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Schutz- und Kompetenzort Schule stärken

Abschlusstagung des Projekts „Referenzperson für schulisches Handeln im Kontext sexuellen Kindesmissbrauchs" (RPSKM)

Auf dem Campus der Europa-Universität Flensburg fand die Abschlusstagung der BMBFSFJ-geförderten Nachwuchsforschungsgruppe „Referenzperson für schulisches Handeln im Kontext sexuellen Kindesmissbrauchs" (RPSKM) statt. Rund 70 Teilnehmende aus Schulpraxis, Forschung und Fachöffentlichkeit kamen zusammen, um sich über zentrale Ergebnisse der Projektarbeit auszutauschen und gemeinsam die Frage zu diskutieren, wie Schulen als Schutz- und Kompetenzorte gegen sexuelle Gewalt gestärkt werden können.

Den Auftakt bildete der Fachvortrag von Prof. Dr. Simone Pülschen zum Thema „Wirksamer Schutz gegen sexuelle Gewalt – Evidenzbasierte Impulse zur Prävention in Schulen". Sie verdeutlichte anhand aktueller Prävalenzdaten den fortbestehenden Handlungsbedarf an Schulen und zeigte, dass Präventionsangebote und schulische Schutzkonzepte nachweislich positive Effekte erzielen können – etwa auf das Wissen, die Handlungskompetenz und das Wohlbefinden von Schülerinnen und Schülern. „Lehrkräfte fühlen sich im Umgang mit Sexueller Bildung und Verdachtsfällen oft unsicher, da entsprechende Inhalte in der Lehramtsausbildung bislang kaum verankert sind“, erklärt Simone Pülschen, Leiterin der Nachwuchsforschungsgruppe: „Fort- und Weiterbildung sowie eine klare Positionierung von Schulen gegen sexuelle Gewalt sind zentrale Stellschrauben, um Prävention noch wirksamer zu gestalten.“

Workshops und Material

Im Anschluss stellte das Team RPSKM die Flensburger Fortbildungsangebote vor, darunter die viertägige Zusatzausbildung zur Referenzperson sowie die Materialien RPSKM  und ViContact  Erfreulicherweise wird die Zusatzausbildung in Kooperation mit dem IQSH vorerst weitergeführt – neue Termine werden in Kürze veröffentlicht.

Nach dem gemeinsamen Mittagsimbiss boten drei parallele Workshops den Fachkräften unterschiedliche Perspektiven auf das Thema:

In „Prävention – eine Frage der Haltung!" arbeitete Dr. Christina Mieruch  mit den Teilnehmenden heraus, dass Prävention weit mehr ist als einzelne Methoden oder Projekte – sie ist vor allem eine grundsätzliche, achtsame und reflektierte Haltung im pädagogischen Alltag.

Jennifer Peters vom PETZE-Institut für Gewaltprävention führte im Workshop „ECHT präventiv: wieso, weshalb, warum?" durch Hintergrundwissen zu sexualisierter Gewalt, stellte das Konzept der Schule als Schutz-, geschützter und Kompetenzort vor und präsentierte praxisnahe Präventionsmaterialien wie die Ausstellungen „ECHT KLASSE", „ECHT FAIR" und „ECHT KRASS".

Besonders bewegend war der Workshop „Sexueller Missbrauch verwächst sich nicht!" mit Mitgliedern des Betroffenennetzwerks Blinkfüür e.V. Ilvi Kristin K. und Charlotte S. teilten mit viel Mut und Offenheit ihre Perspektiven als Betroffene sexueller Gewalt in Kindheit und Jugend und standen den Teilnehmenden für Fragen zur Verfügung.

Den Abschluss bildete ein weiterer Marktplatz zum Vernetzen bei Kaffee und Kuchen. „Wir brauchen weiterhin eine enge Verzahnung von Forschung, Fortbildung und gelebter Praxis im schulischen Kinderschutz. Das zeigt sich bei dieser Tagung einmal mehr.“, zieht Prof. Dr. Simone Pülschen das Fazit: „Mit dieser Tagung konnten wir allen Beteiligten wertvolle Impulse für die weitere Arbeit in Schule und Institutionen bieten.“

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