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„Ich habe die deutsche Sprache hier in Flensburg an der Uni gelernt“

Das "Programm zur Studienvorbereitung und -integration von Geflüchteten" (ProRef) startet heute in seine vierte Runde

Ahmed Almahmid (Kathrin Fischer)

Ahmed Almahmid hat das "Programm zur Studienvorbereitung und –integration von Geflüchteten" (ProRef) im vergangenen Jahr an der EUF absolviert. Mittlerweile studiert der 25-jährige Syrer an der Hochschule Flensburg Energiewissenschaften. Er begleitet seine Frau in die Uni, die sich dort gemeinsam mit weiteren 40 Teilnehmenden für den ersten Teil des Programms eingeschrieben hat: Die Summer School, die heute (3.7.) startet

Dreiphasiger Aufbau des Programms

Die Summer School bildet die erste Phase des einjährigen Propädeutikums für Geflüchtete. Sie bietet den Teilnehmenden die Möglichkeit, ihre Sprachkenntnisse in Deutsch oder Englisch auf Niveau B1 aufzufrischen und die akademische Kultur in Deutschland kennenzulernen. Im September schließt die zweite Phase an: ein achtmonatiger Deutsch- oder Englisch-Intensivsprachkurs auf den Niveaus B2-C1. Mit dem erfolgreichen Abschluss dieses Kurses können sich die Geflüchteten für alle deutsch-, englisch- oder zweisprachigen Studiengänge an deutschen Hochschulen bewerben. Die dritte Phase des Programms besteht erneut aus einer Summer School. In ihr können die Teilnehmenden einen Sprachkurs in derjenigen Sprache absolvieren, die sie nicht im Rahmen der Sprachkursphase erlernt haben (d.h. Englisch für den Deutsch-Track oder Deutsch für den Englisch-Track). Die zweite Summer School beinhaltet zudem einen Einführungskurs zum akademischen Arbeiten und Schreiben.

Ich habe die deutsche Sprache hier in Flensburg an der Uni gelernt", sagt Ahmed Almahmid, der in Aleppo bereits vier Semester Maschinenbau studiert hatte. Die 34-jährige Syrerin Jevin Abdullah hatte ihr Englisch- und Literaturstudium in Syrien bereits beendet. Ihr Ziel: In Deutschland als Lehrerin zu arbeiten. Im ProRef-Kurs möchte sie ihr Deutsch auf C1-Niveau verbessern und möglicherweise im Anschluss ein Lehramtsstudium aufnehmen.

"Der Bedarf ist weiterhn sehr hoch"

70% aller Teilnehmenden des ProRef-Programms stammen aus Syrien, weitere 20% aus Afghanistan, Eritrea und dem Iran. Auch Geflüchtete aus Palästina, dem Jemen, Irak und Russland haben sich bereits für das einjährige Programm eingeschrieben, das durch das Land Schleswig-Holstein sowie durch den DAAD aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) mit insgesamt fast 1,3 Millionen Euro gefördert wird.

"Der Bedarf ist weiterhin sehr hoch", weiß Thomas Duttle, Koordinator der Flüchtlingsprogramme an der EUF. "Auch an dieser Runde nehmen wie bereits im letzten Jahr 50 studieninteressierte Geflüchtete aus ganz Schleswig-Holstein teil."

"Sie sind eine Bereicherung für die Studiengänge und die Universität"

In den letzten drei Jahren haben 111 von ihnen das Programm erfolgreich absolviert. 30 von ihnen studieren bereits an der Europa-Universität Flensburg, die Teilnehmenden des letztjährigen Programms bewerben sich gegenwärtig für ein Studium. "Sie stellen eine große Bereicherung für die Studiengänge und die Universität insgesamt dar", sagte Prof. Dr. Monika Eigmüller, Vizepräsidentin für Europa und Internationales, bei ihrer Begrüßung. "Sie kommen aus unterschiedlichen Ländern und bringen ihre Geschichten, Erfahrungen, Vorstellungen und Ideen mit, das ist eine große Bereicherung, für die wir Ihnen dankbar sind."

Jevin Abdullah (Kathrin Fischer)