Hochschulweite News

„InterTeach“

An der EUF startet Programm zur Qualifizierung von ausländischen und geflüchteten Lehrerinnen und Lehrern

Bundesweit fehlen Lehrerinnen und Lehrer. Die Absolventinnen und Absolventen der Lehramts-Studiengänge reichen bei weitem nicht aus, um die freien Stellen in den Kollegien zu besetzen. Gleichzeitig sind viele qualifizierte ausländische und geflüchtete Lehrerinnen und Lehrer auf der Suche nach einer beruflichen Perspektive in Deutschland. Um dem Lehrermangel entgegenzuwirken, bietet das Land Schleswig-Holstein deshalb diesen Menschen ab Frühjahr 2020 ein Programm zur Nachqualifizierung an. Der Kurs "InterTeach" beinhaltet fachliche und fachdidaktische Vertiefungen, Deutschunterricht, Schulhospitation und eine pädagogisch-interkulturelle Qualifizierung. Der Kurs startet im Frühjahr 2020 und wird vom Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Schleswig-Holstein mit insgesamt 225 000 Euro gefördert. Das Programm wird an zwei Standorten angeboten: An der Europa-Universität Flensburg werden Lehrkräfte für Grund- und Gemeinschaftsschulen nachqualifiziert, an der Christians-Albrecht-Universität zu Kiel Lehrkräfte für das Gymnasium.

Einstieg in das deutsche Schulsystem

"In Syrien und anderen Krisenländern waren viele der Geflüchteten erfahrene Lehrerinnen und Lehrer, dann mussten sie fliehen. In Deutschland möchten sie endlich wieder unterrichten. Das ist nicht einfach", erklärt Dr. Thomas Duttle, Koordinator der Flüchtlingsprogramme an der EUF. "Denn aufgrund unterschiedlicher Ausbildungswege werden ihre Qualifikationen nicht als gleichwertig zum deutschen Lehramtsabschluss anerkannt. ‚InterTeach‘ qualifiziert internationale, auch geflüchtete, Lehrkräfte für den Beruf der Lehrerin/des Lehrers in Schleswig-Holstein nach und ermöglicht ihnen so einen Einstieg in das deutsche Schulsystem."

Vollwertige angestellte Lehrkräfte

Das Besondere an "InterTeach": Die Programmteilnehmenden, die allesamt bereits Lehramtsabschlüsse und möglicherweise Lehrerfahrungen aus ihren Heimatländern besitzen, werden später als vollwertige angestellte Lehrkräfte im Schuldienst arbeiten.

Zwei Einschränkungen: Unterricht eines Mangelfachs und Nachweis guter Deutschkenntnisse

Zwei Einschränkungen gibt es: An dem Qualifizierungsprogramm können zum einen nur Lehrkräfte teilnehmen, die in ihrem Heimatland Chemie, Englisch, Mathematik, Physik, Sport oder Technik studiert haben. "Diese Fächer sind sogenannte Mangelfächer", erläutert Dr. Jens Winkel, Geschäftsführer des Zentrums für Lehrerinnen- und Lehrerbildung (ZfL) der Europa-Universität Flensburg (EUF). "Mit dieser Fächerauswahl bieten wir daher unseren Teilnehmenden eine bessere Chance am Arbeitsmarkt und stärken zum anderen die Schulen in den Fächern, in denen die Not am größten ist." Die zweite Einschränkung besteht im Nachweis guter Deutschkenntnisse: Bewerberinnen und Bewerber müssen Deutschkenntnisse mindestens auf B2-Niveau nachweisen können.

Dringend benötigt: Die Kompetenz von Lehrkräften mit Migrationshintergrund

"Schulen in Deutschland brauchen seit langem dringend auch die Kompetenz von Lehrkräften mit Migrationshintergrund. Deswegen begrüßt die EUF ausdrücklich die Chance, qualifizierten und engagierten Lehrkräften aus dem Ausland Wege zu eröffnen, im deutschen Schulsystem arbeiten zu können.", betont Prof. Dr. Monika Eigmüller, Vizepräsidentin für Europa und Internationales.

 Das Programm startet im Frühjahr 2020 in Vollzeit, Bewerbungen sind ab sofort bis zum 31. Januar 2020 online auf www.uni-flensburg.de/interteach möglich.