Faktisch/komisch. Humor in Inszenierungen des Dokumentarischen in Bewegtbild, Fotografie & Kunst

Am 21. und 22. April 2022 fand, veranstaltet von der Abteilung Kunst und visuelle Medien, die Online-Tagung "Faktisch/komisch. Humor in Inszenierungen des Dokumentarischen in Bewegtbild, Fotografie & Kunst" statt.

Die Tagung befasste sich mit dem Spannungsverhältnis zwischen visuellem Humor und dokumentarischem Anliegen in Geschichte und Gegenwart. Gäste aus Theorie und Praxis diskutierten Funktionen und Effekte von Humor in der dokumentarischen Repräsentation von Welt, Traditionslinien von Ausdrucksformen sowie die Entwicklung neuer Erzählformate und deren Verbreitungsarten.

Aus der Ankündigung:

"Humor erweist sich immer wieder als eine Strategie, die zur Popularität dokumentarischer Bilder beitragen kann. Dabei ist Humor in der Lage, visuelle narrative Muster und deren vermeintliche Evidenz zu unterlaufen und Gesellschaftskritik durch Subversion zu transportieren. Gleichzeitig wird Dokumentarfotografie und -filmen oder Werken ‚dokumentaristischer Kunst‘, die zum Lachen anstiften, nicht selten unterstellt, respektlos mit ernsthaften Anliegen umzugehen, die Glaubwürdigkeit ihrer Argumente zu unterwandern oder das Vertrauensverhältnis zu porträtierten Personen zu missbrauchen. Digitalisierung, Globalisierung und Social Media haben seit den 1990ern ein medientechnologisches Umfeld geschaffen, das Informationsflüsse sowie öffentliche diskursive Räume verändert. Ein Effekt ist die Verbreitung von Fake-News und das gewachsene Wissen um die Manipulierbarkeit von Bildern, die seit jeher bestehende Zweifel an dokumentarischen Inszenierungen bestärkt."

Die Veranstaltung war Teil des Arbeitsschwerpunktes Real/Fake. Strategien des Dokumentarischen des sich im Aufbau befindenden Flensburg Image Lab. Der Schwerpunkt befasst sich mit den Potenzialen und Herausforderungen dokumentarischer Strategien in Film, Fotografie und Kunst zwischen Authentizitätsanspruch und Fiktionalisierung.

Flyer - Factually Comic

Flyer Factually Comic

07.04.2022 906 KB (PDF)

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PROGRAMM
Abstracts Vorträge

Die Tagung wurde von Prof. Dr. Friederike Rückert, Dr. Eva Pluhařová und Sven Sonne konzipiert und durchgeführt.

Vortragende waren:

Prof. Dr. Louis Kaplan (University of Toronto) - Keynote

  • Return of the Depression’s Repressed: Reflections on Arthur Rothstein and FSA Photographic Irony

Dr. Liisi Laineste (Estonian Literary Museum, Tartu)

  • Art and humour in memes

Dr. Tobias Nanz (Europa-Universität Flensburg, Syddansk Universitet Odense)

  • "You can’t fight in here, this is the War Room!" Laughing away nuclear annihilation

Anna Stemmler (Hochschule Hannover)

  • Die Unvereinbarkeit genießen: Inkongruenz als Ressource im Spekulativen Dokumentarischen

Dr. Konstantin Jahn (Berlin)

  • Wessen Realität? Wessen Witz? Die Repräsentationskraft von Bild und Ton in frühen Zeichentrickfilmen und ("lustigen") Musikdokumentationen

Dr. Thomas Helbig (Goethe-Universität, Frankfurt am Main)

  • The Cameraman (Keaton/Sedgwick, 1928). Mediale Rekursionen im Spiegel des Dokumentarischen

Dr. Willem Strank (Kiel)

  • Mockumentary Series - Die Refiktionalisierung von Authentizität in TV- und Online-Serien des 21. Jahrhunderts

Weitere Programmpunkte waren:

Gespräch mit Ludwig Sporrer (DOK.Fest München, Programmauswahl)

Film-Screening: unusual Red cardigan (John Smith, UK 2011, 12 min)