Nachruf Prof. Dr. Wolfgang Teschner

Prof. Dr. Wolfgang Teschner ist tot. Er starb am 22.02.2021 in seinem Haus in Friedrichstadt im Beisein seiner ihn umsorgenden Frau. Mit Wolfgang Teschner starb ein Freund, Gelehrter und Weltenbummler.

Wolfgang Teschner wurde am 01. November 1942 in Berlin geboren. Er ging in Berlin zur Schule und machte sein Abitur am Canisius-Kolleg in Berlin, einer Jesuitenschule, die ihn nach eigenem Bekunden nachhaltig geprägt hatte. Er studierte dann an der damaligen Pädagogischen Hochschule Berlin, die er 1966 mit dem Diplom abschloss. 1970 folgte die Promotion mit einem pädagogischen Thema und mit gerade einmal 30 Jahren wurde Wolfgang Teschner an die Pädagogische Hochschule in Kiel berufen, an der er als Professor und Vizepräsident in den Jahren 1972-1980 wirkte.

Ab dem Jahr 1980 begann Wolfgang Teschners internationale Karriere, die ihn als akademischer Lehrer und Berater rund um die Welt führte. Die vielen Stationen und Organisationen können gar nicht alle aufgezählt werden. Er war u.a. in Schweden, den Philippinen, Indonesien, Korea, Thailand, Laos, Nepal, Papua Neuguinea, Sri Lanka, Barbados, Jamaica, Trinidad und Tobago, Honduras, den USA und vielen Ländern mehr für die GIZ, die Weltbank, die Asian Development Bank oder nationalen Regierungen unterwegs. Dafür erhielt er eine Vielzahl nationaler Ehrungen.

Erst im Jahre 2005 kehrte Wolfgang Teschner endgültig nach Schleswig-Holstein zurück und wurde Professor am IIM mit Schwerpunkten im Bereich interkultureller Bildung und Kulturanthropologie. Wolfgang Teschner sprach und beherrschte mehr als 12 Sprachen und war fest davon überzeugt, dass man (fremde) Kulturen und Gesellschaften nur verstehen kann, wann man die Sprache spricht und versteht.

Wolfgang Teschner war eine imposante Erscheinung mit langem weißem Haar, langen Gewändern, indischen Ketten und Schmuck und einem Gehstock. Er wird uns als stets freundlicher Kollege, aber auch als kritischer Geist in Erinnerung bleiben. Wir werden Wolfgang Teschner als Freund, Gelehrten und Querdenker vermissen, der in der Lage war, interdisziplinär zu denken und zu lehren. Wir werden weiter an ihn denken und trauern mit seiner Frau und seiner Familie.

(Nachruf von Prof. Dr. Heiner Dunckel)