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Flensburg als Zuhause für Forschung und Familie

Nasimul Maruf kam für seine Doktorarbeit nach Flensburg

Schon vor seiner Doktorandenzeit in Flensburg war Md Nasimul Islam Maruf international unterwegs. Der junge Mann aus Bangladesh ging nach seinem Bachelorstudium nach Schweden und in die Niederlande zum Master-Studium. Danach kehrte er nach Bangladesch zurück, um dort als Assistant Professor an der American International University Bangladesh zur arbeiten. Hier entdeckte er sein Interesse für regenerative Energiesysteme. Im Rahmen von Forschung und Projektarbeiten verändert er seinen Fokus: hinzu Themen einer strukturellen nachhaltigen Energiewende und den Herausforderungen, die diese mit sich bringt. Er merkt, sie hängt nicht nur mit neuen Solaranlagen oder Windkraftparks zusammen. Es braucht eine gute Gestaltung und Betrachtung des ganzen Energiesystems, klare Modelle und transparente Entscheidungen. 

Doktorarbeit an der Europa-Universität

Für seine Doktorarbeit kam Maruf dann nach Flensburg. Interessant war für ihn das Doktorandennetzwerk ENSYSTRA (Energy Systems in Transitions). Im Rahmen des von der Europäischen Union geförderten Doktorandennetzwerk wurden die Doktorand*innen in einem interdiziplinären Umfeld in Methoden der Szenarioanalyse und Energy System Modellierung sowie Open Science ausgebildet. Das bot Maruf die Möglichkeit zu vernetztem Arbeiten mit verschiedenen Universitäten, aber auch die Vernetzung mit anderen Forschungseinrichtungen, Industriepartner*innen und öffentlichen Einrichtungen. „Am ENYSTRA-Netzwerk hat mir der Fokus auf Energie-System-Modellierung und Open-Source Forschung gut gefallen. Hier konnte ich mich mit einer systemweiten Perspektive auseinanderzusetzen und dabei die technisch-ökonomische Modellierung von Energiesystemen mit Fragen der Governance, der Marktgestaltung, der Infrastrukturentwicklung und gesellschaftlicher Triebkräfte zu verbinden.“, erzählt Maruf. 

Mit Modellierung Einblicke in Optionen für die Energiewende bieten

In seiner Doktorarbeit beschäftigt sich Maruf mit einer modelbasierten Analyse von Energiesystemen mit einem hohen Anteil an erneuerbaren Energiequellen und die Frage, wie die Integration von einer Kombination aus Strom- und Wärmesystemen dabei unterstützen können, das Netz zu stabilisieren, es effizienter zu machen und die Gesamtkosten zu senken. „Ich denke, die Herausforderungen der Energiewende werden wir nicht auf technischer Ebene lösen können. Es gibt komplexe Wechselwirkungen zwischen Technologie, Infrastruktur, Märkten und Politik. Modellierungen können hier Lösungsoptionen sichtbar machen“, erläutert Maruf. 

„In seiner Dissertation modelliert Maruf die Möglichkeiten einer weitestgehenden Nutzung von Elektrizität zur Wärmebereitstellung im Gebäudebereich und kann zeigen, dass sowohl in Schleswig-Holstein als auch in Deutschland eine Kopplung von Elektrizitäts- und Wärmeversorgung auf Basis einer 100% erneuerbaren Energieversorgung nicht nur möglich, sondern auch ökonomisch attraktiv sein kann.“, erklärt Prof. Dr. Olav Hohmeyer, der die Arbeit als Doktorvater begleitet hat. 

Internationale Community auf dem Campus überzeugt

Von Flensburg hatte Maruf über einen Freund erfahren. „Er hat mir von der Forschungscommunity hier oben berichtet und von dem starken Fokus auf Nachhaltigkeit und Energiewendeforschung. Das hat mich sehr überzeugt. Gelockt hat mich auch die Nähe zu Skandinavien. Mit der internationalen Community auf dem Campus habe ich das perfekte Umfeld für meine Forschungsarbeit gefunden“, berichtet Maruf.

Flensburg als Zuhause für Forschung und Familie

Flensburg wurde nicht nur das akademische Zuhause. „Flensburg ist auch ein Zuhause für meine Familie geworden. Meine Tochter wuchs hier die ersten Jahre auf, im internationalen Kindergarten hat sie ihre ersten deutschen Worte gesprochen und gelernt wie man Fahrrad fährt.“, berichtet Maruf, „an der Universität wurde nicht nur ich, sondern auch meine Familie willkommen geheißen.“ Das maritime Flair der Stadt und die nordisch entspannten Bewohner*innen haben die Stadt zu einem echten Zuhause für Marufs kleine Familie gemacht. Da die Bangladesch-Community in der Stadt nur klein ist, fühlte sie sich für Maruf wie eine große Familie an. In der Zeit im Norden entstanden langfristige internationale Freundschaften.  Mit dem Abschluss seiner Promotion ging es für Maruf in den Süden Deutschlands zum Freiburger Fraunhofer ISE und von dort zu Avangrid in die USA.

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