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Interessierter Besuch aus Bangladesch am Institut für Sonderpädagogik

"Unser Ziel ist, dass sie finanziell unabhängig leben und ihren Alltag selbst gestalten können", kommentierte A.K.M. Saifuzzaman Fotos von bunt gekleideten Kindern auf einem Bauernmarkt.

A.K.M. Saifuzzaman stammt aus Bangladesch und ist in seinem Land dafür zuständig, die UN-Behindertenrechtskonvention für die Rechte behinderter Menschen umzusetzen. Vor etwa 20-Bachelorstudierenden des Faches Sonderpädagogik stellte er am Dienstag, den 23.6., eine Schule in Lalmonirhat vor, in der Kinder mit und ohne Behinderungen gemeinsam lernen. Begleitet wurde er von deren Schulleiterin Shapna Zaman. "Die Schule wird vor allem von geistig behinderten Kindern besucht", erklärte A.K.M. Saifuzzaman, "Schulträger ist die ‚Society for the Welfare of the Intellectually Disabled, Bangladesh, SWID‘".

Saifuzzaman beschrieb den Alltag an einer Schule, in der Kinder und Jugendliche mit Behinderung  mit Gleichaltrigen ohne Behinderung im Unterricht kooperieren, und berichtete darüber, wie sich die rechtliche Situation der Menschen mit Handicap in den letzten Jahren aufgrund intensiver Regierungsbemühungen in Bangladesch verbessert habe. So hätten mittlerweile etwa Menschen mit Behinderungen das Wahlrecht erhalten.

Umgekehrt schilderten die Studierenden den beiden Gästen aus Bangladesch ihre Motivationen, Sonderschulpädagogik zu studieren: "Lehrer an einer Regelschule zu werden erschien mir langweilig", befand ein Student, "das Arbeitsfeld für Sonderpädagogen ist größer und aufregender". Auch über Fortbildungsmöglichkeiten, Elternarbeit und die Frage, wie das Thema Inklusion hierzulande umgesetzt, bzw. diskutiert  wird, hatten die Studierenden Präsentationen vorbereitet. Prof. Dr. Eberhard Grüning und Ilona Westphal vom Institut für Sonderpädagogik leiteten das Seminar.

Begleitet wurden die beiden Gäste aus Bangladesch von zwei ehemaligen Lehrenden der EUF: Prof. Traute ElGebali-Ruete und Dr. Dieter Klein.

Möglich war der Austausch durch den Verein "Pro-SWID" geworden. Der "Verein zur  Unterstützung von Kindern mit Behinderungen in Lalmonirhat/Bangladesh" wurde 2005 von Barbara Klein in Glücksburg gegründet. Und auch wenn die Gründerin mittlerweile in den Süden der Republik gezogen ist: Zum zehnjährigen Jubiläum seiner Unterstützungstätigkeit lud der Verein A.K.M. Saifuzzaman und Shapna Zaman in den hohen Norden ein. An dem Austausch mit den Studierenden zeigten sich beide sehr interessiert und wünschen sich eine weitergehende Zusammenarbeit mit der Europa-Universität Flensburg.

v.l.n.r.: Ilona Westphal, Shapna Zaman, A.K.M. Saifuzzaman , Prof. Dr. Eberhard Grüning. (Quelle: Kathrin Fischer)