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Geographien ungleicher Entwicklung / Feministische Geographie

Im Fokus dieses Forschungsschwerpunktes steht die Auseinandersetzung mit sozialräumlichen Dimensionen von Identität und Differenz insbesondere mit Bezug auf Herausforderungen einer sozial-ökologischen Transformation und nachhaltigen Stadtentwicklung. Geschlechter(verhältnisse) sind eine zentrale Analysekategorie sozialwissenschaftlicher und damit auch sozialgeographischer Forschung. Sie werden durch das alltägliche Handeln von Subjekten, gesellschaftlichen Strukturen und symbolischen Repräsentationen (re)produziert. Die Analysekategorie Geschlecht ist dabei immer als mit anderen sozialen Kategorien wie Rasse/Ethnizität, Klasse/Schicht, Sexualität/Begehren, Alter etc. verschränkt zu betrachten. Das Konzept der Intersektionalität theoretisiert die Verschränkungen dieser Differenzkategorien und der Verwobenheit verschiedener Formen der Ungleichheit. In der aktuellen identitäts- und differenztheoretischen Debatte hat das Konzept in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Mit der geographischen Geschlechterforschung wurde das Konzept um eine räumliche Perspektive erweitert (Valentine 2008, Schurr/Segebart 2012, Bauriedl/Schurr 2014). Das Konzept der Intersektionalität hilft zu verstehen, wie Menschen Raum erleben, wie sich soziale Ungleichheiten im Raum manifestieren und in welcher Weise soziale Rollenzuschreibungen Raumaneignung prägen. Der Schwerpunkt wird von den Mitarbeiterinnen der Arbeitsgruppe Integrative Geographie vertreten, die u.a. in folgenden wissenschaftlichen Netzwerken aktiv sind:

·         DFG-Netzwerk "Feministische Geographien des new materialism" (Prof. Dr. Bauriedl, Dr. Carstensen-Egwoum)

·         Task Force "Geschlechtergleichstellung in der Hochschulgeographie" des Verbands der Geographie an deutschen Hochschulen (VGDH) (Prof. Dr. Bauriedl)

·         AK Geographie und Geschlecht (Prof. Dr. Bauriedl, Dr. Carstensen-Egwoum)

·         diversu e.V. – Institut für Diversity, Natur, Gender und Nachhaltigkeit (Dr. Daniela Gottschlich)

·         AG Geschlechterverhältnisse, Nachhaltigkeit, Umwelt und Transformation (GENAU*T) in der Fachgesellschaft Geschlechterstudien Gender e.V. (Dr. Daniela Gottschlich)

Aktuelle Publikationen

Bauriedl, S. (2016): UN-Klimagipfel in Paris 2015: Post-politische Geschlechtergerechtigkeit. In: Femina Politica 15(1): 132-136.

Bauriedl, S., Hackfort, S. (2016): Geschlechtsspezifische Verwundbarkeit. In: Bauriedl, S. (Hg.): Wörterbuch Klimadebatte. Bielefeld: Transcript-Verlag S. 95-100.

Bauriedl, S. (2015): Geschlechterkonstruktionen in Umweltdiskursen: Verfestigen und aufweichen von Geschlechterdualismen. In: Katz, C., Thiem, A., Heilmann, S., Hofmeister, S. (Hg.): Nachhaltigkeit anders denken. Veränderungspotenziale durch Geschlechterperspektiven. Heidelberg: Springer VS. S. 101-114.

Bauriedl, S., Schurr, C. (2014): Zusammenprall der Identitäten. Soziale und kulturelle Differenz in Städten aus Sicht der feministischen Forschung. In: Oßenbrügge, J., Vogelpohl, A. (Hg.): Theorien in der Raum- und Stadtforschung. Münster: Westfälisches Dampfboot. S. 136-154.

Bauriedl, S., Schurr, C. (2014): Zusammenprall der Identitäten. Soziale und kulturelle Differenz in Städten aus Sicht der feministischen Forschung. In: Oßenbrügge, J., Vogelpohl, A. (Hg.): Theorien in der Raum- und Stadtforschung. S. 136-154.

Bauriedl, S., Wichterich, C. (2014): Ökonomisierung von Natur, Raum, Körper. Feministische Perspektiven auf sozialökologische Transformationen. Rosa-Luxemburg-Stiftung: Berlin. Reihe Analysen.  www.rosalux.de/fileadmin/rls_uploads/pdfs/Analysen/Analysen_Oekonomisierung.pdf

Bauriedl, S. (2014): Geschlechter im Klimawandel: Soziale Differenzierung als Kompetenz sozialwissenschaftlicher Klimaanpassungsforschung. In: GAIA 23(1): 8-10.

Bauriedl, S. (2013): Androzentrische Leerstellen der Stadtforschung. Geschlechtliche Arbeitsteilung, heteronormative Geschlechterkonstruktion und deren sozialräumliche Organisation. Kommentar zu Hartmut Häußermann & Walter Siebel: Thesen zur Soziologie der Stadt. 1978. In: sub\urban – Zeitschrift für kritische Stadtforschung 1. S. 119-123.

Bauriedl, S. (2013): Deutungsvielfalt von Nachhaltigkeit und Geschlechtergerechtigkeit in der Raumplanung. In: Hofmeister, S., Katz, C., Mölders, T. (Hg.): Geschlechterverhältnisse und Nachhaltigkeit. Leverkusen-Opladen. S. 209-212.

Bauriedl, S., Schier, M., Strüver, A. (Hg.) (2010): Geschlechterverhältnisse, Raumstrukturen, Ortsbeziehungen: Erkundungen von Vielfalt und Differenz im spatial turn. Münster: Westfälisches Dampfboot. Reihe Forum Frauen- und Geschlechterforschung 27.

Carstensen-Egwuom, Inken (2018): Intersektionalität und Transnationalismus zusammen denken. Eine intersektionale Perspektive auf transnationale soziale Positionierungen nigerianischer Migranten in Bremen. Flensburg. https://www.zhb-flensburg.de/?id=26355

Carstensen-Egwuom, Inken (2016): Die Methode der Relief-Maps von Maria Rodó-de-Zárate: Intersektionalität mit Studierenden visualisieren. In: Feministisches Geo-RundMail 68. Themenheft "Qualitative Methoden und Feministische Method(ologi)en. S. 5-8.

Carstensen-Egwuom, Inken; Vogelpohl, Anne & Gomes de Matos, Catarina für das Kollektiv Feministische Geographien (2015): Für mehr feministische Perspektiven in der geographischen Lehre. In: Feministisches Geo-RundMail 63. Themenheft "Feministische Geographien in der Lehre ". S. 2-4.

Carstensen-Egwuom, Inken (2014): Connecting Intersectionality and Reflexivity. Methodological Approaches to Social Positionalities. In: Erdkunde 68 (4), S. 265-276. https://www.erdkunde.uni-bonn.de/archive/2014/connecting-intersectionality-and-reflexivity-methodological-approaches-to-social-positionalities

Carstensen-Egwuom, Inken (2014): Intersektionalität politisieren - Emanzipatorische Bewegungen intersektional denken. In: Feminstisches Geo-RundMail 60. Themenheft "Intersektionalität". S. 3-5.

Carstensen-Egwuom (2013): Rezension zu: Carolin Schurr und Jeannine Wintzer (Hg.) (2011): Geschlecht und Raum feministisch denken. Bern. In: geographische revue 15 (1), S. 48-54.
  https://www.raumnachrichten.de/rezensionen/1722-geschlecht-und-raum-feministisch-denken

Carstensen-Egwuom, Inken (2013): Intersektionalität im Feld erfassen. Geschlecht und Ethnizität als relationale und prozessuale Kategorien im Forschungsprozess. In: Feministisches Geo-RundMail 54. Themenheft "Feminists in the Wild - Geschlecht im Feld". S. 4-19.

Gottschlich, D., Schultz, S. (2019): Weniger Klimawandel durch weniger Menschen? Feministische Kritik am neomalthusianistischen Revival. In: FARN, www.naturfreunde.de/farn (im Erscheinen)

Gottschlich, D., Katz, C. (2018): Caring with nature/s. Care als Transformationspraxis für die Gestaltung gesellschaftlicher Naturverhältnisse. In: Waidelich, W., Baumgarten, M. (Hrsg.): Um-Care zum Leben. Ökonomische, theologische, ethische und ökologische Aspekte von Sorgearbeit, Hamburg: VSA, S. 83-105.

Gottschlich, D. (2017): Kommende Nachhaltigkeit. Bausteine für ein kritisch-emanzipatorisches Konzept nachhaltiger Entwicklung aus diskurstheoretischer, feministischer Perspektive, Baden-Baden: Nomos.

Gottschlich, D., Katz, C. (2016): Sozial-ökologische Transformation braucht Kritik an den gesellschaftlichen Naturverhältnissen – Zur notwendigen Verankerung von Nachhaltigkeitsforschung in feministischer Theorie und Praxis.  In: SuN – Soziologie und Nachhaltigkeit, Jg. 2, Nr. 3, S. 1-18. Abrufbar: www.uni-muenster.de/Ejournals/index.php/sun/article/view/1750

 Gottschlich, D., Bellina, L. (2016): Justice and care: critical emancipatory contributions to conceptualizing sustainable development. In: Agriculture and Human Values (AHV), Vol. 33, No. 4, Abrufbar: link.springer.com/article/10.1007/s10460-016-9761-9

 Gottschlich, D., Mölders, T., Padmanabhan, M. (2016): Introduction to the symposium on feminist perspectives on human–nature relations. In: Agriculture and Human Values (AHV), Vol. 33, No. 4, Abrufbar: paperity.org/p/78487170/introduction-to-the-symposium-on-feminist-perspectives-on-human-nature-relations

Aktuelle Vorträge Sybille Bauriedl

4.11.2017: "Klimagerechtigkeit und Geschlechtergerechtigkeit", People’s Climate Summit, Bonn

01.10.2017: "Positionalität: Forschung und Lehre zu ‚Geographie und Geschlecht’ oder ‚feministischer Geographie’?", Kongress der Kritischen Geographie, Tübingen

06.12.2016: "Transformation und Patriarchat: Geschlechterverhältnisse einer nachhaltigen Lebens- und Wirtschaftsweise", Forschungszentrum für Umweltpolitik der FU Berlin

05.02.2016: "Geschlechterverhältnisse und Raumstrukturen in der Stadt" in der Ringvorlesung "Gender als kritische Perspektive", Leibniz-Universität Hannover

18.05.2016: "Geschlechterperspektiven der sozialökologischen Forschung: Inwertsetzung von Natur und Sorgearbeit für eine Grüne Ökonomie", Kolloquium am Institut für Soziale Ökologie der Alpen-Adria-Universität. Wien

19.1.2016: "Kochen für den Klimaschutz: Wie Klimapolitik Geschlechter- und globale Machtverhältnisse manifestiert", Ringvorlesung "Klimapolitik in der Sackgasse?", Universität Wien Link setzen: https://vimeo.com/153612984

Aktuelle Vorträge Daniela Gottschlich

15.1.2019: "Nicht mehr auf Kosten anderer leben (müssen). Nachhaltigkeit aus kritisch-emanzipatorischer Perspektive", Vortrag im Rahmen der Ringvorlesung "Krisendynamiken der Demokratie, des Geschlechterverhältnisses und der Nachhaltigkeit" an der Hochschule Merseburg

3.10.2018: "Nachhaltigkeit(sforschung) weiterdenken: Neue Perspektiven durch kritisch-emanzipatorische Ansätze zu Natur, Gender und Raum", Vortrag im Rahmen des geographischen Kolloquiums an der Universität Göttingen

15.5.2018: "Nachhaltige Entwicklung aus emanzipatorischer Perspektive", Vortrag im Rahmen der Ringvorlesung "Nachhaltigkeit und Gesellschaftsformen aus kritisch geographischer Sicht" an der Universität Marburg

17.1.2018: "Caring for Nature? Zur transformativen Bedeutung von Care für gesellschaftliche Naturverhältnisse", Vortrag zusammen mit Dr. Christine Katz, veranstaltet von GCG an der Georg-August-Universität Göttingen

15.1.2018: "Nachhaltige Entwicklung als kritisch-emanzipatorisches Projekt – Beiträge aus der feministischen Theorie und Praxis", Vortrag im Rahmen der Ringvorlesung zum 30jährigen Jubiläum des Brundtland-Berichts an der Universität Tübingen

6.-7.10.2017: "Nicht mehr auf Kosten anderer leben (müssen). Vor_sorgende Demokratie als Beitrag zu Klima- und Geschlechtergerechtigkeit", Vortrag auf der Tagung Global Caring. Sorge für die Welt, im Rahmen des Klimaherbstes (Oberthema Gerechtigkeit) in München, veranstaltet von BenE München e.V. und Frauenakademie München e.V.

3.7.2017: "Die Commonsdebatte aus der Perspektive feministischer Ökonomik", Vortrag an der Goethe Universität Frankfurt

28.3.2017: "Care as a social-ecological transformative principle and a lever for sustainability", Vortrag zusammen mit Christine Katz im Rahmen der LAGEN-Konferenz Politics of Reproduction, Hannover