Summer School Grenzforschung (pdf)

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Datum:
28.01.2021
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Sommerschule "Grenzforschung am Schnittpunkt von Fächergrenzen"

Date: 08.12. bis 10.12.2021 (18.30)

The summer school is directed at PhD students of a broad spectrum of subjects (sociology, history, geography, philosophy, law, educational and political science, linguistics et al.) and thus wants to overthink the concept of "borders" at the intersection of subject boundaries from a comparative Franco-German as well as a European and international perspective.

The summer school is organised by the Centre Marc Bloch and the Humboldt University Berlin in cooperation with ICES and will take place in Berlin. The program is composed of plenary presentations and working groups with active design scope for PhD students (fieldwork, text production, presentations). Working languages will be English. If required, 2 ECTS can be obtained.

Please send your application (including CV and a motivational letter explaining your research topic and which of the three working areas that would fit in) in French, German or English by 31 March 2021 to the following address: nikola.tietze-TextEinschliesslichBindestricheBitteEntfernen-@cmb.hu-berlin.de  

The organizers are currently planning the reimbursement of travel costs as well as board and lodging for all participants.

Inhaltliche Ausrichtung

"Grenze" soll einerseits als räumliches, territoriales, administratives und politisches Konzept begriffen werden – wie die Ausdehnung und Souveränität von Territorien (wie Städten, Staatsnationen, Föderationen, Regionen usw.) –, aber auch im übertragenen und metaphorischen Sinn als Trennung zwischen zwei Gruppen (soziale Klassen, Geschlecht, sprachliche, religiöse und ethnische Gruppen) oder zwischen verschiedenen Sphären (Familie vs. Arbeit, privater vs. öffentlicher Raum).

Dies impliziert sichtbare wie unsichtbare Grenzen, eingebildete oder vorhandene sowie Innen- und Außengrenzen. Wir interessieren uns für räumliche Rekonfigurationen durch Grenzziehungen, insbesondere für die Konsequenzen von Grenzüberschreitungen und das Wechselspiel von Akteuren und Institutionen bei der Produktion und Kontrolle von Grenzen. Außerdem sollen akademische Fächergrenzen thematisiert werden: Wie zirkuliert Grenzforschung zwischen den Disziplinen und innerhalb unterschiedlicher nationaler Wissenschaftskulturen?

Die Sommerschule teilt sich in drei Arbeitsbereiche :

1)   Räumliche, territoriale, administrative und politische Grenzen

Dieses Panel fragt danach, wie derartige Grenzen definiert, konstruiert und überwacht werden. Wer hat hier das Deutungs- und Kontrollrecht und mit welchen Konsequenzen für Migrationsprozesse und Mobilität? Fokussiert wird die Akteursebene bei der Definition und Beibehaltung von Grenzen, aber auch die biographischen Konsequenzen für diejenigen, die sie überwinden wollen.

2)   Soziale, performative und metaphorische Grenzen

Im zweiten Arbeitsbereich werden Altersgrenzen im Generationenvertrag, Grenzen zwischen Gattungen, Klassen, sprachlichen und/oder religiösen Gruppen und vorgestellten Ethnien thematisiert. Spannend sind hier Interaktionen zwischen Gruppen und Institutionen im Prozess der Kategorisierung, Definition und Kontrolle von Grenzen, aber auch Störeffekte und räumliche Rekonfigurierungen aus einer intersektionellen Perspektive sowie Doppelungen von räumlichen und sozialen Grenzen und ihre Inkohärenzen: Wie zum Beispiel muss sich ein junger Migrant in seinem Herkunftsland als Volljähriger und im Zielland als Minderjähriger ausgeben, um seinen Reiseweg zu vereinfachen?

3)   Grenzen zwischen den Disziplinen und akademischen Kulturen

Der dritte Arbeitsbereich adressiert unterschiedliche disziplinäre Zugänge zur Grenzforschung zwischen Soziologie, Geographie, Politik-, Rechts-, Sprach- und Erziehungswissenschaft und Philosophie. Wie gestaltet sich fächerspezifisch der methodologische Zugriff auf räumliche Rekonfigurationen, die durch Grenzen ausgelöst werden? Wie wirkt sich Interdisziplinarität auf die Zirkulation von Methoden und Konzepten über Fächergrenzen hinweg aus? Von Interesse sind hier auch wissenschaftskulturelle Unterschiede im Hinblick auf Grenzforschung zwischen Frankreich, Deutschland, Europe sowie im globalen Vergleich.