Auszeichnung der Dissertation von Dr. Maike Böcker

Dr. Maike Böcker wird für ihre Dissertationsschrift "Aus Katastrophen lernen? Wahrnehmungen, Deutungen und Konsequenzen des Oderhochwassers von 1997" (München, 2018) ausgezeichnet.

In ihrem Forschungsprojekt geht sie anhand von 40 Interviews den Fragen nach, wie Menschen verheerende Umweltkatastrophen erleben, welche Konsequenzen sie daraus für ihr weiteres Handeln ziehen und "wie sie die Spannung zwischen objektiven Handlungszwängen und subjektivem Handlungswiderstand bearbeiten", wie Laudatorin Andrea Kleeberg-Niepage, Professorin für Entwicklungspsychologie/Pädagogische Psychologie an der EUF es formuliert.

"In Maike Böckers Arbeit zeigt sich die Stärke eines qualitativen Forschungsdesigns, das sich auf die konkrete Lebenswelt der Menschen und deren subjektive Deutungen einlässt in Kombination mit einer Forschungshaltung, die auf Verstehen und nicht auf Bewertungen setzt", lautet ihr Fazit.

Die Auszeichnung empfindet Dr. Maike Böcker, die an der EUF den Studiengang "Transformationsstudien" koordiniert und im Forschungsprojekt "Entwicklungschancen und -hemmnisse einer suffizienzorientierten Stadtentwicklung" arbeitet, als große Würdigung: "Der Gegenstand meiner Arbeit, die Auseinandersetzung mit Katastrophen und Lernprozessen, hat während des Auswahlverfahrens ungewollt Aktualität erfahren. Auch bezüglich COVID-19 gilt es, weiterhin den Konnex von sozial-ökologischen Krisen, Katastrophen und Lern- bzw. Transformationsprozessen zu beleuchten. Das Preisgeld von 3000 Euro werden wir am ‚Norbert Elias Center for Transformation Design & Research‘ für Teilnahmen an Tagungen und Konferenzen in den kommenden Monaten verwenden, auch um Ideen für zukünftige Forschungsprojekte weiter zu entwickeln."