uni realisiert (v.l.n.r.): Mira Osthorst, 1. AStA-Vorsitzende, Florian Kischel, AStA-Finanzvorstand, Martina Spirgatis, Gleichstellungsbeauftragte, Tim Janßen, 2. AStA-Vorsitzender. (Kathrin Fischer)