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„Am richtigen Ort in Bewegung“

Auf dem 11. Bundeskongress der Zentren für Lehrerbildung und Professional  Schools of Education in Flensburg wurde über die Organisation der bestmöglichen Lehrkräftebildung diskutiert

"Bei uns sind Sie am richtigen Ort". Mit diesen Worten begrüßte der Präsident der Europa-Universität Flensburg (EUF), Werner Reinhart, die etwa 150 Vertreterinnen und Vertreter von rund 25 Zentren für Lehrerbildung und Professional Schools of Education aus ganz Deutschland. Denn die EUF bilde seit 1946 Lehrerinnen und Lehrer aus. Für die Weiterentwicklung von lehramtsbezogenen Studiengängen seien die Zentren für Lehrerbildung und Professional Schools of Education unverzichtbar. "Sie sind der Motor für Innovation und Weiterentwicklung, indem sie gesellschaftliche Entwicklungen aufgreifen und ihre Relevanz für den schulischen Alltag überprüfen", sagte Reinhart.

Die Zentren: "In Bewegung"

Auf dem diesjährigen Bundeskongress der Zentren für Lehrerbildung und Professional Schools of Education wurde unter dem Motto "In Bewegung" über Ziele, Aufgaben, Organisationsformen und Herausforderungen der Zentren und Schools diskutiert. Die Zentren bilden eine Schnittstelle zwischen Hochschullehrenden, Studierenden in den Hochschulen, Lehrkräften aus den Schulen und den an der Lehrerbildung Beteiligten aus Politik, Schulbehörden und Verbänden. Die Zentren organisieren, reflektieren, erforschen und entwickeln die Lehrerbildung an den Hochschulen.

Frage nach professioneller Organisationsentwicklung

"Wir haben uns auf der Tagung viel vorgenommen", sagte Jens Winkel, Geschäftsführer des Zentrums für Lehrerinnen- und Lehrerbildung an der EUF. "Wir wollen schauen, wie wir Lehrerbildung mit Blick auf eine professionelle Organisationsentwicklung in Universitäten besser voranbringen können und zugleich schauen, wie wir selbst für diese wichtige Aufgabe gut intern organisiert sein sollten."

"Wir wünschen uns starke Zentren für Lehrerbildung im Land"

Dorit Stenke, für Bildung zuständige Staatssekretärin im Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Schleswig-Holstein, unterstützte dieses Anliegen in ihrer Begrüßung: "Wir wünschen uns im Land starke Zentren für Lehrerbildung, die aktiv Koordination, Abstimmung und Vernetzung aller beteiligten Akteure fördern und den Wert der Lehrerbildung in den Hochschulen und das Ansehen von Lehrerinnen und Lehrern in der Gesellschaft stärken."

"Lehrerinnenreform mit struktureller Reichweite nicht unmöglich"

Der Paderborner Arbeits- und Organisationspsychologe Niclas Schaper von der Universität Paderborn fragte in seiner Keynote, wie die Zentren dem Entwicklungsbedarf in der Lehrerbildung strategischer, struktureller, kultureller und aufgabenbezogener Entwicklung wirkungsvoll begegnen können.

Nils Berkemeyer, Schulpädagoge und Schulentwickler an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, beleuchtete in seiner Keynote die besonderen Rahmenbedingungen in der Lehrerbildung. Lehrerbildung erfolgt aufgrund der unterschiedlichen Zuständigkeiten, Kompetenzen und Ausbildungsphasen oft in Netzwerken. Netzwerkarbeit erfordert stetige und konfliktreiche Aushandlungs- und Verteilungsprozesse, die – so seine These – besonderer Wertschätzung und Anerkennung bedürfen. "Lehrerinnenbildungsreform mit struktureller Reichweite bleibt riskant und unwahrscheinlich, ist aber nicht unmöglich", lautete sein Fazit.

Ein Ziel: Stärkere Vernetzung

In den folgenden Bildungskongressen in Passau und Köln werden sich die Zentren und Schools stärker vernetzen, um die universitäre Organisation der Lehrerbildung bestmöglich unterstützen und ausgestalten zu können.

Zur Eröfffnung zusammen: (V.l.n.r.): Dr. Jens Winkel, Geschäftsführer des Zentrums für Lehrerinnen – und Lehrerbildung an der EUF, Prof. Dr. Marion Pollmanns, Direktorin des Zentrums für Lehrerinnen – und Lehrerbildung an der EUF, Dr. Dorit Stenke, Bildungsstaatssekretärin im Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Schleswig-Holstein, Prof. Dr. Werner Reinhart, Präsident der EUF. (Marie Wollert)