Michaela Christ

Dr. Michaela Christ

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Gebäude Riga 6
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RIG 606
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24943 Flensburg

Institutionen

Name
NEC
Funktion
Leitung Forschungsbereich Diachrone Transformationsforschung

Sprechstunden

Donnerstags 13:30 – 14:30 Uhr

Veranstaltungen

Nummer Titel Typ Semester
545003x Lehrforschung I: Kulturelle Transformationen Seminar WiSe 2017

Forschungsschwerpunkte

Kultursoziologie, Gesellschaftliche Naturverhältnisse, Gewaltsoziologie, Soziologie des sozialen Wandels, Soziologie und Nationalsozialismus

Forschungsprojekt

Licht, Freiheit, Krise. Zum Zusammenhang zwischen künstlicher Beleuchtung, wirtschaftlichem Wachstum und sozial-ökologischen Krisen 

Moderne kapitalistische Gesellschaften, allen voran die des globalen Nordens, kennzeichnet nicht allein ihre Wachstumsorientierung, sondern auch ihre strukturelle Nicht-Nachhaltigkeit. Sie sind strukturell nicht nachhaltig insofern, als ihre Existenz auf der kontinuierlichen Übernutzung von Ressourcen und Senken basiert. Jedoch sind Gesellschaften, die fortgesetzt die Grundlagen verkonsumieren, die zu ihrem Erhalt notwendig sind, langfristig in dieser Form weder überlebens- noch zukunftsfähig (Sommer & Welzer, 2014). Das Streben nach immer mehr Wachstum hat schon gegenwärtig verheerende Auswirkungen in ökologischer, ökonomischer und sozialer Hinsicht (Brand, 2009). Ablesen lässt sich dies an sozial-ökologischen Krisen, etwa am Klimawandel als Folge der Ausbeutung und Verbrennung fossiler Ressourcen, an der zunehmenden Umweltverschmutzung durch die Produktion von Massenkonsumgütern oder am Artenvielfaltsverlust verursacht zum Beispiel durch die agrarindustrielle Lebensmittelproduktion. Das Forschungsprojekt stellt einen zentralen, gleichwohl bislang kaum reflektierten Treiber gesellschaftlichen Wachstums in den Mittelpunkt. Es geht um künstliche Beleuchtung.

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Umkreist wird die Frage, in welcher Weise künstliches Licht Anteil hat an den Wachstumsdynamiken der vergangenen rund 250 Jahre seit Beginn der Industrialisierung, die nicht nur Wohlstand und Sicherheit, sondern auch globale soziale Ungleichheit und Naturzerstörungen in historisch einzigartigem Ausmaß hervorgebracht haben. Um die Zusammenhänge zwischen sozio-technischer Entwicklung und gesellschaftlichem Wandel besser verstehen zu können, werden vergangene und gegenwärtige Nutzungen künstlicher Beleuchtung analysiert und reflektiert.

Konstatiert werden kann, dass gesellschaftlicher Wandel und wirtschaftliches Wachstum ohne künstliches Licht nicht möglich gewesen wären (Bowers, 1998). Nicht von ungefähr wird Licht als Hebamme bei der Geburt des Kapitalismus bezeichnet (Hochstadt, 2010). Historisch lässt sich rekonstruieren, wie mit Hilfe von vor allem elektrischem Licht ab Ende des 19. Jahrhunderts sowohl die zur Verfügung stehende Zeit, als auch der nutzbare Raum deutlich ausgeweitet werden konnten. Beide Prozesse – die Ausweitung nutzbarer Zeit und nutzbaren Raumes – sind zugleich Bedingung und Ergebnis wirtschaftlichen Wachstums. Denn künstliche Helligkeit macht Menschen unabhängig vom Stand der Sonne. Während auf der Seite der Produzent*innen die Expansion der nutzbaren Zeit vorangetrieben wurde, um Mehrwert zu generieren, – als Stichworte seien hier Schicht- und Nachtarbeit genannt –, wächst heute auf der Seite der Konsument*innen die Nachfrage nach Dienstleistungen rund um die Uhr. Über (fast) alles zu (fast) jeder Zeit verfügen zu können, ist längst nicht mehr reine Fiktion. Inzwischen können hierzulande Menschen im Prinzip 24 Stunden am Tag an sieben Tagen der Woche sowohl arbeiten als auch ihren Freizeitvergnügungen nachgehen (Eberling & Henckel, 2002). Doch solche kollektiven und individuellen Freiheitsgewinne bilden nur die eine Seite der Medaille. Ihre Rückseite sind sozial-ökologische Krisen unterschiedlichen Maßstabs.

Im Forschungsprojekt werden in historischer Perspektive die Ausweitung der Nutzung von Zeit und Raum durch künstliche Beleuchtung rekonstruiert. Literaturbasiert und entlang von Archivmaterialien wird in diesem Projekt untersucht, in welcher Hinsicht und in welchen Dimensionen künstliche Helligkeit dazu beigetragen hat, Wachstumsprozesse zu befördern und gegebenenfalls zu beschleunigen. Zu untersuchen ist beispielweise wie in Sphären der Produktion und Reproduktion Handlungsspielräume ausgeweitet wurden, die letztlich auch zu einer intensivierten Nutzung der außermenschlichen Natur beitrugen. Künstliches Licht hat seit der Erfindung des Technikkomplexes Elektrizität, Glühbirne, Steuerungssysteme, Transformatoren etc. Ende des 19. Jahrhunderts gesellschaftliche Transformations- und Landnahmeprozesse ermöglicht, die in bedeutendem Maß zu irreversiblen Veränderungen in Bezug auf Ressourcenverbrauch und Umweltnutzung geführt haben. Damit untrennbar verbunden sind ebenso irreversible Umstrukturierungen gesellschaftlicher Produktions- und Reproduktionsprozesse.

Ziel des Forschungsvorhabens ist die Entwicklung einer Theorie, mit der die Indienstnahme von Zeiten und Räumen beschrieben werden kann, die Menschen ohne den sozio-technischen Komplex künstlicher Beleuchtung systematisch verschlossen bleiben. Eine Theorie also, die die komplexen Verflechtungszusammenhänge zwischen einer spezifischen, und zugleich alle Bereiche menschlicher Aktivität berührenden, technischen Entwicklung und den sich durch sie wandelnden gesellschaftlichen Naturverhältnisse verstehbar werden lässt. Erreicht werden soll eine praxeologisch orientierte, kritische Analyse von Problemkonstellationen und Freiheitsgewinnen die mit künstlichem Licht verbunden sind.

Gleichzeitig geht es darum, die These von der Erweiterung der individuellen und kollektiven Handlungsspielräume empirisch zu unterfüttern. Es liegen inzwischen eine ganze Reihe wissenschaftlicher Studien vor, die sich in historischer Perspektive mit künstlichem Licht befassen (Beuster & Graf, 1997; Brox, 2010; Hirdina, 1995; Otter, 2008; Schivelbusch, 1983). Zunehmend werden auch Untersuchungen vorgelegt, die sich mit den Auswirkungen artifizieller Helligkeit auf die menschliche Gesundheit und auf verschiedene Ökosysteme beschäftigen (Cajochen, 2013; Eisenbeis, 2013; Hänsch, Könecke, Pottharst, & Wukovitsch, 2013; Meier, Hasenöhrl, Krause, & Pottharst, 2014; Roenneberg, 2012; Roenneberg & Merrow, 2005; Wirz-Justice & Roenneberg, 2004). Jedoch fehlt eine Untersuchung, die systematisch danach fragt, wie all diese verschiedenen Prozesse miteinander verschränkt sind. Die Heuristik dieses Projekts ist demzufolge eine dezidiert sozial-ökologische. Das heißt eine, die untersucht, inwieweit die Ausweitung der Nutzung von Zeit und Raum verwoben ist mit Veränderungen des gesellschaftlichen Metabolismus. Zu fragen ist hier: Kann man belegen, dass künstliche Helligkeit eine beschleunigende Wirkung hat und wenn ja, wie?

Der sozio-technische Komplex ‚künstliche Beleuchtung‘ ist nicht nur deshalb ein in sozial-ökologischer Hinsicht interessanter Untersuchungsgegenstand, weil er in einem übergeordneten Sinn Wachstum ermöglicht, und damit den Wandel gesellschaftlicher Naturverhältnisse im doppelten Wortsinn beleuchtet, sondern auch, weil künstliches Licht inzwischen gezielt als Instrument eingesetzt wird, um Lebensprozesse im Sinne von Leistungssteigerung und Beschleunigung zu beeinflussen. Auch diese Manipulationsprozesse werden in den Blick genommen. Heutzutage geht es nicht mehr darum, die Nacht zum Tag zu machen. Dies ist bereits geschehen. Die "Kolonisierung der Nacht" (Melbin, 1987) ist, zumindest in den Ländern des Globalen Nordens, weit voran geschritten. Inzwischen wird künstliches Licht – vor allem befördert durch die Entwicklung der als nachhaltig geltenden Licht-emittierenden Diode (LED) – gezielt für Modifikationen in Bezug auf Verhalten sowie zur Steuerung und Regulierung von biologischen Wachstumsprozessen eingesetzt. Konstatiert werden kann, dass mit Hilfe künstlichen Lichts der Versuch unternommen wird, naturbedingte Grenzen zu überschreiten oder zumindest steuernd in biologische Prozesse einzugreifen. Damit werden nicht zuletzt deren Gesetzmäßigkeiten in Frage gestellt. Ein Feld, in dem dies besonders gut zu beobachten ist, ist die Produktion von Lebensmitteln in der Agrarindustrie.

In der industriellen Landwirtschaft wird artifizielle Helligkeit einerseits als Ersatz für das Sonnenlicht als einen natürlichen Taktgeber biologischer Prozesse benutzt. Nutztiere wie zum Beispiel Schweine, Rinder, Milchkühe oder Hühner werden heute überwiegend in sogenannten intensiven Haltungssystemen gehalten. Vor allem heißt dies, sehr viele Tiere einer Tierart leben in Großbetrieben auf engem Raum zusammen. Beleuchtungstechnik bietet Lösungen für einige der Probleme, die mit dieser Art der intensiven Nutztierhaltung einhergehen. Andererseits – hier greifen Landwirte und Leuchtmittelhersteller auf die Erkenntnisse aus (chrono-)biologischer Forschung zurück – dient künstliches Licht als Hilfsmittel zur Beschleunigung und Optimierung biologischer Prozesse im Sinne einer Intensivierung der Produktivität. So brennt in Gewächshäusern noch lange nach Einbruch der Nacht Licht, um Pflanzenwachstum anzuregen. Auch zur Intensivierung der Produktivität in der Massentierhaltung kommt artifizielle Helligkeit zum Einsatz. In all diesen Bereichen erweitert Licht nicht nur den Produktivitätszeitraum, sondern beschleunigt und verändert biologische Prozesse (Tilger, 2005).

Modifikationen außermenschlicher Natur sind zugleich Treiber und Resultat der nicht nachhaltigen Produktions- und Reproduktionsweisen, die Gesellschaften unseres Typs kennzeichnen. Indem immer neue technische Lösungen für Problemkomplexe gefunden werden (müssen), die sich unmittelbar aus der expansiven Wachstumsorientierung ergeben, sind die Manipulationen darüber hinaus Indizien für pfadabhängige Prozesse in der historischen Entwicklung des Ernährungs- und Landwirtschaftssektors. Diese beispielhaft zu analysieren erscheint sinnvoll, sowohl für ein besseres Verständnis moderner Gegenwartsgesellschaften, als auch, um Möglichkeiten und Grenzen für eine künftige gesellschaftliche Transformationen in eine zukunftsfähigere Moderne auszuloten.

Beuster, S., & Graf, J. (1997). Licht und Schatten. Die Entwicklung der künstlichen Beleuchtung im 19. Jahrhundert in Braunschweig. Braunschweig: Braunschweigisches Landesmuseum.

Bowers, B. (1998). Lengthening the day: a history of lighting technology. Oxford: Oxford University Press.

Brand, U. (2009). Die multiple Krise. Dynamik und Zusammenhang der Krisendimensionen, Anforderungen an politische Institutionen und Chancen progressiver Politik. Berlin: Heinrich Böll Stiftung.

Brox, J. (2010). Brilliant: The Evolution of Artificial Light. Boston / New York: Houghton Mifflin Harcourt.

Cajochen, C. (2013). Licht auf die innere Uhr. In T. Posch, F. Hölker, T. Uhlmann, & A. Freyhoff (Hrsg.), Das Ende der Nacht. Lichtsmog: Gefahren - Perspektiven - Lösungen, Weinheim 2013. (S. 189–202). Weinheim: Wiley-VCH.

Eberling, M., & Henckel, D. (2002). Alles zu jeder Zeit? Die Städte auf dem Weg zur kontinuierlichen Aktivität. Berlin: Deutsches Institut für Urbanistik.

Eisenbeis, G. (2013). Insekten und künstliches Licht. In T. Posch, F. Hölker, T. Uhlmann, & A. Freyhoff (Hrsg.), Das Ende der Nacht. Lichtsmog: Gefahren – Perspektiven – Lösungen (S. 83–109). Weinheim: Wiley-VCH.

Hänsch, R., Könecke, B., Pottharst, M., & Wukovitsch, F. (2013). Kosten und externe Effekte des künstlichen Lichts sowie Ansätze der ökonomischen Bewertung. Berlin: Universitätsverlag der TU Berlin.

Hirdina, K. (1995). Belichten. Beleuchten. Erhellen. Licht in den zwanziger Jahren. Öffentliche Vorlesung. Berlin: Humboldt-Universität zu Berlin.

Hochstadt, S. (2010). Die Stadt und das Licht: Auf dem Weg von der zukunftsoffenen Moderne zur privaten Kontrolle von unbestimmten Räumen? In D. Köhler, M. Walz, & S. Hochstadt (Hrsg.), LichtRegion – Positionen und Perspektiven im Ruhrgebiet (S. 147–161). Essen: Klartext.

Meier, J., Hasenöhrl, U., Krause, K., & Pottharst, M. (2014). Urban Lighting, Light Pollution and Society. New York: Routledge.

Melbin, M. (1987). Night as Frontier. New York: The Free Press.

Otter, C. (2008). The Victorian Eye. A political History of Light and Vision in Britain, 1800-1910. Chicago: Chicago Univ. Press.

Roenneberg, T. (2012). Internal time: chronotypes, social jet lag, and why you're so tired. Harvard: Harvard Univ. Press.

Roenneberg, T., & Merrow, M. (2005). Das Leben im Zeitraum Tag. In C. Brüstle (Hrsg.), Aus dem Takt. Rhythmus in Kunst, Kultur und Natur (S. 107–126). Bielefeld: transcript.

Schivelbusch, W. (1983). Lichtblicke. Zur Geschichte der künstlichen Helligkeit im 19. Jahrhundert. München: Hanser.

Sommer, B., & Welzer, H. (2014). Transformationsdesign. Wege in eine zukunftsfähige Moderne. München: oekom.

Tilger, M. (2005). Biologische Rhythmen bei Nutztieren. Eine Literaturstudie. München.

Wirz-Justice, A., & Roenneberg, T. (2004). Circadiane und saisonale Rhythmen. In S. Kasper & H.-J. Möller (Hrsg.), Herbst-/Winterdepression und Lichttherapie. Wien: Springer.

Biographie

Seit November 2013 Leiterin des Bereichs Diachrone Transformationsforschung am Norbert Elias Center for Transformationsdesign & Research (NEC) der Europa-Universität Flensburg.

2010-2012 Research Fellow am Center for Interdisciplinary Memory Research/KWI Essen und Stipendiatin der Fritz Thyssen Stiftung mit dem Post-doc Projekt Referenzrahmen von Tätern.

2007 Mitarbeit im Editionsprojekt Kinder über den Holocaust. Frühe Zeugnisse 1944-1948 verantwortet vom Zentrum für Lehrerbildung und Schulforschung der Universität Leipzig, vom Jüdisch Historischen Institut (Żydowski Instytut Historyczny)Warschau und des Vereins "Gegen Vergessen Für Demokratie".

2005 -2009 Die Dynamik des Tötens. Über die Ermordung der Berditschewer Juden. Ukraine 1941-1944. Promotion gefördert von der Hans-Böckler-Stiftung.

2004-2005 Research Fellow am Kulturwissenschaftlichen Institut Essen im Forschungsprojekt Sozialpsychologie des Massenmords.

Seit 2000 Historisch-politische Bildungsarbeit für Gewerkschaften und freie Bildungsträger. Themenschwerpunkte: Antisemitismus, Nationalsozialismus, Antirassismus, Gewaltprävention.

Studium der Soziologie, Politikwissenschaft und Pädagogik in Göttingen und Hannover.

Publikationen

Monografien und Herausgeberschaften:

Michaela Christ / Maja Suderland (Hg.): Soziologie und Nationalsozialismus. Positionen, Debatten, Perspektiven. Berlin.: Suhrkamp 2014. (Rezensionen u.a. in: HSozKult; Soziologie Magazin; KZfSS; Soziopolis; LiteraturkritikFrankfurter Allgemeine SonntagszeitungMittelwegNeue Politische LiteraturÖsterreichische Zeitschrift für SoziologieSoziologische RevueBeiträge zur Geschichte des NS)

Gewalt. Ein interdisziplinäres Handbuch. Stuttgart: J.B. Metzler 2013. (mit Christian Gudehus) (Rezensionen u.a. in: HSozKult)

Die Dynamik des Tötens. Die Ermordung der Juden in Berditschew. Ukraine 1941-1944. Frankfurt am Main: Fischer 2011. (Rezensionen u.a. in: Medaon; HSozKult; Holocaust and Modernity; Historische Zeitschrift; American Historical Review)

L'Europe en formation. Themenheft: Aborder la violence collective: Méthodes et perceptions / Approacing Collective Violence: Methods and Perceptions, No. 357, Automne 2010. (mit Tobias Bütow und Christian Gudehus als Gastherausgeber).

Zeitschriftenartikel:

Gewaltforschung. Ein Überblick. In: Aus Politik und Zeitgeschichte (Gewalt) Jahrgang 67 4/2017, S. 9-15.

Die Praxis der Organisation, in: Mittelweg 36 6/2016, S. 88–96.

Die Zukunft liegt im Dunkeln. Dynamiken von Wachstum und künstlicher Beleuchtung in der Moderne. In: psychosozial Nr. 143 (I/2016), Themenschwerpunkt: Postwachstumsgesellschaft – Subjektivität – Demokratie, hrsg. von Oliver Decker und Dennis Eversberg.

Les Espaces de la Violence. Une étude de cas sur le meurtre des Juifs en Ukraine (1941-1944). In: Emulations: Revue des jeunes chercheurs en sciences sociales, Numeró 12/2013, Anthropologie historique des violences de masse, S. 51-65. 

Was wussten Wehrmachtssoldaten über Konzentrationslager und Kriegsverbrechen? Die geheimen Abhörprotokolle aus Fort Hunt (1942-1946). In: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft 10/2012, S. 813-830.

Die Soziologie und das ‚Dritte Reich’. Weshalb Holocaust und Nationalsozialismus in der Soziologie ein Schattendasein führen. In: Soziologie 40/4, 2011, S. 407-431.

(Nie)widoczne ciała. O sile oddziaływania przedstawień żydowskiego ciała w czasach narodowego socjalizmu. In: Cwiszn. Żydowski kwartalnik o literaturze i sztuce, "Pomiędzy" 3/2010. (poln. Übersetzung von Unsichtbare Körper s.u.)

Corps suspects: De la construction d'un corps juif et aryen dans les pratiques violentes lors de la persécution national-socialiste des Juifs. In: L'Europe en formation, No. 357, Autonome 2010, S. 13-29.

Auf Entdeckungsreise - Heinrich Popitz' "Phänomene der Macht". In: Soziale Passagen. Journal für Empirie und Theorie Sozialer Arbeit 2/2010, S. 251-254.



Die Kunst der Erinnerung. Bronzeplastiken des Treblinka-Überlebenden Samuel Willenberg. In: Medaon. Magazin für jüdisches Leben in Forschung und Bildung 3/2008. (mit Markus Götte)

(Un)sichtbare Körper. Über die Wirkungsmacht von jüdischen Körperbildern während des Nationalsozialismus. In: Medaon. Magazin für Jüdisches Leben in Forschung und Bildung 2/2008.

Buchbeiträge:

Gewaltbilder. Über das Zeigen und Betrachten von Fotografien der Extreme, in: Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas und Topografie des Terrors (Hg.), Massenerschießungen. Der Holocaust zwischen Ostsee und Schwarzem Meer 1941–1944. (Katalogband zur gleichnamigen Ausstellung), Berlin 2016, S. 302-316.

Künstliche Beleuchtung, Handlungsspielräume und wirtschaftliches Wachstum. In: Siegrun Appelt (Hg.), Langsames Licht / Slow Light. Lichtprojekte in der Wachau, Dortmund: Kettler 2015, S. 139-145.

Parallele Welten. Über die Macht der Gewalt und den Tod Farid Guendouls in Guben am 13. Februar 1999. In: Maren Büttner, Christine Hartig, Tilmann Siebeneichner (Hg.): Montagen zur Herrschaftspraxis in der klassischen Moderne. Alltagshistorische Perspektiven und Reflexionen, Essen: Klartext 2013.

Gewalt – Begriffe und Forschungsprogramme. In: Christian Gudehus und diess. (Hg.), Gewalt ein interdisziplinäres Handbuch. Stuttgart: J.B. Metzler 2013, S. 1-15.

Codierung. In: Christian Gudehus und diess. (Hg.), Gewalt ein interdisziplinäres Handbuch. Stuttgart: J.B. Metzler 2013, S.190-196. (mit Christian Gudehus)

Soziologie. In: Christian Gudehus und diess. (Hg.), Gewalt ein interdisziplinäres Handbuch. Stuttgart: J.B. Metzler 2013, S. 371-378.

Joanna Bourke, An intimate history of killing. In: Claus Leggewie, Darius Zifonun, Anne Lang et.al. (Hg.): Schlüsselwerke der Kulturwissenschaften. Bielefeld: transcript 2012, S. 236-238.

"Das wird sich alles einmal rächen." Gewalt und Verbrechen in den Gesprächen deutscher Kriegsgefangener im amerikanischen Verhörlager Fort Hunt. In: Harald Welzer, Sönke Neitzel und Christian Gudehus (Hg.): "Der Führer war wieder viel zu human, viel zu gefühlvoll". Der Zweite Weltkrieg aus der Sicht deutscher und italienischer Soldaten. Frankfurt am Main: Fischer 2011, S. 266-298.

Feliks Tych, Alfons Kenkmann, Elisabeth Kohlhaas, Andreas Eberhardt (Hg.), Kinder über den Holocaust. Frühe Zeugnisse 1944-1948. Interviewprotokolle der Zentralen Jüdischen Historischen Kommission in Polen, unter Mitarbeit von Michaela Christ, Edyta Kurek u.a. Berlin: Metropol 2008.

Harald Welzer unter Mitarbeit von Michaela Christ, Täter. Wie aus ganz normalen Menschen Massenmörder werden, Frankfurt am Main: S. Fischer, 2005.

Varia:

687.6 kW, Dornbirn 2005. Jahrbuch der Zumtobel AG. (mit Siegrun Appelt)

Befreiung. Dokumentarfilm von Michaela Christ, Karin Klenke und Barbara Ophoff über ehe­malige Häftlinge des Jugendkonzentrationslagers Moringen am 60. Jahrestag des Befreiung des Lagers. 28 min. Göttingen 2005.

Aktivitäten

Gutachterin für  Zeitschrift für Soziologie (ZfS) Österreichsche Zeitschrift für Soziologie (ÖZS)

Fachredakteurin bei Medaon. Magazin für jüdisches Leben in Bildung und Forschung. 

Mitglied im DFG-geförderten Netzwerk Welt aneignen. Alltagsgeschichte in transnationaler Perspektive

Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS)