Dissertationsvorhaben

Timo Johannes Dauth setzt sich im Rahmen seiner Dissertation (Betreuung durch JProf. Dr. Susanne Dreßler) mit dem Raumverständnis und möglichen Raumbegriffen für die Musikpädagogik auseinander. Ausgehend vom sog. spatial turn – wie er bspw. in den Erziehungswissenschaften in den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts stattgefunden hat – und dem darin begründeten Bedarf einer grundlegenden Auseinandersetzung mit Räumen, wird diese wissenschaftliche Perspektive für die Musikpädagogik fruchtbar gemacht.

Timo J. Dauth untersucht grundlegende musikpädagogische Schriften (erkenntnisreich scheint eine Auswahl an zentralen musikpädagogischen Konzeptionen und ihrer Folgepublikationen) in Hinblick auf darin explizit oder implizit enthaltene Raumbezüge. Auf der Basis von Martina Löws relationalem Raumbegriff können so die "(An)Ordnungen von Menschen und Musiken" als Sonderfall des soziologischen Raums systemisch in den Blick genommen werden. Dies ermöglicht eine neue Sicht auf das Verhältnis von Menschen und Musiken in musikpädagogischen Kontexten. Dabei wird deutlich, dass einerseits der Raumbegriff vielfältig in Erscheinung tritt und mutig von den Autor/innen verwendet wird, ohne allerdings konkret definiert zu sein. Daher verwundert nicht, dass es eine Vielzahl an Raumbegriffen gibt, die auf unterschiedlichen Ebenen angesiedelt sind und somit auch je differente Bezugnahmen von Menschen und Musiken beschreiben. Dies aufzuklären und für die Musikpädagogik zu systematisieren ist Ziel der Arbeit von Timo J. Dauth.