Karin Schürmann: Eine praxistheoretische Untersuchung der urbanen Zentren im pazifischen Nordwesten der USA im Hinblick auf ihre Klima- und Umweltperformanz

Ziel meines Dissertationsprojektes ist es, am Beispiel der US-amerikanischen Stadt Seattle zu rekonstruieren, wie sich Strukturen des Klimaschutzes und der Nachhaltigkeit im urbanen Raum entwickeln und etablieren können. Eine wesentliche Rolle spielt dabei die Frage, inwieweit gelebte Klima- und Umweltfreundlichkeit als Ergebnis bestimmter Einstellungen und Deutungsmuster zu interpretieren ist oder ob dem praktischen Tun nicht vielmehr andere Motivationen zu Grunde liegen.

Im Zentrum der Arbeit stehen klima- und umweltrelevante Alltagspraktiken, die mit Hilfe der praxistheoretischen Ansätze von Andreas Reckwitz, Theodore R. Schatzki und Etienne Wenger untersucht werden. Dabei ergänzt die Arbeit die Analyse des praktischen Handelns um eine zeitgeschichtliche Rekonstruktion der Entwicklung der diesen Alltagspraktiken zu Grunde liegenden städtischen Infrastruktur. Als empirische Grundlage für die Analyse der konkreten Ausübung der jeweiligen Praktiken dienen qualitative Interviews, die im Rahmen des Forschungsprojektes "Shifting Baselines" im Jahre 2009 in Seattle erhoben wurden.