Flyer der Ringvorlesung

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Datum:
20.09.2017

Datei:
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Willkommen zur Flensburger Ringvorlesung

Seit dem Sommersemester 2013 findet in jedem Semester die Ringvorlesung in Kooperation mit der Phänomenta und der Flensburger Volkshochschule im Vortragssaal der Phänomenta statt. Die Vortragenden aus verschiedenen Disziplinen präsentieren hier ihre selbstgewählten Themen. Ein jährlich wechselndes Oberthema stellt einen Bezug zwischen den Vorträgen her. Auf dieser Seite ist das aktuelle Programm mit den zugehörigen Zusammenfassungen und das Archiv der Ringvorlesung zu finden.

Ort und Zeit

Die jeweiligen Einzelvorträge finden immer Montags von 18:00 Uhr bis 19:30 Uhr in der Phänomenta statt.

Ringvorlesung „Wissensbilder“

Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte. Bilder lügen nicht. Tatsachen passen ins Bild, oder auch nicht.

Bilder spielen in der Wissenschaft seit langem eine zentrale Rolle, sowohl in der Kommunikation als auch in der Strukturierung von Wissen. Forschende machen sich ein Bild von ihrem Forschungsgegenstand, sie konstruieren, konturieren und differenzieren diesen in Prozessen, die Wissensbilder schaffen. Solche Wissensbilder begrenzen und ermöglichen: sie ermöglichen Erkenntnis und Theoriebildung, begrenzen diese aber zugleich.

Wissensbilder spielen nicht nur in der Erkenntnisproduktion eine wesentliche Rolle, sondern auch in der Kommunikation von erlangtem Wissen – sie strukturieren unser Verständnis der Welt und wie dieses mit anderen geteilt wird.

Derartige Prozesse und deren Verständnis spielen eine zentrale Rolle in der fachlichen Sozialisation: erst wenn aus Wissensbildern Bilderwissen wird, wird aus Schauen Sehen, werden aus Laien Wissende.

In der 5. Reihe der Flensburger Ringvorlesung werden sich Forschende der Europa-Universität Flensburg mit Wissensbildern und Bilderwissen ihrer jeweiligen Fachdisziplinen beschäftigen und deren Einfluss, Bedeutung und Veränderung darstellen, demonstrieren und dekonstruieren.

Programm

Termin
Vortragende*r Titel
25.9.   Prof. Dr. Ulrike Johannsen, Abteilung Ernährung und Verbraucherbildung

Durch (Vor)bilder Wissen generieren

Die an der Europa-Universität Flensburg (mit)entwickelten Lehr- und Lernmaterialien im Bereich der Ernährungs- und Gesundheitsbildung sollen Sprach- und Alltagswissen kombinieren und partizipative Forschung fördern. Ergänzend zeigen neue lebensweltlich orientierte Lernarrangements auf, wie Laienkompetenz gestärkt wird, institutionelle Synergien genutzt und neue Lernorte entstehen können.

In dem Vortrag wird auf zwei Fragestellungen näher eingegangen:

(I.)            Welche praktischen Peer-to Peer Ansätze können genutzt werden, um Wissen, Motivation und Gesundheitshandeln bei jungen Menschen zu unterstützen? 

(II.)          Wie kann mit Bildern aus dem Ernährungsalltag die Deutsche Sprache innerhalb sprachsensibler und benachteiligter Lerngruppen erworben werden?

Es wird deutlich, dass die Förderung eines alltagsbezogenen Bild-Text-Verständnisses bei sprachsensiblen Lerngruppen einen stark motivierenden Charakter hat, da an der Alltagskultur des Einzelnen angeknüpft wird. Dies liefert einen Beitrag für eine gesundheitsbewusste und chancenorientierte Bildung.

9.10. Dr. Jutta Zaremba, Abteilung Kunst und visuelle Medien

(Un)wissensbilder in der Kunst

Das variantenreiche Spiel mit (Un)wissen bei künstlerischen Inszenierungen entspinnt sich im Vortrag anhand der drei unterschiedlichen Bereiche von Gegenwartsfotografie, interaktiver Installation und Daten-Visualisierungsprojekt. Die präsentierten künstlerischen (Un)wissenbilder weisen vielfältige Bezüge etwa zum kulturellen Bildgedächtnis, zum Werk/Betrachter*in/Künstler*in-Verhältnis und zu virulenten globalen Prozessen auf.

Dabei soll gerne offen und strittig bleiben, ob wir den ambitionierten Worten eines der Künstler zustimmen, dass es sich um "künstlerische Navigationshilfen beim intellektuellen und emotionalen Erfassen unserer Welt" handelt…

23.10. Prof. Dr. Holger Jahnke, Abteilung Geographie

Zwischen Gefühls- und Wissensvermittlung - Alexander von Humboldts Landschaftsbilder

Die Geographie gilt im Kanon der Wissenschaften bis heute als "visuelle Disziplin". Bereits der Erkenntnisgegenstand der frühen wissenschaftlichen Geographie - die Landschaft – wurde mit dem Blick des Betrachters konstruiert und analysiert. Die epistemologischen Schwierigkeiten, die sich mit dieser Gegenstandskonstruktion verbinden, lassen sich anhand der Schriften von Alexander von Humboldt nachzeichnen. Denn schon Humboldt wollte mit seinen Landschaftsdarstellungen – in Wort und Bild - nicht nur seine wissenschaftlichen Erkenntnisse, sondern auch seine erlebten Gefühle transportieren. Damit beginnt eine Tradition von hybriden Wissensbildern, die lange Zeit prägend für die geographische Bildung waren. Im Vortrag wird am Beispiel von Alexander von Humboldts Darstellung des Chimborazo die Entstehung und spätere Entwicklung dieser hybriden Landschaftsbilder als Wissens- und Gefühlsmedien nachgezeichnet.

6.11.   Dr. Leiv Eirik Voigtländer, Mitarbeiter des Präsidiums Bilder gewaltsamen Protests: Versuch, die G20-Demonstrationen in Hamburg mit Georges Sorel zu begreifen
20.11.   Prof. Dr. Margot Brink, Seminar für Romanistik "Wer bin ich?" -  Bilderwissen in den Selbstinszenierungen avantgardistischer Künstlerinnen und Künstler
4.12. Prof. Dr. Andreas Hüttner, Abteilung für Technik und ihre Didaktik Bilder von Technik: was wir von Technik zu wissen glauben
18.12. Prof. Dr. Peter Heering, Abteilung für Physik und ihre Didaktik und Geschichte "Schauen, sehen, wissen": Ludwik Flecks Erkenntnistheorie und die mikroskopische Welt