Hochschulweite News

Jüdisches Leben in Flensburg und Schleswig-Holstein

Peter Harry Carstensen plant mit Präsidium der Europa-Universität Flensburg Jubiläumsideen

Peter Harry Carstensen, Landes-Beauftragter für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus des Landes Schleswig-Holstein, hat die Europa-Universität Flensburg besucht. In Zusammenarbeit mit dem Verein "1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland" will der ehemalige Ministerpräsident des Landes im kommenden Jahr viele Veranstaltungen zum Thema jüdisches Leben auf die Beine stellen.

Eine fantastische Gemeinde in Flensburg

"Wir haben auch in Schleswig-Holstein jüdisches Leben", sagte Carstensen nach seinem Besuch. "Wir haben eine fantastische Gemeinde in Flensburg und wir haben eine Europa-Universität in Flensburg. Wir haben darüber gesprochen, ob und wie die Europa-Universität sich mit Veranstaltungen beteiligen kann."

Die Europa-Universität Flensburg kann und will sich sehr gerne an den Feierlichkeiten zu 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland beteiligen. "Gerade in Zeiten des sich immer aggressiver manifestierenden Antisemitismus muss ein Zeichen gesetzt werden für deutsch-jüdische Begegnungen, für deutsch-jüdische Projekte, für deutsch-jüdisches Zusammenleben", betonte der Präsident der Europa-Universität Flensburg, Prof. Dr. Werner Reinhart.

Eine ganze Reihe von Veranstaltungen

Prof. Dr. Iulia Patrut, Vizepräsidentin für Studium und Lehre, stellt die Veranstaltungsideen vor:" Wir planen eine Ringvorlesung zu jüdischer Literatur und Kultur, zu jüdischem Leben in europäischer Perspektive. Wir möchten insgesamt eine ganze Reihe von Veranstaltungen in die Stadt tragen, gerne auch – wenn möglich – gemeinsam mit der jüdischen Gemeinde. Wir möchten der Öffentlichkeit auch Einblicke geben, welche Forschungsprojekte es an der Europa-Universität Flensburg zu Antisemitismus, aber auch zu jüdischem Leben in Schleswig-Holstein und Europa gibt. Darüber hinaus haben wir auch die Idee zu einer Lesung aus jüdischer Literatur, die von Studierenden in der Stadt veranstaltet werden soll. Wir planen also viele kleine Formate, die die Präsenz jüdischen Lebens in Schleswig-Holstein und in Europa in den letzten 1700 Jahren deutlich machen sollen."

Ganz begeistert von der Aufgeschlossenheit

Peter Harry Carstensen zeigte sich von den Ideen und dem Engagement des Uni-Präsidiums angetan. "Ich bin ganz begeistert, mit welcher Aufgeschlossenheit und mit welchen Ideen man hier gekommen ist. Ich glaube, wir finden hier zu einem guten Weg, wie die Europa-Universität in Flensburg helfen kann, jüdisches Leben in Schleswig-Holstein selbstverständlicher zu machen."

Edikt des römischen Kaisers Konstantin

Anlass der Feierlichkeiten ist das Edikt des römischen Kaisers Konstantin der Große, der im Jahr 321 anordnete, dass Juden in Köln öffentliche Ämter in der Stadtverwaltung bekleiden dürfen – dieses Edikt gilt als Geburtsurkunde der nachweislich ältesten jüdischen Gemeinde in Europa nördlich der Alpen.

Foto: Von links nach rechts: Prof. Dr. Werner Reinhart, Präsident der EUF, Peter Harry Carstensen, Landesbeauftragter für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus, Prof. Dr. Iulia Patrut, Vizepräsidentin für Studium und Lehre der EUF, und Stefanie Brady, Kanzlerin der EUF. (Kathrin Fischer)