Verantwortlich

Laufzeit

15.09.2018 - laufend

Institution der EUF

Abteilung für Physik und ihre Didaktik

Das Doppelspaltexperiment von Thomas Young

Ein Doppelspaltexperiment wird in kontemporären Bildungsprozessen als eine experimentelle Evidenz für die Welleneigenschaft von Licht thematisiert und ggf. mit Thomas Young historisch kontextualisiert. Youngs Beschreibung des Experiments lässt hingegen viele Fragen über die theoretische und experimentelle Bedeutung des Experiments offen (z.B. die Apparatur betreffend) und damit auch über das Phänomen selbst. Es ist jedoch auch der experimentelle Kontext und die Rolle des Experiments für Young zur Etablierung einer Wellennatur des Lichts oder dem von ihm formulierten Interferenzprinzips aus wissenschaftshistorischer Perspektive disputabel: Young entwickelte bereits Jahre zuvor (1799-1804) eine Theorie zur Wellennatur des Lichts, postulierte ein Interferenzprinzip und beschrieb eine Reihe optischer Experimente in diesem Rahmen – darunter auch ein Spaltexperiment (1804). Das Experiment, welches heute als Youngsches Doppelspaltexperiment kanonisiert wird, wurde von Young erst 1807 und ausschließlich in einem didaktischen Kontext veröffentlicht.

Stichworte

experimentelle Wissenschaftsgeschichte, Wissenschaftsgeschichte

Beschreibung

Ausgehend von der These, dass Youngs experimentelle Praxis und die Darstellung der jeweiligen Experimente in einer engen Beziehung zueinander betrachtet werden müssen und eine Charakterisierung des Youngschen Doppelspaltexperiments daher auch im Hinblick sozialer Prozesse erfolgen muss, werde ich im Rahmen meines Dissertationsvorhabens die experimentelle und konzeptionelle Genese des Youngschen Doppelspaltexperiments mit der Replikationsmethode nachvollziehen und im Kontext von Youngs wissenschaftlichem und institutionellen Umfeld analysieren.

Im Rahmen des Projektes wurden bzw. werden diverse Abschlussarbeiten angefertigt, um Einzelaspekte zu eruieren.

experimenteller Schwerpunkt:

Phil Hanisch (B.A., 2020): Eine Analyse vom Eriometer nach Young mit der Replikationsmethode