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‚Nationaler Nobelpreis der Chemiedidaktik‘ geht nach Flensburg

Dr. Dominique Rosenberg von der Europa-Universität Flensburg mit dem Manfred-und-Wolfgang-Flad-Preis ausgezeichnet

Die Chemikerin Dr. Dominique Rosenberg von der Europa-Universität Flensburg wurde mit dem Manfred und Wolfgang Flad-Preis, gestiftet vom Institut Dr. Flad in Stuttgart, ausgezeichnet. Der Preis ist mit 4000 Euro dotiert und wird von der Gesellschaft deutscher Chemiker unter anderem für die experimentelle Erschließung eines fachwissenschaftlichen Gebietes im Hinblick auf Ausbildung, Unterricht und Lehre verliehen.

Preis für die Entwicklung von Schulexperimenten zum zukunftsträchtigen Thema der Energiespeicherung

Dominique Rosenberg erhält den Preis für die Entwicklung von Schulexperimenten zum zukunftsträchtigen Thema der Energiespeicherung. Die Speicherung von Energie ist im Rahmen der Energiewende durch einen stetig wachsenden Anteil an Strom aus regenerativen Energien an der gesamten Stromproduktion von besonderer Bedeutung. Strom, der mittels Windkraft oder Solaranlagen erzeugt wird, wird häufig nicht zu der Zeit produziert, zu der der Stromverbrauch am höchsten ist. Um in Zeiten einer hohen Stromerzeugung bei gleichzeitig niedrigem Stromverbrauch die überschüssige Energie speichern zu können, ist die Errichtung entsprechender Energiespeichersysteme notwendig. Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich Dominique Rosenberg mit Redox-Fluss-Batteries – auch Flüssigbatterie oder Nasszelle genannt – und deren Einführung in den Chemieunterricht. Das Prinzip von Redox-Flow-Batteries stellt Dominique Rosenberg dabei in einem einfachen Laboraufbau mit alltagsnahen Substanzen – wie etwa Haarfärbemittel und Medikamenten – in verschiedenen Modellversuchen dar. Durch diese Modellversuche werden der Aufbau und die Funktionsweise von Redox-Flow-Batteries simpel demonstriert. Damit habe sie, so die Begründung der Jury, das fachwissenschaftliche Thema der Redox-Fluss-Batteries ganz ausgezeichnet für den experimentellen Chemieunterricht zugänglich gemacht.

Ein Impuls, weitere gesellschaftsbedeutende Themen für den Chemieunterricht zu erschließen

Dominique Rosenberg hat den Preis auf der Jahrestagung der Fachgruppe Chemieunterricht der Gesellschaft deutscher Chemiker am Samstag, den 24.9.2021, entgegengenommen. Er fühle sich durchaus an wie ein "nationaler Nobelpreis der Chemiedidaktik", erklärte die 34-Jährige und fügte hinzu: "Ich bin sehr stolz, diesen Preis zu erhalten und mich somit in eine Reihe bekannter Preisträgerinnen und Preisträger einzureihen, die alle mit ihren Forschungen und Entwicklungen großartig zum experimentellen Chemieunterricht beigetragen haben. Für mich ist es nicht nur eine Ehrung für meine experimentellen Arbeiten zum fachwissenschaftlichen Thema der Redox-Flow-Batteries für den Chemieunterricht. Vielmehr ist es für mich ein Impuls, weitere aktuelle, gesellschaftsbedeutende Forschungsthemen mit Hilfe der experimentellen, fachdidaktischen Forschung für den Chemieunterricht zu erschließen."

Die Herausforderungen unserer Zukunft benötigen eben so ein Engagement!

Prof. Dr. Iulia-Karin Patrut, Vizepräsidentin für Studium, Lehre und Digitalisierung, gratulierte Dr. Rosenberg zu der Auszeichnung und betonte die Notwendigkeit forschungsbasierter, gesellschaftlich relevanter Lehre in den Fachdisziplinen. "Wir freuen uns ausdrücklich darüber, dass Dominique Rosenberg die didaktischen Konzepte Ihres Faches wissenschaftsbasiert um gesellschaftliche Relevanz erweitert. Zur Qualität der Lehre an der EUF trägt solches Vorgehen ganz unmittelbar bei. Die Herausforderungen unserer Zukunft benötigen eben so ein Engagement!"

Dr. Dominique Rosenberger mit der Urkunde des Manfred und Wolfgang Flad-Preis . (Anne Rebenstorff)