Innovativ und nachhaltig: Eine Zukunfts-Konferenz als Prüfungsleistung


Eine Konferenz als studentische Prüfungsleistung: Dieses innovative Konzept wird in Flensburg zum zweiten Mal umgesetzt.

Nach dem gelungenen Auftakt im vergangenen Jahr richten Studierende des Masterstudiengangs "Transformationsstudien" unter dem Titel "Zukunft(s)gestalten 2020 – Keine Zukunft ist auch keine Lösung" erneut eine dreitägige Konferenz in der Flensburger Neustadt aus. Grundlage hierfür bildet das Curriculum, das im dritten Semester, in dem es um Zukunftsfragen geht, die Organisation einer Konferenz vorsieht. Ziel dabei ist unter anderem, dass die Studierenden die Fähigkeit entwickeln, ihre Fachkompetenzen in neue Felder (auch jenseits der Wissenschaft) zu übertragen und an inter- und transdisziplinären Diskursen aktiv teilzunehmen. "Bei der Vorbereitung auf die Konferenz lernen die Studierenden, sich mit unterschiedlichen Perspektiven auseinanderzusetzen. Dies betrifft sowohl ihre inhaltlichen Vorträge als auch die Planungen der Konferenz selbst. Wenn sich 30 Menschen über etwas so etwas Komplexes wie eine dreitägige Konferenz verständigen müssen, treffen zwangsläufig unterschiedliche Positionen aufeinander. Sich in andere hineinversetzen und Konflikte aushandeln zu können, ist eine zentrale Voraussetzung für kooperatives Handeln. Beides ist unbedingt nötig für eine gesellschaftliche Transformation in Richtung Nachhaltigkeit", sagt Dr. Michaela Christ, die den Studiengang gemeinsam mit Dr. Maike Böcker und Dr. Bernd Sommer leitet. Diese Art der Prüfungsleistung ist in Deutschland sehr ungewöhnlich.

Kooperativ und eigenverantwortlich einen aufregenden Planungsprozess gestaltet

Innerhalb eines Semesters wurden die 35 Studierenden vor die Herausforderung gestellt, nicht nur theoretisches Wissen aufzunehmen, sondern praktisch tätig zu werden. Dr. Michaela Christ erklärt dazu: "Die Studierenden haben in den vergangenen Monaten als Gruppe eigenständig, kooperativ und alleinverantwortlich die gesamte Veranstaltung organisiert, inhaltlich konzipiert und sich um deren Finanzierung gekümmert. Wir sind gespannt und freuen uns auf das Ergebnis dieses in vielfacher Hinsicht aufregenden Planungsprozesses."

Im Mittelpunkt: der Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Gesellschaft

Im Mittelpunkt der Konferenz steht dabei der Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Gesellschaft. Dazu dienen vor allem die jeweils 20-minütigen Vorträge, die alle Studierenden während der Konferenz halten werden. Inhaltlich beziehen sich die Vorträge auf die zuvor belegten Seminare in den Bereichen Postwachstum, Ökologie und Technik, Utopien und Dystopien in den Literaturwissenschaften, Macht und Herrschaft, Gesellschaftliche Gestaltung kollektiven Wandels sowie dem Bedingungslosen Grundeinkommen.

Kollektiv statt individualistisch

Zusätzlich wird es ein Rahmenprogramm geben, dass dem Publikum einen Einblick in eine mögliche Zukunft geben wird. Darunter fallen sowohl Workshops als auch ein Abendprogramm in Form von Theater und Musik. Masterstudentin Charlotte Dase (27), eine der diesjährigen Organisatorinnen, betont: "Besonders wichtig ist uns, den Wandel bereits selbst auf der Konferenz zu leben, was sich unter anderem in der Möglichkeit zur kostenlosen Teilnahme als auch unserem Ziel ausdrückt, vor allem den Austausch unter den Teilnehmenden zu stimulieren. Alternative Zukünfte werden aus kollektiver Perspektive betrachtet, anstatt sie, wie oft üblich, auf individualistischer Ebene auszuhandeln."

Informationen zur Konferenz und zum Studiengang

Die Konferenz findet vom 14. Bis zum 16. Januar 2020 statt. Auftakt ist am 14.01. um 14:00 Uhr in der Walzenmühle. Die beiden darauffolgenden Tage findet das Programm größtenteils in der Dänischen Zentralbibliothek statt sowie in weiteren Räumlichkeiten in der Neustadt. Informationen zum Studiengang "Transformationsstudien".