Verantwortlich

Prof. Dr. Uwe Danker

Laufzeit

01.01.2008 - laufend

Strukturwandel: Schleswig-Holstein als Land

Das Projekt „Strukturwandel: Schleswig-Holstein als Land“ untersucht die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wandlungsprozesse und ihre Auswirkungen in Schleswig-Holstein Nach 1945.

Stichworte

Geschichtswissenschaft, Zeitgeschichte, Regionalgeschichte, Landwirtschaft, Schwerindustrie, Tourismus, Bildung, Bundeswehr

Beschreibung

Gefragt wird nach Strukturen ebenso wie nach ‚Betroffenheit‘, es sollen Ansätze ‚moderner‘ Gesellschafts- ebenso wie ‚klassischer‘ Sozialgeschichte nutzbar gemacht werden. Im Mittelpunkt stehen Fragen nach Ursachen, Verläufen und den Folgen des Strukturwandels: Erstens sind die internen und externen Bedingungsfaktoren für sozioökonomischen Wandel, die Quellen des Modernisierungsdrucks zu benennen und einzuordnen. Zweitens gilt es, den Wandel zu beschreiben, also zu ermitteln, in welcher Form, in welchem Ausmaß,  in welchen Sektoren und in welcher Tiefe der Wandel Schleswig-Holstein betraf. Weiterhin stellt sich die Frage nach den Gestaltungsmöglichkeiten der Wandlungsprozesse: In wieweit ‚geschieht‘ Wandel, in wieweit lässt sich dieser steuern oder beeinflussend begleiten? Bedeutsam ist drittens die Analyse der Wahrnehmungs- und Reaktionsmuster sowie der Verarbeitungsstrategien des sozioökonomischen Wandels durch die Betroffenen. In welcher Form wird struktureller Wandel von welchen Gruppen erfahren, welche Folgen hat dies real und auch für die  Selbstwahrnehmung respektive Rollenidentität? Welche Strategien zur Verarbeitung der Wandlungsprozesse lassen sich erkennen, wie sind sie zu interpretieren? Wie und in welchem Ausmaß verändert der Strukturwandel ein in weiten Teilen ländlich-kleinstädtisch geprägtes Land, wie ‚verkraftet‘ dessen regionale Gesellschaft den Wandel? Zu analysieren ist die zu vermutende Diskrepanz zwischen dem, was sich in gesamtgesellschaftlicher Perspektive als "normale Beanspruchung" (Hans-Ulrich Wehler) ausnimmt, und den mitunter radikalen Folgen, welcher der Wandel für einzelne Gruppen und Milieus bringt.

Das Forschungsprogramm zielt nicht auf eine umfassende und flächendeckende Gesamtschau, sondern arbeitet jeweils auf der Basis von Makro- und Mikrostudien auf fünf exemplarischen Teilthemen, die – eng aufeinander bezogen – besondere Veränderungsrelevanz besitzen:

  • Landwirtschaft als der jenseits aller volkswirtschaftlichen Bedeutung prägende Sektor des ländlich strukturierten Bundeslandes Schleswig-Holstein.
  • Schwerindustrie, allen voran die im Küstenland Schleswig-Holstein zentrale und auch symbolisch bedeutsame Leitindustrie Schiffbau.
  • Tourismus als der für den Tertiärsektor des Landes im hohen Maße repräsentative Bereich.
  • Bildung als Handlungsfeld und Katalysator von hoher gesellschaftlicher Relevanz – gerade – im Flächenland Schleswig-Holstein
  • Bundeswehr als außerkonjunktureller Antrieb des Strukturwandels und Modernisierungsfaktor in der ländlichen Gesellschaft.

Jedes der fünf Themen besitzt für sich genommen zentrale Bedeutung für die Entwicklung des Bundeslandes Schleswig-Holstein und liefert exemplarisch Erkenntnisse für das Verständnis des Strukturwandels in der Region.