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Auslandsaufenthalt in Zeiten von Corona

Lina

"Ich möchte nicht unter Einschränkungen dort studieren. Wenn ich mich dort nicht frei bewegen kann, würde sich das nicht lohnen"

Annika

"Ausserdem war für mich wichtig, dass man die Möglichkeit hat durch das ERASMUS-Programm gefördert zu werden, was finanziell eine große Unterstützung ist"

Jule

"Ich hatte mich beworben und hatte eigentlich nur Vorfreude. ich hatte keine Ängste oder Sorgen, weil ich einfach nur positives gehört habe und einfach viele Freunde aus Kolumbien stammen oder dort studiert haben."

Jasmin

"Für mein Auslandssemester habe ich mir das so vorgestellt, dass ich ein gutes Gleichgewicht finde zwischen Locals und Internationals."

Lehramtsstudium in Deutschland & Schulunterricht in Paraguay - Eine Miniserie

Das bin ich:

Moin moin, ich bin Carolina und arbeite als wissenschaftliche Hilfskraft
im Projekt Partners in Mobility. Ich habe 2015/16 im Rahmen eines FSJ
für ein Jahr an einer Schule in Paraguay gearbeitet. In einer
Blogpost-Miniserie berichte ich etwas über meine Erfahrungen, die ich in
der Zeit gesammelt habe. Wenn ihr neugierig seid, schaut auf unserem
Blog vorbei und verpasst keinen Beitrag!

Teil 1 Mein Auslandsjahr, mein Paraguay

Mein Auslandsjahr, mein Paraguay

Mein Name ist Carolina und ich habe an der Europa-Universität Flensburg Lehramt an Grundschulen studiert. Als ich das Bachelorstudium im Jahr 2015 abgeschlossen hatte, konnte ich mir jedoch nicht vorstellen, direkt im Anschluss mein Masterstudium zu beginnen. Ich wollte die Zeit dazwischen nutzen, um noch einmal nach draußen zu gehen und die Welt kennenzulernen – wenigstens einen Teil davon und am liebsten eben nicht nur ein Semester lang, sondern ein gesamtes Jahr. Da mein Großvater in Argentinien geboren ist und ein großer Teil meiner Familie dort lebt, wollte ich schon immer nach Südamerika. Das Land war mir so ziemlich egal – erst einmal vor Ort könnte ich immer noch herumreisen, habe ich mir gedacht.

Durch einen Bekannten habe ich von der Möglichkeit erfahren, einen Freiwilligendienst im Ausland zu machen. Er hat an dem sogenannten Weltwärts-Programm bereits nach dem Abitur teilgenommen  – da man sich jedoch ein Jahr im Voraus bewerben muss, war ich kurz vor den Abiturprüfungen, als er mir davon berichtet hat, schon zu spät dran. Das gesamte Studium über hatte ich deshalb den Plan, eben nach dem Bachelor ein Jahr einen Weltwärts-Freiwilligendienst zu absolvieren (die Aussicht darauf, nach der Bachelorarbeit erst einmal in die Welt rauszugehen, hat mir sehr gut gefallen). Der Weltwärts-Freiwilligendienst unterscheidet sich insofern von anderen Freiwilligendiensten, wie bspw. dem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ), dass es ein entwicklungspolitischer Freiwilligendienst ist (nähere Infos dazu findet ihr hier).

Schließlich habe ich mich bei der Organisation AFS interkulturelle Begegnungen beworben und konnte nach erfolgreichem Bewerbungsverfahren Länderwünsche angeben. Argentinien stand leider nicht zur Auswahl, weshalb ich mir die Weltkarte genommen und geschaut habe, welche Länder unmittelbar an Argentinien angrenzen: Chile, Bolivien, Paraguay, Uruguay und Brasilien. Von allen Ländern hatte ich schon mehr oder weniger viel gehört – einzig von Paraguay gar nichts. Ich weiß bis heute nicht genau, weshalb ich mich dann für Paraguay entschieden habe – kann aber rückblickend sagen, dass es eine der besten Entscheidungen war (auch, wenn ich natürlich nicht weiß, wie mein Jahr in einem anderen Land gewesen wäre).

Meinen Weltwärts-Freiwilligendienst habe ich mit AFS im Jahr 2015/16 in Paraguay in der Stadt Encarnación absolviert. Mein Hinflug liegt in diesem Sommer genau 5 Jahre zurück, eigentlich hatte ich geplant, im August wieder hinzufliegen. Daraus wird durch Corona leider erst einmal nichts – aber vielleicht ist das ein guter Moment, um das Jahr noch einmal Revue passieren zu lassen und aus heutiger Perspektive, mit etwas Abstand, darauf zu blicken. Deshalb möchte ich mit euch gedanklich nach Paraguay reisen und berichten, wie ich das Jahr erlebt und welche Schlüsse ich gezogen habe. Im Fokus dessen stehen beispielsweise meine Sorgen und Erwartungen an das Jahr, mein Alltag, meine Arbeit in der Schule und das Zusammenleben in einer paraguayischen Gastfamilie, die heute meine Familie ist. In all diesen Erzählungen möchte ich vor allem ergründen, wie mich das als (zukünftige) Lehrerin beeinflusst (hat) und was ich dadurch für die Arbeit im Klassenzimmer und mich persönlich gelernt habe.

Vorschau: Im Blogpost 2/9 werde ich berichten, welche Sorgen, Erwartungen und Wünsche ich im Vorfeld des Auslandsjahres hatte und wie ich damit umgegangen bin. Außerdem erzähle ich, wie ich meinen Auslandsaufenthalt finanziert habe.

Teil 2 Meine Sorgen, Erwartungen & Wünsche

Ein Jahr im Ausland – entfernt von der Familie und Freund*innen klingt erst einmal spannend und abenteuerlich, aber kann auch Bedenken auslösen. Ich war zwar schon einmal zuvor in Südamerika, aber nur einige Woche zum Reisen und eben kein ganzes Jahr, um dort zu leben.

Das größte Hindernis hinsichtlich eines Auslandsaufenthaltes war für mich in erster Linie der finanzielle Aspekt. Allein die Flüge hin und zurück kosten schon einiges und dann muss ich mich vor Ort ja auch finanzieren. Viele junge Menschen machen deshalb, oft direkt nach dem Abi, ein Work-and-Travel-Jahr. Das ist praktisch – man verdient Geld und kann gleichzeitig neue Länder erkunden. Ich wollte aber für ein Jahr an einen Ort, zwar von dort aus herumreisen, aber eine feste Arbeitsstelle haben, sodass ich mir keine Sorgen machen müsste, wie ich in fünf oder sechs Wochen einen neuen Job finden würde.

Ein Freiwilligendienst im Ausland, bspw. im Rahmen des Weltwärts-Programms, ist da super – es ist möglich, sich bei verschiedenen Organisationen zu bewerben. Erhält man nach erfolgreichem Bewerbungsverfahren einen positiven Bescheid, muss man sich um praktisch nichts mehr kümmern. Die Organisation hat Partnerorganisationen in verschiedenen Ländern und sucht eine Einsatzstelle für die Freiwilligen. Darüber hinaus wird auch eine Bleibe vermittelt – bspw. in einer Wohngemeinschaft mit anderen Freiwilligen oder eine Gastfamilie. Nicht einmal die Flüge müssen selbst gebucht werden.

Was das Ganze kostet? Das ist von Organisation zu Organisation abhängig. In meinem Fall habe ich etwa 2000 Euro gezahlt. Das Geld habe ich teilweise im Laufe meines Studiums gespart oder durch Spenden zusammenbekommen. Hier empfiehlt es sich, Betriebe, Restaurants, Cafés vor Ort oder aber sogar größere Firmen zu kontaktieren, in einem Brief euer Vorhaben zu erklären und um eine Spende dafür zu bitten. Seid kreativ – dann springt bestimmt etwas dabei für euch heraus. Und wenn nicht, dann macht euch keine Sorgen – die meisten Organisationen funktionieren nach dem Solidarprinzip: Manche Freiwillige sammeln mehr Spenden und der Teil, der für deren Einsatzplatz nicht benötigt wird, steht dann wiederum anderen Freiwilligen zur Verfügung. Bei AFS ist das so: Die Spenden der einzelnen Freiwilligen werden in "einem Topf" gesammelt und von da aus von der Organisation verteilt. Da AFS eine gemeinnützige Organisation ist, die wiederum hauptsächlich von Ehrenamtlichen geleitet und getragen wird, müsst ihr auch keine Bedenken haben, dass die Gelder an "falscher Stelle" landen.

Neben den finanziellen Aspekten habe ich mir natürlich viele Gedanken darüber gemacht, wie ich mir das gesamte Jahr vorstelle. Besser ohne große Erwartungen ins Flugzeug steigen, habe ich mir gedacht. Aber ehrlicherweise macht man sich ja doch schon Vorstellungen im Vorfeld: Wie werde ich leben, werde ich mich in meiner Gastfamilie wohlfühlen und mit meinen Mit-Freiwilligen klarkommen, wir wird mein Arbeitsplatz aussehen, werde ich mein Zuhause in Deutschland sehr vermissen? Und wie werde ich überhaupt mit einer anderen Kultur und Sprache im Alltag zurechtkommen?

Sehr geholfen haben mir die Vorbereitungsseminare meiner Organisation. 2x 5 Tage haben wir mit anderen Freiwilligen Workshops gehabt und uns vor allem mit Interkulturalität beschäftigt. Hier war auch Raum für unsere Sorgen und wir konnten uns mit Teamer*innen austauschen, die bereits als Freiwillige im Ausland gewesen sind. Mir hat es sehr geholfen, zu erfahren, wie sie in dem Jahr mit verschiedenen Herausforderungen umgegangen sind und so habe ich auch wertvolles Handwerkszeug bekommen, dass mir bei Schwierigkeiten helfen konnte. Außerdem habe ich hier angefangen zu lernen, mich mit meiner eigenen Person, meiner Identität, meiner Kultur – kurz: Allem, das mich ausmacht, auseinanderzusetzen und dadurch auch mich selbst besser zu verstehen. Darüber möchte ich aber an späterer Stelle noch einmal genauer sprechen.

Vorschau: Eine Frage, die sich viele vor einem Auslandsaufenthalt stellen: Kann ich nur in ein Land gehen, wenn ich die Sprache spreche? Im Blogpost 3/9 (Part I) erzähle ich etwas von Vokabellisten im Papierkorb und wie Spanisch meine Herzenssprache geworden ist.

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