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Hochschulrat der Europa-Universität Flensburg ist komplett: Christian Scherf übernimmt den Vorsitz

Christian Scherf.
Foto: Roland Magunia/BHH

Christian Scherf ist neuer Vorsitzender des Hochschulrats der Europa-Universität Flensburg (EUF). Der Hamburger Jurist und Gründungskanzler der Beruflichen Hochschule Hamburg freut sich auf seine neue ehrenamtliche Rolle in dem fünfköpfigen Gremium, das mit Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft besetzt ist. "Der Hochschulrat soll die Universität in ihrer Entwicklung als kritischer Begleiter unterstützen. Die Europa-Universität ist als grenznaher Hochschulstandort wichtiges regionales Standbein mit Strahlkraft in das europäische Umfeld. So können wichtige Akzente in einer sich formatierenden europäischen Hochschullandschaft gesetzt werden", begründet der 57-Jährige seine Motivation. "Deshalb freue ich mich sehr, die Entwicklung der Universität im Hochschulrat beratend begleiten zu dürfen und bringe gerne meine Erfahrungen ein."

Scherf folgt damit auf Prof. Dr. Eva-Maria Neher (Georg-August-Universität Göttingen), die den Vorsitz 2014-2021 innehatte. Als Gründungskanzler der Beruflichen Hochschule Hamburg (BHH) ist er derzeit für Aufbau von Lehre, Forschung und Verwaltung der 2020 neu gegründeten staatlichen Hochschule zuständig. Zuvor war er unter anderem für verschiedene Forschungszentren als administrativer Direktor tätig, darunter das Europäische Laboratorium für Molekularbiologie (EMBL) in Heidelberg und das Deutsches Elektronen-Synchrotron (DESY) in Hamburg, und arbeitete für die EU-Kommission. 

Der Hochschulrat ist ein noch junges Gremium, das 2013 per Hochschulgesetz des Landes Schleswig-Holstein landesweit etabliert wurde. Seine Mitglieder unterstützen und begleiten mit ihrer Expertise die Entwicklung der Universitäten. "Mit Christian Scherf haben wir eine vielseitige Persönlichkeit mit breiten politischen und internationalen Erfahrungen für den Vorsitz des Hochschulrates gewinnen können, die sich darüber hinaus sehr gut in der Hochschullandschaft auskennt", erklärt Andreas Dethleffsen, stellvertretender Vorsitzender des Hochschulrats, die Wahl. Die vier vom Senat gewählten Hochschulratsmitglieder entscheiden selbst über das fünfte Mitglied, das den Vorsitz übernimmt. "Gemeinsam mit ihm können wir als Hochschulrat das Spektrum unserer Beratungskompetenzen auch im Hinblick auf das Profil der EUF deutlich stärken und ausweiten." Weitere Hochschulratsmitglieder sind der Bildungs- und Wissenschaftspolitiker Dr. Ernst-Dieter Rossmann (MdB), die Professorin Christine Wiezorek von der Justus-Liebig-Universität Gießen sowie die Fernsehjournalistin Anja Reschke.

Amtsübernahme im Jubiläumsjahr der Universität

Christian Scherf übernimmt den Hochschulratsvorsitz im 75. Jahr des Bestehens der Universität, die 1946 von der damaligen britischen Militärregierung im Zuge der Demokratiebildung als Pädagogische Hochschule gegründet wurde und seit 2014 Europa-Universität ist. Den europäischen Gedanken aus der Region heraus zu stärken, sehe er als besondere Herausforderung, aber auch Chance, so Scherf.

Auf der Agenda des Hochschulrats werden noch in diesem Jahr so zentrale Themen wie der Struktur- und Entwicklungsplan der Universität stehen, aber auch die Vergabe des vom Hochschulrat gestifteten Europa-Preises. Im November wird die Ombudsfrau der Europäischen Union, Emily O’Reilly, den Preis erhalten.

Anfang August Kennenlernbesuch in Flensburg

Zu einem ersten Kennenlernen wird Christian Scherf am 5. August an die EUF kommen, den Campus samt Neubau Tallinn besichtigen und unter anderem mit dem Präsidenten Werner Reinhart und der Studierendenvertretung (Asta) ins Gespräch gehen. "Lernen und zuhören" laute dann seine Devise, so der bekennende Norddeutsche. "Ich freue mich auf das Kennenlernen und komme mit einer gehörigen Portion Neugier. Was sind die großen Herausforderungen der EUF und wie können sie bewältigt werden? Das kann für alle Beteiligten spannend werden." Auch Flensburg wird er dann von einer anderen Seite kennenlernen. Die Stadt hat der Wahl-Hamburger und gebürtige Bremer bislang einzig über den Seeweg angesteuert – als Segler.