Maike Böcker: Aus Katastrophen lernen? Wahrnehmungen, Deutungen und Konsequenzen des Oderhochwassers von 1997

Ziel des Dissertationsprojektes ist es, die Wahrnehmungen und Deutungen von Betroffenen des Oderhochwassers zu rekonstruieren und herauszuarbeiten, ob beziehungsweise welche praktischen und kognitiven Konsequenzen für sie daraus resultierten.

Zentrale Forschungsfragen der Arbeit sind: Wie entwickelt sich die Wahrnehmung eines sich sukzessive verändernden Wasserstandes? (Ab) wann wird eine Katastrophe als solche betrachtet? Wo liegen die Potentiale und Konflikte in Katastrophensituationen? Induziert das Erleben von Hochwasser prospektives Handeln? Was blockiert Veränderungen auf Handlungsebene? Wie richten sich die Flussanrainer/innen für ihre Zukunft ein oder spielt Zukunft hier gar keine Rolle?

Diese Fragen sind vor allem unter Eindruck des Klimawandels relevant, in dessen Zuge die Häufigkeit und das Ausmaß von Katastrophen infolge von Überschwemmungen bereits zunimmt und weiter zunehmen wird.

Die empirische Grundlage der Analyse besteht aus 40 qualitativen Einzelinterviews, die im Rahmen des Forschungsprojektes "Katastrophenerinnerung" erhoben und mittels qualitativer Inhaltsanalyse (Mayring) unter Anwendung des Textanalysesystems MAXQDA ausgewertet wurden. Die prozessorientierte Katastrophensoziologie bildet den theoretischen Bezugsrahmen der Arbeit. Ziel ist es, einen Beitrag in dem Forschungsfeld liefern, welches sich mit dem Konnex von Katastrophen und Lernprozessen beschäftigt.

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Das Buch "Aus Katastrophen lernen? Wahrnehmungen, Deutungen und Konsequenzen des Oderhochwassers von 1997" ist im oekom Verlag erschienen.