Verantwortlich

Laufzeit

01.10.2014 - 31.08.2018

Institution der EUF

Abteilung für Physik und ihre Didaktik

Visualisierung von Schallwellen im 19. Jahrhundert

Die Rezeptionsgeschichte eines Experimentalaufbaus steht im Mittelpunkt dieser Untersuchung.
Mit der Replikationsmethode werden Experimente mit den sogenannten 'Chladnischen Klangfiguren', die von unterschiedlichen Forschern in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts aufgegriffen wurden, untersucht und verglichen.

Stichworte

Schallwellen, Akustik, Historisch, Cladnis

Beschreibung

Der Ansatz, eine Rezeptionsgeschichte anhand der Entwicklung eines Experimentes zu schreiben, prägt dabei vor allem die behandelten Fragestellungen.

Die Akustik als Lehre von Tönen steht dabei im Mittelpunkt, jedoch gibt es einige daran angliedernde Theorien, die, so es wichtig für den Gesamtzusammenhang ist, ebenfalls betrachtet werden müssen. Hierzu gehört vor allem die mechanische Wellenlehre, die sich neben Wasserwellen auch mit der Ausbreitung von mechanischen Wellen in Materie aller drei Aggregatzustände befasst.

Der erste verfolgte Strang ist die Rezeptionsgeschichte der Chladnischen Klangfiguren. Hierbei steht das Experiment im Vordergrund. Anhand der unterschiedlichen Ausführungen des Experimentes durch verschiedene Forscher soll geklärt werden, wie sich ausgehend von Chladnis eigenen theoretischen Folgerungen schließlich eine ‚Einigung‘ auf die ‚wahren‘ Aussagen der durch die Experimente gewonnenen Erkenntnisse entwickelt hat.

Im zweiten Strang soll gezeigt werden, wie sich durch die Versuche Chladnis eine Experimentalkultur rund um die Visualisierung von Schallwellen gebildet hat. Mehrere Experimente, die im Laufe des 19. Jahrhunderts gemacht wurden, beruhen auf Chladnis Ideen oder entwickeln diese weiter. Wie kam es zu diesen Experimenten, welche Umstände, haben diese Fülle an unterschiedlichen Ansätzen generiert und vor allem wie wurden sie in Hinblick auf die Rezeption der eigentlichen Chladnischen Versuche interpretiert?

Beide Stränge sollen ganz klar auf erkenntnistheoretischen Grundlagen untersucht werden. Wie sehen die Protagonisten der Zeit ihre Rolle, welche damit verbundenen Denkprozesse sind führend und wie ist das Selbstverständnis der Wissenschaftler hinsichtlich ihrer Disziplin? Gab es überhaupt schon Überlegungen bezüglich dieser Fragestellung außerhalb der Philosophie bzw. explizit in der Fachwissenschaft? 

Eine weitere Fragestellung ist, warum der optischen Wahrnehmung eine so große Bedeutung in Hinblick auf eigentlich akustische Fragestellungen zukommt.

Die Untersuchung baut auf zwei wesentliche Säulen: Dem Nachvollzug der historischen Experimente, um daraus gewonnene Erkenntnisse als weiteres Merkmal (neben der Textexegese) zum Vergleich heranzuziehen;

Und dem Einordnen der betrachteten Protagonisten in ihren jeweiligen Kontext, um vor allem herauszufinden, in wie weit der Denk- und Experimentierstil einen Einfluss auf die Durchführung und im besonderen auf die gemachten Beobachtungen hat.