Für kindliche Lern- und Aneignungsprozesse ist das Spiel eine wesentliche Lern- und Erfahrungsgelegenheit. Es bietet interessante Anknüpfungspunkte auch für die musikpädagogische Forschung, etwa im Rahmen der Erforschung des kindlichen Singens und der Möglichkeiten seiner Förderung.

Gegenwärtig läuft ein Forschungsprojekt zur "Flensburger Singezeit". An dieser qualitativ-empirischen Videostudie sind unter der Leitung von JProf. Dr. Susanne Dreßler die Masterstudentinnen Rabea Bohrmann und Amelia Stüber sowie der wissenschaftliche Mitarbeiter Timo J. Dauth beteiligt.  

Die Untersuchung des Videomaterials von zehn Unterrichtseinheiten zur Flensburger Singezeit ist der Frage nachgegangen, inwiefern sich ein Zusammenhang von Spiel, Raum und Aneignung zeigt. Denn gerade im Spiel, so die Annahme, können Aneignungsräume entstehen und kann sich daher Raumaneignung vollziehen.

Erste Ergebnisse des Forschungsprojekts sind am 18. und 19.01.2018 auf der Tagung "Musikalische Sozialisation und Lernwelten" der MFÖ (Musikpädagogische Forschung Österreichs) in Wien vorgestellt worden. Unter dem Titel "Raumaneignung - Aneignungsraum. Aneignungsprozesse bei Grundschulkindern in musikalischen (Lern)räumen)" gaben die vier Vortragenden einen Einblick in die Vielfalt ihrer Erkenntnisse und stellten sich im Anschluss den Fragen der Tagungsteilnehmer/innen.

Insgesamt war die Reise nach Wien eine bereichernde Erfahrung. Dazu zählen neben der eigenen gemeinsamen Präsentation auch der "Blick über den Tellerrand" und der Austausch mit den Kolleg/innen aus den Nachbarländern.

Die Forschungsreise hat auch deutlich gemacht, dass das gemeinsame Forschen an musikpädagogischen Fragestellungen in der Abteilung Musik fortgesetzt und verstetigt werden sollte.