Verantwortlich

Laufzeit

01.10.2017 - 31.01.2022

Webseite

https://klimainnogovernance.de

Projektmitarbeitende

Institution der EUF

Abteilung Geographie

Finanzierung

BMBF, Programm Zukunftsstadt


Klimaresiliente Stadt-Umland Kooperation. Regionale Innovationen energetischer Biomassenutzung und Governance

KlimaInnoGovernance

Der Forschungsverbund identifizierte die energetische Nutzungspotenziale von Biomassereststoffen für die Nahwärmeversorgung. Berücksichtigt werden sowohl die stoffliche Verfügbarkeit im Untersuchungsraum der drei nordhessischen Kommunen und die Verarbeitungsinfrastrukturen als auch mögliche Nutzungskonkurrenzen. Das transdisziplinäre Projekt vereint wissenschaftliche Expertise der Humangeographie, der Politikwissenschaft, der Transformationsstudien und Praxiswissen kommunaler Energieversorger und Kommunalverwaltung und leistet damit einen Beitrag zur sozialwissenschaftlichen Energiewendeforschung.

Stichworte

Klimawandel, Energiewende, Biomasse, Regionalentwicklung, Governance, Transformation, Nachhaltigkeit

Beschreibung

Das transdisziplinäre Forschungsprojekt identifiziert materielle, politische und ökonomische Potentiale einer energetischen Nutzung von Biomassereststoffen auf kommunaler Ebene. In Folge der klimawandelbedingten Schäden in Nadelwäldern der Mittelgebirgsregionen steht für die Untersuchungsregion Nordhessen das zunehmende Holzangebot für die Nahwärmeversorgung im Fokus. Das Teilprojekt der Europa-Universität Flensburg untersucht die Übertragbarkeit von best practices auf vergleichbare Regionen.

Die aktuelle Transformation des Energiesystems in Deutschland hat zu einer Diversifizierung der beteiligten Akteursgruppen und der Akteurskonstellationen geführt. Eine steigende Zahl von Erneuerbare Energien-Anlagen liegt in der Hand von Bürger*innen, Genossenschaften oder kleinen Beteiligungsgesellschaften. Mit der Verschiebung tradierter Akteursstrukturen und Kooperationsformen treten Veränderungen im Machtgefüge innerhalb lokaler Governance-Formationen, aber auch im Mehrebenensystem auf, die teilweise quer zu formalisierten Entscheidungsprozessen liegen.

Die Planung und Umsetzung großer Infrastrukturprojekte trifft immer öfter auf den Widerstand lokaler Bevölkerung. Die formellen Beteiligungsinstrumente der Raumplanung und die Angebote informationeller Beteiligung sind offensichtlich nicht mehr ausreichend für eine partnerschaftliche Gestaltung zwischen lokaler Regierung und Bevölkerung. Eine Energie-Governance im Sinne einer kooperativen Steuerung unter Einbeziehung staatlicher und zivilgesellschaftlicher Akteure wird in Zukunft zunehmend relevant werden.

Verbundpartner:
artec Forschungszentrum Nachhaltigkeit, Universität Bremen
Universität für Bodenkultur Wien
Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung (IZT)
Energie 2000 e.V., Energieagentur im Landkreis Kassel
Stadt Hofgeismar
Stadt Felsberg
Stadt Wolfhagen

Aktuelle Publikation:
Bauriedl, Sybille; Waegerle, Lisa; Wiechers, Henk; Kronenthaler, David (2021): Herausforderungen und Potenziale dezentraler Sektorenkopplungslösungen. Am Beispiel der energetischen Biomassenutzung in Nordhessen. artec-paper 227 
https://www.uni-bremen.de/fileadmin/user_upload/sites/artec/Publikationen/artec_Paper/227_paper.pdf