Lydia Schulze Heuling

Lydia Schulze Heuling

Dr. Lydia Schulze Heuling

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Forschung

Partizipation und Inklusionsgerechtigkeit in Science Centern

informatorisch-algorithmische Bildung, Ästhetik und Kreativität


Professionelle Kompetenzen von Akteurinnen und Akteuren im Bildungssyste

Duales-Studium und berufliche Bildung

"Digital Natives und Industrie 4.0 - Digitale Kompetenzen in Berufsausbildung und Dualem Studium"
Das Vorhaben baut auf dem digitalen Kompetenzrahmen für Europa (DigComp) auf. Anhand fundierter Methoden der empirischen Bildungsforschung nimmt das Projekt zwei Forschungslinien in den Blick. Zum einen wird das Instrument des D21 Digital Indexes, einer Adaption des DigComp das in Deutschland seit über 10 Jahren eingesetzt wird, mittels zweier Modelle der Item-Response-Theory re-evaluiert. Im zweiten Schritt werden Digitale Kompetenzen von Berufsschülern, Dual Studierenden und Lehramtsanwärtern in naturwissenschaftlichen Studiengängen miteinander vergleichen und Einflussfaktoren auf die Ausbildung höherer digitaler Kompetenzen untersucht.

Lydia Schulze Heuling [Hauptansprechpartnerin], Europa-Universität Flensburg; Steffen Wild, Duale Hochschule Baden-Württemberg

Arts-based education, artistic research

Jede Forschungsmethodologie hat ihre spezifische Zugangsweise und Sicht auf die Welt. Jede Weise, die Welt zu sehen, bedeutet gleichzeitig, sie auf andere Weise nicht zu sehen. Keine Methodologie ist umfassend in dieser Hinsicht. Es liegt bei der Forscherin bzw. dem Forscher zu wissen, welche Erkenntnisse durch die jeweilige Methode gewonnen werden, und welche verloren gehen (vgl. Cahnmann-Taylor 2008, 4). Die Herausforderung besteht dann nicht mehr darin, eine Methode möglichst perfekt anzuwenden (diese Techniken können erlernt werden), sondern möglichst unvoreingenommen die Wahl der Methode zu treffen.

Vernachlässigt werden in der methodischen Ausbildung dabei häufig zwei Aspekte: Zum einen, dass in wissenschaftlichen Aufsätzen und Präsentationen ein eher statisches, kohärentes und linearisiertes Bild des wissenschaftlichen Forschungsprozesses vermittelt wird (je weiter entfernt vom Ursprung der Forschung, desto linearer, Fleck 1935/1980). Konsequenterweise sind dann jedoch Aspekte, die der Historizität und Situativität wissenschaftlicher Forschung immanent sind, und implizite Formen von Wissen (Polanyi 1966) meist  verschwunden. Und zum anderen, dass die Wörter eines Aufsatzes oder eine Präsentation mehr als bloß einen Gegenstand oder Sachverhalt beschreiben, sondern auch performativen9 Charakter haben (Austin 1962). Die Wörter, die wir verwenden, und den Ausdruck, den wir in unseren Texten kultivieren, verweisen in vielfältiger Weise auf unsere kulturellen Hintergründe und unsere soziale Eingebettetheit (Butler 1993). Diese performativen Dimensionen sind für die Lehrerinnen- und Lehrerbildung von besonderer Bedeutung, werden aber unter den  aktuell dominanten Schwerpunkten von Evaluation und Optimierung kaum berücksichtigt (Kraus 2015).

Durch die Wahl unserer Forschungsmethoden entscheiden wir uns, was wir zeigen wollen und wie wir es zeigen wollen. Ich hatte weiter oben von den zwei Forschungslogiken gesprochen, mit denen Sie im Rahmen Ihrer universitären Ausbildung vertraut gemacht werden – quantitativen und qualitativen Methodologien. Ich möchte Ihnen eine dritte Methodologie vorstellen, die des kunstbasierten Forschens.

In der Literatur wird bisweilen unterschieden zwischen kunst-informierten und kunstbasierten Ansätzen. Kunst- informierte Ansätze verwenden demnach die Produkte des künstlerischen Prozesses als Daten, die dann einer, in der Regel hermeneutischen, Analyse unterzogen werden. Im Gegensatz dazu zeichnen sich kunst-basierte Ansätze dadurch aus, dass mit der Kunst und dem künstlerischen Prozess gleichzeitig als generierendem und analysierendem Prozess gearbeitet wird. Andere Autorinnen und Autoren plädieren dafür, Unterschiede in den Ansätzen zwar festzuhalten, diese aber nicht als Abgrenzungsversuche oder statische Definition aufzufassen, weil sonst der spezifische Charakter verloren ginge: "I suggest that a bent for precision does not yield an effective characterization of a growing delta of research methodologies that are always in the process of creation and which together demand an understanding of incompleteness and uncertainty". (Haywood Rolling 2010, 103)

"Forschendes Lernen an der Europa-Universität Flensburg" (PDF)

Wissensformen, Wissenspraxen

Projekt in Vorbereitung:
"Yet Knowledge to Un-code. Embodied Cognition, Corporeal Techniques and Transcorporeality in STEM Higher Educatoin"

This theory-to-practice project emphasizes the critical importance of embodied cognition and corporeal techniques in traditional professions and emerging digital technologies.

In the focus are (trans-) corporeal techniques as a source and resource for innovation, teaching and learning, and research in the vocational education and professional practice. It aims to investigate the concept of embodied cognition in different professions and its application to a range of contemporary education contexts. Research into corporeal techniques utilizes motion capture systems and movement analysis frameworks from dance. The project fosters thinking critically about work routines, sharing incorporated knowledge and provides insights into the transformation of physical work procedures.

Wissenschaftlicher Werdegang

Vita

Auf eine Buchhandelslehre und Abitur folgten Ausbildungen in Physik (Diplom) und Performance Studies (Master of Arts).

Sie war artist in residence des idans Festivals in Istanbul und wurde 2007 für ihre Rotationsperformance mit dem Performing Science Preis der Justus Liebig Universität Gießen ausgezeichnet. Akademische Stationen u.a. am Institut für Laserphysik der Universität Hamburg und dem Max-Planck-Institut für Biochemie in München, Promotion in Freiburg in Physikdidaktik.

Dr. Schulze Heuling forscht und lehrt zu Settings in situierten, informellen Lernkontexten für eine nachhaltige, partizipative MINT-Bildung sowie in den Bereichen arts-based education und artistic research.

Ausgewählte Publikationen

Wild, S., Deuer, E., Schulze Heuling, L. (2018). Auswirkungen der Regelschuldauer bis zum Abitur auf die studentischen Vorstellungen von Arbeitgeberattraktivität. Zeitschrift für empirische Hochschulforschung 2(1).

Schulze Heuling, L. (2017). Gebärden im Darstellen Spiel. SchulTheater 4

Schulze Heuling, L.
, Wild, S. (2016): "Haben Seiteneinsteiger ein anderes Wissenschaftsverständnis als grundständig ausgebildete Lehrkräfte? Eine heuristische Typologisierung aktiver Physiklehrkräfte mittels Cluster- und Korrespondenzanalyse. Lehrerbildung auf dem Prüfstand, 9(1), 100-122

 Heering, P., Kiupel, M., Schulze Heuling, L. (2016). "Physikalische Bildung in außerschulischen Kontexten am Beispiel der Science Center." In J. Erhorn & J. Schwier (Hrsg.), Pädagogik außerschulischer Lernorte. Bielefeld: transcript.

Schulze Heuling, L. (2016): "Vom schönen Schein. Kunstbasiertes Lernen in den Naturwissenschaften am Beispiel eines Performance-Projekts über verschiedene Aspekte der Galvanisierung". Zeitschrift für Theaterpädagogik, 68, 37-39

Schulze Heuling, L. (2016):Inklusive Bildungsräume in Science Centern. Eine Bestandsaufnahme. PhyDid A, Beiträge zur DPG-Frühjahrstagung 2016

Schulze Heuling, L. (2015). "Erstarrendes Funkeln. Festschreibungen von Sternen in Physik und Tanz." In O. Neumaier (Hg.), Grenzgänge zwischen Wissenschaft und Kunst. Münster: Lit.

 Schulze Heuling, L., Mikelskis-Seifert, S. & Nückles, M. (2015): "Nature of Science aus Lehrerperspektive. Eine Studie über das Wissenschafts-verständnis von Physiklehrkräften". Zeitschrift für Didaktik der Naturwissenschaften, 21(1), 41-53

 Schulze Heuling, L., Sengebusch, A., Reinholz, H. (2014) "Mechanik lernen im Sportstudio – Schul- und hochschuldidaktische Dimensionen eines multidisziplinären Seminaransatzes". PhyDid B

 Schulze Heuling, L. (2012). "Mit Kopf und Körper. Zu einer möglichen Leiblichkeit in der klassischen Mechanik." In M. Tröndle & J. Warmers (Hrsg.), Kunstforschung als ästhetische Wissenschaft. Beiträge zur transdisziplinären Hybridisierung von Wissenschaft und Kunst. Bielefeld: transcript.

in Vorbereitung:

Lydia Schulze Heuling & Christian Filk, Informatorisch-algorithmische Bildung – Warum Ästhetik und Kreativität für zukunftsweisende Bildungs-Re-Konfigurationen in der Netzwerkgesellschaft wichtig sind, erscheint bei Barbara Budrich, Leverkusen