Hochschulweite News

Corona und die Wiederkehr der Unverfügbarkeit als Monster

Flensburger Ringvorlesung startet nach fast zwei Jahren Pandemiepause am kommenden Montag

Nach fast zwei Jahren pandemischer Zwangspause geht die "Flensburger Ringvorlesung" in eine neue Runde. "Nach der erfolgreichen Vorlesung zum Thema ‚Unverfügbarkeit‘ möchten wir an das Thema anknüpfen", erklärt Dr. Sibylle Machat aus der Amerikanistik der Europa-Universität Flensburg. Seit 2013 plant sie die Flensburger Ringvorlesung gemeinsam mit dem EUF-Physikprofessor und jetzigen Vizepräsidenten für Forschung Peter Heering. "Die Pandemie", erläutert Machat "hat den Themenkomplex Verfügbarkeit-Unverfügbarkeit neu ausgeleuchtet. Verfügbarkeiten verändern sich, analog unverfügbares wird teilweise digital verfügbar gemacht: Reale Erlebnisse werden in den virtuellen Raum verschoben und so auch neue Nutzer*innengruppen zugänglich – und bringen immer irgendwie die Frage nach ihrer Identität und Abgrenzung/Entgrenzung mit sich. Deshalb haben wir diese Ringvorlesung ‚Unverfügbarkeit II – Pandemische Zeiten" genannt."

Unverfügbarkeit II

Wie gewohnt findet die Ringvorlesung immer 14-tägig Montags ab 18:00 in der Phänomenta statt. Den Auftakt macht wie vor zwei Jahren der Soziologe Bernd Sommer. Unter der Überschrift "Corona und die Wiederkehr der Unverfügbarkeit als ‚Monster‘"formuliert er am 27.9. einige Thesen zur Corona-Pandemie. Auch der Bielefelder Soziologe Prof. Dr. Wilhelm Heitmeyer wird wieder sprechen – sein Thema lautet "Rechte Bedrohungsallianzen in Zeiten der Pandemie". Das gesamte Programm ist hier zu finden.

Das Jubiläumsthema: Demokratiebildung

Den Montagstermin teilt sich die Flensburger Ringvorlesung in diesem Jahr mit der Jubiläumsvorlesung der Europa-Universität zu deren 75. Geburtstag. Die steht ganz im Zeichen der "Demokratiebildung". Die heutige Europa-Universität Flensburg wurde 1946 als Pädagogische Hochschule gegründet und sollte nach NS-Herrschaft und Zweitem Weltkrieg Menschen zu "Sittlichkeit" erziehen. 75 Jahre später ist das Thema angesichts eines erstarkenden Rechtspopulismus wieder aktuell.

Wie können bsp. Kunst, Sport Mathematik oder Französisch demokratische Kompetenzen stärken?

Zur Demokratie soll aber nicht nur das Fach Wirtschaft/Politik erziehen, sondern diesen Auftrag besitzen alle Fächer. Auch Kunst, Sport Mathematik oder Französisch sollen demokratische Kompetenzen stärken. Geht das? Und falls ja, wie? Mit diesen Fragen setzt sich die digitale Ringvorlesung "Demokratiebildung in den Fächern" jeden zweiten Montag ab 18:00 Uhr auseinander. Den Auftakt macht am 4.10. der Wirtschaftswissenschaftler Florian Frenz unter dem Titel "Politische Bildung trifft Unternehmergeist – Förderung von Demokratiekompetenz unter Zuhilfenahme von Social Entrepreneurship Education (Florian Frenz)". Alle Infos auf der Jubiläumswebseite.

Der dauerhafte Link zur Teilnahme an der Online-Vorlesung lautet: https://uni-flensburg.webex.com/uni-flensburg-de/j.php?MTID=mf878e38a240b01c0a2f4cdc983896667